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Die neue Chefin: Donata Hopfen.
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Die neue Chefin: Donata Hopfen.

DFL

Wer hat die Hosen an bei der Deutschen Fußball-Liga?

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Donata Hopfen übernimmt die DFL in einer unruhigen Zeit der Pandemie und zurückgehender Erlöse. Vorgänger Christian Seifert hinterlässt ein ziemlich schweres Erbe. Ein Kommentar.

Mehr als nur ein Hauch von Abschied war am Dienstag im Frankfurter Flughafenhotel zu erspüren. Die letzte große Versammlung aller 36 Fußball-Bundesligisten unter Führung von Christian Seifert. Das Ende einer Ära. Der Mann, in dessen 17-jähriger Amtszeit die Medienerlöse um fast 300 Prozent gesteigert wurden. Der Mann, der nicht nur die Kanzlerin persönlich kannte. Der Mann, dem kaum jemand im Fußballbusiness zu widersprechen wagte, weil darauf meist eine gestochen scharfe (und oft bessere) Antwort kam, die wehtun konnte und sollte. Der Mann, der als Unbekannter kam und jetzt überlebensgroß geht. Der am Ende so viel Macht und Einfluss auf sich vereinigt hatte, dass neben ihm niemand mehr sichtbar war.

Seine Nachfolgerin dürfte es nicht leicht haben im Testosteronbusiness Profifußball. Donata Hopfen tritt ja nicht nur in riesige Fußstapfen und wird kaum umhin kommen, dass sie mit Seifert verglichen wird. Der hat vor einigen Jahren dafür gesorgt, dass er als Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga auch deren einziger Sprecher wird. Der vormalige Ligapräsident Reinhard Rauball wurde ohne Nachfolge abgeschafft. Die Strukturen waren somit sehr auf Seifert ausgerichtet. Vielleicht sogar zu sehr. Der Vorteil: Es gibt in der DFL kein nach außen dringendes Hauen und Stechen wie im Deutschen Fußball-Bund. Bisher jedenfalls noch nicht.

Wie die Zukunft gemanagt wird, hängt sicher auch davon ab, wie vertrauensvoll Donata Hopfen künftig mit dem just frisch gewählten und ab 11. Februar dort offiziell seine Arbeit aufnehmenden neuen DFL-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke zusammenarbeiten wird. Dass es sich bei dem Dortmunder um ein ausgewiesenes Alphatier handelt, das gerne breitbeinig auftritt, dürfte Frau Hopfen nicht verborgen geblieben sein. Ungefährlich ist das nicht für die neue Chefin. Oder aber es ist eine Chance, die sie beide - Watzke und Hopfen - gemeinsam gut nutzen. Die Erfahrung des alten Fahrensmannes kann für die Neue natürlich auch hilfreich sein.

Jedenfalls werden sich die Kräfteverhältnisse verschieben, das ist ganz klar. Der bisherige Aufsichtsratschef Peter Peters war weniger Aufpasser und Ratgeber, sondern viel mehr ein treuer Gehilfe und reitender Bote von Seifert. Da gab es keine Reibungspunkte, es war - wie auch im Verhältnis Seifert zum netten Herrn Rauball - klar, wer die Hosen anhat.

Donata Hopfen übernimmt in einer unruhigen Zeit der Pandemie und zurückgehender Erlöse. Vorgänger Seifert hat viel gut gemacht, er hinterlässt dennoch ein ziemlich schweres Erbe.

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