Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ist nicht zu stoppen, auch von zwei Gegenspielern nicht: Martin Harnik (Mitte).
+
Ist nicht zu stoppen, auch von zwei Gegenspielern nicht: Martin Harnik (Mitte).

Martin Harnik

Wie Ex-Profi Martin Harnik im Amateurfußball aufblüht

  • VonMaximilian Bülau
    schließen

Ex-Profi Martin Harnik lässt in der fünften Liga seine Fußballkarriere ausklingen und blüht abseits der großen Aufmerksamkeit auf.

Dassendorf gehört eigentlich zu Schleswig-Holstein. Weil das 3500-Einwohner-Örtchen aber nur wenige Kilometer östlich von Hamburg liegt, spielt der Fußballklub TuS Dassendorf in der Oberliga der Millionenstadt. Und sorgt dort regelmäßig für Schlagzeilen – durch die Verpflichtung des Ex-Profis Martin Harnik im Oktober 2020. Der mittlerweile 34-Jährige verlängerte seinen Vertrag unlängst um ein Jahr bis 2024. Dass ein Fünftligist solch langfristige Verträge schließt, ist ohnehin schon etwas Besonderes. Doch die TuS ist nicht nur deswegen ein besonderer Verein.

Harnik, in Hamburg geboren – deutsche Mutter, österreichischer Vater – war im Profifußball für Bremen, Düsseldorf, Stuttgart, Hannover und zuletzt den HSV aktiv, bevor es ihn nach Dassendorf zog.

Bester Torjäger der Liga

68 Länderspiele (15 Tore) für Österreich stehen im fußballerischen Lebenslauf – ebenso wie 23 Treffer aus 13 Partien in der Oberliga Hamburg in der laufenden Saison. Der zweitbeste Torjäger dieser Spielklasse steht bei acht Toren. Jan Schönteich, Sportchef in Dassendorf, ist sich sicher: „Wir werden Meister.“ Aufsteigen wird die TuS aber auch mit Harnik nicht.

Das hat in Dassendorf Tradition. Bereits 2014, 2015, 2016, 2017 und 2018 holte der Klub den Titel – in die vierte Liga wollte der Verein dennoch nie. Warum nicht? Laut Schönteich würde man erst darüber nachdenken, wenn der DFB sein Ligasystem überarbeiten würde, aus fünf Regionalligen, vier oder drei mache.

„Die Regionalliga Nord ist unattraktiv. Da gibt es den VfB Lübeck und sonst eigentlich keinen Traditionsverein. Dazu kommt die Aufstiegsregelung“, sagt er. Geld sei bei ihnen nicht das Problem. Aber so lange der Weg in den bezahlten Fußball nur durch ein Nadelöhr führt, ist man in Dassendorf wohl mit der Oberliga zufrieden. Und dem regelmäßigen Erfolg.

„Hält den Laden zusammen“

Dass es Harnik nach Dassendorf zog, ist dabei kein Zufall. Mit Trainer Jean-Pierre Richter spielte er eine lange Zeit in der Jugend zusammen. Harniks Vater war mal Schönteichs Chef und Harniks Bruder mal ein Arbeitskollege. Zudem hat sich der Österreicher mit seiner Frau und den drei Kindern in Dassendorf niedergelassen, ist sesshaft geworden. „Er ist ein absolut bodenständiger Kerl, hat Hunde und Pferde. Und er ist tatsächlich der einzige Spieler von uns, der auch direkt in Dassendorf und nicht außerhalb lebt“, berichtet Schönteich. „Er ist Kapitän und hält den Laden an allen Fronten zusammen“, fügt der 53-Jährige an.

Mit Maximilian Ahlschwede (einst Kickers Offenbach), Lennard Sowah und Zhi Gin Lam stehen weitere Akteure im aktuellen Kader, die Profi-Erfahrung vorzuweisen haben. Dassendorfs Sportchef Schönteich blickt derweil bereits in die Zukunft - zumindest mit einem Augenzwinkern. Einer, der mit Harnik ebenfalls in der Jugend spielte, ist Max Kruse, der Techniker von Bundesligist Union Berlin.

„Der ist aber noch zu gut für uns. Und wenn er das nicht mehr ist, ist er wahrscheinlich zu alt“, sagt Schönteich lachend. Ganz ausgeschlossen ist es aber nicht, dass da jemand in Schleswig-Holstein vor den Toren Hamburgs am nächsten Transfer-Coup werkelt. Martin Harnik könnte ja gerne mal ein Wörtchen an den Profikollegen richten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare