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Werder Bremens schneller Schotte

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Von: Frank Hellmann

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Einmal durchpusten: Joker Oliver Burke bejubelt das 2:2.
Einmal durchpusten: Joker Oliver Burke bejubelt das 2:2. © dpa

Oliver Burke soll an der Weser die gesetzten Topstürmer entlasten. Sein später Ausgleich gegen den VfB Stuttgart zeigt: Das könnte klappen.

Es ist hinterher ziemlich einfach als Fan, mit seinem Fachwissen zu prahlen. Doch die Vierergruppe Werder-Anhänger, die sich vom Portal der „Deichstube“ nach dem 2:2 gegen den VfB Stuttgart hat interviewen lassen, rief gerne später noch einmal im Stakkato, was sie schon in der Schlussphase von den Rängen des Weserstadions gebrüllt hatte: „Bring den Schotten!“

Gemeint war Oliver Burke, jener Sommer-Einkauf, der als Ergänzung gedacht ist, wenn beim Torjäger-Duo Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch mal was klemmt. So wie beim Heimspiel gegen den VfB Stuttgart, der nach einer wilden Bremer Anfangsphase mit einem feinen Füllkrug-Kopfball zum 1:0 (3.) die Partie durch Wataru Endo (38.) und Silas Katompa Mvumpa (77.) gedreht hatte. Wenig deutete darauf hin, dass sich der Aufsteiger gegen recht reif wirkende Schwaben noch aufraffen könnte – ehe der spät eingewechselte Burke in jene Gasse sprintete, in die Mitchell Weiser den finalen Ball spitzelte. So rettete Werder in der letzten Sekunde der fünfminütigen Nachspielzeit das 2:2. Mit Blick auf die Aufgaben bei Borussia Dortmund (20. August) und gegen Eintracht Frankfurt (28. August) ein wichtiger Punkt für die Moral.

In Leipzig durchgefallen

Burke hat ohne längere Anlaufzeit bewiesen, dass er wertvoll werden könnte, denn dass Füllkrug eine ganze Saison ohne Verletzungen über die Runden kommt, ist ebenso ungewiss wie ob Ducksch diesmal im Oberhaus besser zurechtkommt als auf seinen früheren Stationen. Gegen Stuttgart lief speziell bei ihm nicht viel zusammen. Deshalb eben kam der 25-jährige Schotte, der neben einem markanten Bart auch jene Nummer neun trägt, mit der in ruhmreicherer Vergangenheit an der Weser Legenden wie Rudi Völler stürmten.

Es ist schon lange her, da wurde auch Burke eine große Karriere prophezeit, die eigentlich in Deutschland hätte starten sollen. Stolze 15 Millionen Euro blätterte RB Leipzig im Sommer 2016 für das Toptalent Schottlands hin, um ihn von Nottingham Forest loszueisen. Doch durchsetzen konnte sich der junge Mann in der Messestadt nur selten.

Es ging danach auf Tingeltour: von West Bromwich Albion, Celtic Glasgow, Deportivo Alaves, vom Zweitligisten Sheffield United bis zum FC Millwall. Wirklich glücklich wurde Burke nirgends. Als er in Bremen seinen nächsten Vertrag unterschrieb, sagte er: „Ich hoffe, dass ich diesen Ort irgendwann mein Zuhause nennen kann. Ich möchte einen Platz finden, an dem ich mich niederlassen kann.“

Werders Verantwortliche halten viel vom 13-fachen schottischen Nationalspieler. „Er hat außergewöhnliche Fähigkeiten“ sagt Geschäftsführer Frank Baumann. „mit seiner Geschwindigkeit und der Anzahl der Sprints, die er absolvieren kann.“ Mitunter reicht es auch, den Turbo nur in letzter Sekunde zu zünden.

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