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Auskunftsfreudig: Max Eberl tritt mit seinen Gladbachern in der Champions League in Budapest an.
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Auskunftsfreudig: Max Eberl tritt mit seinen Gladbachern in der Champions League in Budapest an.

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Widersprüche aushalten

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Deutsche Vereine weichen aufgrund der Corona-Bestimmungen in Deutschland Europapokalspielen ins Ausland aus - das muss man in diesen merkwürdigen Zeiten nicht verstehen.

Für zwei Wochen wird Budapest die Hauptstadt der Champions League sein, binnen acht Tagen geben sich der FC Liverpool, Manchester City, RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach sozusagen die Klinke in die Hand. Das Virus macht es möglich, die deutschen Klubs, die für die Organisation des Achtelfinal-Hinspiels verantwortlich sind, müssen ihre Heimspiele in der Ferne austragen, weil die beiden britischen Klubs wegen der „Verordnung zum Schutz vor einreisebedingten Infektionen“ deutschen Boden nicht betreten dürfen - es sei denn, sie begeben sich danach sofort für zehn Tage in häusliche Quarantäne. Machen sie natürlich nicht, sie müssen Fußball spielen - was weiterhin ein großes Privileg ist, das sollte kein Profi je vergessen.

In der Tat ist bei allen Hygieneregeln, dem Leben in einer Blase und der Abschottung weiterhin zumindest diskussionswürdig, warum Fußballer durch die Welt reisen dürfen, während allenthalben strikte Kontakteinschränkungen bis hin zu Einreiseverboten bestehen. Vielen, die zu Hause sitzen, nicht in Schulen, Theater, Restaurants oder auf Sportplätze können, ist der Sonderweg der Kicker ein Dorn im Auge, und natürlich ist der Zorn über die scheinbare Bevorzugung der Millionäre in Kickstiefeln nicht unbegründet, selbst wenn die, ebenfalls mit stichhaltigen Argumenten, auf ihre strengen Bestimmungen verweisen. In der Tat scheint der Profifußball einen halbwegs gangbaren Weg gefunden zu haben.

Hohe Inzidenz in Spanien

Die Krux an dieser nie dagewesenen Pandemie ist: Eigentlich müsste das komplette öffentliche Leben heruntergefahren werden, bis das Virus verschwunden ist. Das will und kann keiner auf lange Sicht verkraften, deswegen gibt es Ausnahmeregelungen, mehr oder minder sinnvolle. Es gilt Risiken und Folgen abzuwägen und auszutarieren. Das klappt nicht immer zur Zufriedenheit aller, Härten und Unverständnis sind zwangsläufig. Aber man tastet sich vorsichtig an das Machbare, das Vertretbare heran, versucht sich an der Quadratur des Kreises in der Pandemie, immer in dem Wissen und der Sorge, auch falsch zu liegen. Aber das (sportliche) Leben muss ja weitergehen.

Ob es schlau ist, wegen Fußballspielen ins Flugzeug nach Ungarn zu steigen? Die Alternative wäre: Sie ausfallen zu lassen, Leipzig und Gladbach wären ausgeschieden aus dem lukrativen Geschäft, Manchester und Liverpool kampflos weiter. Die Uefa hätte das hingenommen, ihr ureigenes (wirtschaftliche) Interesse ist: den Wettbewerb durchzuziehen.

Eine Münchner Virologin hat das Ausweichen nach Budapest jetzt als „eine vernünftige Lösung“ bezeichnet, weil die Inzidenz in Ungarn (aktuell: 92) in etwa der von Deutschland (72) entspricht. Politiker wiederum empfinden die Spielverlegung als „kein gutes Signal“, das in diesen Zeiten allgemeiner Zurückhaltung ausgesandt wird. Daneben liegen sie mit dieser Einschätzung sicher nicht.

Schwer nachzuvollziehen ist indes eine andere Spielverlegung: Wegen rigoroser Einreisebestimmungen wird das Europa-League-Hinspiel von Molde SK gegen TSG Hoffenheim im Stadion des FC Villareal angepfiffen. Die Inzidenz in Spanien beträgt derzeit 356, das Zehnfache der norwegischen. Vermutlich muss man in diesen Zeiten solche Widersprüche aushalten. Auch wenn es schwer fällt.

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