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Werder Bremen wird erwachsen

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Es jubelt sich so schön: Niclas Füllkrug nach seinem bemerkenswerten Kopfballtor.
Es jubelt sich so schön: Niclas Füllkrug nach seinem bemerkenswerten Kopfballtor. © dpa

Hanseaten arbeiten sich dank Stürmer Niklas Füllkrug zum 1:0-Sieg gegen Hertha BSC. Bereits der zehnte Treffer in der Schlussphase dieser Saison.

Es wirkte beinahe so, als hätten sie sich schnell noch alle abgesprochen. Irgendwo zwischen dem Moment, als die Profis des SV Werder Bremen zu einer Kette aufgereiht vor der Ostkurve mit den eigenen Fans den 1:0-Heimsieg gegen Hertha BSC feierten und jenem Augenblick, als es vor die Mikrofone der wartenden Medien ging.

Sekunden nur, die aber offensichtlich genügten, um sich einig zu sein. Amos Pieper machte den Anfang und bilanzierte: „Insgesamt war das ein sehr reifer Auftritt.“ Kurz darauf urteilte Abwehrkollege Niklas Stark: „Wir haben sehr professionell, sehr geduldig, sehr erwachsen gespielt.“ Und auch Niclas Füllkrug hatte eine „reife Weiterentwicklung“ gesehen. War da nun also wirklich Besonderes am Freitagabend im Weserstadion passiert, steckte tatsächlich mehr dahinter? Oder war es doch nur eine angenehme Momentaufnahme nach einem schönen Erfolgserlebnis für den SV Werder Bremen? „Ich hoffe, dass es eine Entwicklung ist“, sagte Ole Werner, „aber das muss sich dann langfristig zeigen.“

Ole Werner freute sich ungemein darüber, „dass wir in einem engen Spiel nicht nervös geworden sind, wie es uns noch gegen Mainz passiert ist. Da haben wir Räume geöffnet und unsere Linie verloren.“ Gegen die Hertha BSC blieb die Kompaktheit bestehen, der Hauptstadtklub sorgte kaum einmal für Gefahr vor dem Tor des SV Werder Bremen. „Es ist uns gelungen, über die gesamte Spieldauer hinweg, gut zu verteidigen“, lobte Werner. Und was fast noch wichtiger war: „Wir haben auch mit einer Haltung in der zweiten Halbzeit gespielt, die besagte: ,Okay, dann ist es dieses Mal eben nur der eine Punkt – aber vielleicht kommt noch eine Chance‘.“

Und sie kam tatsächlich. Es lief bereits die 85. Minute, als Niclas Füllkrug in Strafraumnähe zu Fall gebracht wurde, sich aber schnell wieder aufrappelte und sah, dass Anthony Jung irgendetwas mit dem Ball vorhatte. „Wenn die Außenverteidiger flanken wollen, sehe ich das sofort an ihrer Körpersprache. Und bei Tony habe ich deshalb auch sofort erkannt, dass er gleich flanken und mich suchen wird“, sollte der Stürmer des SV Werder Bremen später sagen.

Der Rest war ein Ablauf für Genießer: Füllkrug schraubte sich in die Luft, höher als alle seine Bewacher und köpfte den Ball derart schön in die Maschen, wie es in Deutschland aktuell nicht viele Angreifer tun.

Werder Bremen hatte somit erneut in der Schlussphase einer Partie getroffen, zum zehnten Mal in dieser Saison. Ein Topwert, der auch Kräfte freisetzt. Und enorm beflügelnd für die Psyche ist. „Es lohnt sich zu bleiben bei uns, nicht zu früh nach Hause zu gehen“, sagte Ole Werner. Das Weserstadion tobte nach dem 1:0 förmlich, ein paar Minuten später wurde dann richtig laut gefeiert, als der zweite Heimsieg der Saison unter Dach und Fach war. „Genauso, wie wir letzte Woche nach der Niederlage in Freiburg nicht den Teufel an die Wand gemalt haben“, bekräftigte Ole Werner, „werden wir auch nicht mit dem Partyhut in der Analyse sitzen.“

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