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Mit rechts mitgenommen, mit links reingeschossen: Jamal Musiala zeigt in Leipzig sein großes Können.
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Mit rechts mitgenommen, mit links reingeschossen: Jamal Musiala zeigt in Leipzig sein großes Können.

Bayern-Talent Jamal Musiala

Wie einst Mario Götze

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Der 18-jährige Jamal Musiala beeindruckt Fans und Mitspieler auch beim Sieg in Leipzig – auch dank eines Tores, das wie die Kopie eines legendären Treffers daherkommt.

Erinnern wir uns kurz gemeinsam an das größte Tor, das der deutsche Fußball in diesem Jahrhundert produziert hat. 13. Juli 2014, Maracana-Stadion, Rio de Janeiro, WM-Finale Deutschland gegen Argentinien, 113. Spielminute: André Schürrle flankt von links halbhoch in die Mitte, Mario Götze nimmt den Ball an der Spitze des Fünfmeterraumes mit der Brust perfekt an und drückt ihn in einer fließenden Bewegung mit links ins lange Eck. Ein Treffer für die Ewigkeit.

Nicht ganz so monumental ist das 2:0 des 18 Jahre alten Jamal Musiala für den FC Bayern beim 4:1-Sieg bei RB Leipzig gewesen. Das Tor wird, wiewohl in seiner Entstehung sehr ähnlich mit dem von Götze vor sieben Jahren, also nicht schwer auf den Schultern des Teenagers liegen. Aber die offenkundige Selbstverständlichkeit, mit der Musiala die flache Flanke von Alphonso Davies mit rechts annahm und mit links abschloss, war eine Augenweide. Nach der Ballmitnahme lang ins Eck, wie damals Götze.

„Jamal war der Zauberer des Spiels“, hat Thomas Müller hinterher über den jungen Mitspieler gesagt. Was auch damit zu tun hatte, dass Musiala das 3:0 von Leroy Sané ebenfalls im Stile eines Weltklassespielers vorlegte. Müller ist ebenso voll des Lobes über den Jung-Nationalspieler wie Trainer Julian Nagelsmann. Müller sagt: „Jamal ist fleißig und bescheiden, hat aber auch Selbstvertrauen. Nicht so, dass er mit Nase oben durch die Kabine läuft. Dieses Gesamtpaket in jungen Jahren macht ihn besonders.“ Nagelsmann sagt: „Ich hatte schon einige Nachwuchsspieler – Jamal ist außergewöhnlich, sowohl vom Talent wie auch vom Charakter. Er hört seinem Trainer und den Mitspielern zu.“

Joachim Löw muss derzeit ja im Rückblick auf seiner Bundestrainertätigkeit einiges aushalten. Ständig wird ihm im Nachhall eines enttäuschenden Endes vorgehalten, was er falsch gemacht hat. Im Fall von Jamal Musiala etwa, dass er diesen beim EM-Aus gegen England erst in der Nachspielzeit beim Stand von 0:2 einwechselte, was tatsächlich eine zu diesem Zeitpunkt unsinnige Übersprunghandlung war.

Löws Erbe an Flick

Andererseits hat Löw aufgepasst, dass das Toptalent nicht für die englische Nationalmannschaft spielt, in deren Nachwuchsteams es bereits auffällig geworden war. Löw wechselte Musiala im März dieses Jahres beim 3:0 im WM-Qualifikationsspiel gegen Island in den letzten zwölf Minuten ein. Musiala, dessen Vorbild der Brasilianer Neymar ist, ist damit für alle Zeiten deutscher Nationalspieler. Ein schönes Erbe, das Löw seinem Nachfolger Hansi Flick da hinterließ.

Am Samstag, als der etwas zu hohe Sieg in Leipzig dann eingetütet war, baten die TV-Anstalten den kleinen Zauberer noch zu Interviews. Da wurde sichtbar, dass den eigentlich schüchternen Jungen solche Situationen viel mehr stressen als der Druck eines für Serge Gnabry eingewechselten Jokers. Aber Musiala überstand die Fragen achtbar und sympathisch. Sein mit Anglizismen durchmischtes Deutsch ist so unverbraucht und wenig vorhersehbar wie seine Aktionen im Strafraum. Es werden noch viele folgen.

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