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„Wenn Uli Hoeneß poltern darf, darf ich auch trommeln“

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Von: Jan Christian Müller

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Es gibt immer etwas zu besprechen: Oliver Bierhoff.
Es gibt immer etwas zu besprechen: Oliver Bierhoff. © AFP

DFB-Manager Oliver Bierhoff über bewusste Provokationen, für die es „auf die Schnauze“ gibt. Scharmützel im DFB, seine Probleme mit Katar, die Energiewende und Minister Habeck

Vor genau 25 Jahren lernten sich der Mittelstürmer Oliver Bierhoff und FR-Reporter Jan Christian Müller bei einem langen Interview in der Lobby des Hotels Kempinski Gravenbruch kennen. Bierhoff, damals 29, erzählte Müller, seinerzeit 33, wie fundamental sich sein Leben nach dem „Golden Goal“ im EM-Finale 1996 verändert hatte.

Der Joker war mit einem einzigen Schuss zum europäischen Starspieler geworden. Weil er danach die vielen Anfragen nicht mehr alle beantworten konnte, unterschrieb Bierhoff einen persönlichen Vertrag mit einer großen Agentur und wurde zu einer bedeutenden Werbefigur mit entsprechenden Mehreinnahmen.

Inzwischen ist Bierhoff 53 Jahre alt, benötigt zum Lesen eine Brille und managt seit 18 Jahren jene Nationalmannschaft, für die er einst stürmte. Und er ist DFB-Geschäftsführer mit fast 200 Mitarbeiter:innen. In diesem Sommer wird an der alten Galopprennbahn der neue, 15 Hektar große Campus eröffnet, den es ohne seinen Erfinder Bierhoff nicht geben würde.

Aber nach zwei verkorksten Turnieren ist die Kritik an Bierhoff auch gewachsen. Auch von FR-Redakteur Müller wurde er mehrfach hart angegangen. Bierhoff kann austeilen, verfügt aber auch über Nehmerqualitäten.

25 Jahre nach dem anderthalbstündigen Gespräch in der Lobby sitzt er im Garten des Kempinski Hotels zum Interview. Aus der veranschlagten halben Stunde werden 40 Minuten. Dann muss er dringend weiter.

Er ist ein bisschen genervt, weniger von den Fragen, als vielmehr davon, dass es im Dickbauchschiff DFB nicht immer so schnell vorangeht, wie er sich das vorstellt. Aber immerhin gibt es endlich einen neuen Präsidenten, über den er sich lobend äußert: „Er wirkt sehr besonnen, sympathisch und wie jemand, der Menschen zusammenbringen kann.“

Und er freut sich über den baldigen Einzug in den 150 Millionen Euro teuren Neubau. Gemeinsam mit dem WM-Titel 2014 eine Art Lebenswerk, „auf dass ich ein bisschen stolz sein kann“. Er will, dass dort viel Leben in die Bude kommt und sich der DFB auch nach außen mehr öffnet.

Herr Bierhoff, wie gefällt Ihnen der neue Wirtschaftsminister Robert Habeck?

Da muss ich schmunzeln.

Weil er ein Grüner ist, der jetzt einen Pakt mit Katar eingeht?

Auch am aktuellen Agieren der Grünen kann man im Moment gut erkennen, dass es für einen Politiker etwas anderes ist, ob er in der Opposition sitzt oder Verantwortung übernehmen muss. Das war ja auch bei Joschka Fischer und Otto Schily recht auffällig.

Macht Habeck seinen Job gut?

Er muss jetzt Kompromisse eingehen und auch unangenehme Entscheidungen treffen. Er geht sein Amt verantwortungsvoll und engagiert an. Ich finde das positiv.

Habeck war ja gerade vor Ort in Katar, um dort neue Gasverträge mit dem Emirat voranzutreiben, weil Deutschland unabhängiger von Russland werden soll. Er war, wie er sagte, überrascht, dass die Scheichs offen für Fragen der Menschenrechte gewesen seien. Wie haben Sie es erlebt bei Ihren Besuchen in Katar?

Ich habe unter anderen mit dem deutschen Botschafter in Doha gesprochen, der mir bestätigt hat, wie wichtig Katar als Wirtschaftspartner für Deutschland ist. Trotz der Dringlichkeit in der Frage der Energiezufuhr aus Katar sollten wir aber auch künftig nicht versäumen, weiter auf die Einhaltung der Menschenrechte hinzuweisen. Vielleicht können der deutsche Fußball und die deutsche Politik auch in dieser wichtigen Frage Hand in Hand agieren, indem wir die Aufmerksamkeit einer Fußball-WM nutzen, um Prozesse in Katar weiter voranzutreiben.

Ihr Vater war Topmanager beim Energieversorger RWE. Sie kennen sich also gut aus, was Fragen der Energie angeht. Was halten Sie von der angestrebten Energiewende?

Sie ist absolut notwendig. Es gibt nur einen Planeten Erde. Wir müssen die Energiewende konsequent angehen, sonst kommt nicht die nötige Bewegung in dieses wichtige Zukunftsthema. Deutschland muss in größerem Umfang als bislang bereit dazu sein, dass Stromtrassen durchs Land gebaut und Windräder installiert werden.

Andere Länder setzen weiterhin auf Kernkraft. Was halten Sie davon?

Wir haben es hierzulande versäumt, zumindest intensiver darüber zu diskutieren, ob wir zugunsten der Natur nicht einen klügeren Mix aus Atomausstieg und Kohleenergie hätten finden können. Die Reaktion seinerzeit auf die Reaktor-Katastrophe von Fukushima war möglicherweise eine übereilte und auch populistische.

Ist das ein Thema, über das Sie mit Ihrem Vater intensiv gesprochen haben?

Wir diskutieren ständig. Das ist noch immer sein Lieblingsthema. Er war auch europaweit eng vernetzt und hatte genau diese Themen im Blick. Es steht auch für ihn außer Frage, dass wir die grüne Energie vorantreiben müssen.

Also ist der diplomierte Betriebswirt Oliver Bierhoff gemeinsam mit seinem Vater über die Jahre grüner geworden?

Absolut. Ich mache mir viele Gedanken darüber, wie wir unsere Gesellschaft weiterentwickeln können. Etwa, wie wir die Bau- und Wohnungspreise moderat halten oder senken können, damit wir in unserem wunderbaren Land weiter in Frieden leben können, ohne dass die soziale Ungleichheit weiter zunimmt. Ich sorge mich, dass unsere Städte kein buntes Bild mit gemischten Gesellschaftsschichten mehr abgeben. Weil sie sich das Leben in der Stadt nicht mehr leisten können.

Man hört von vielen Menschen, dass sie Deutschland nicht mehr als das wunderbare Land empfinden, von dem Sie eben gesprochen haben. Legen diese Leute ihre Messlatte zu hoch?

Ich bin ja, vor allem auch durch den Fußball, ein bisschen herumgekommen in der Welt. Und ich stelle immer wieder fest, dass wir vergleichsweise in Wohlstand leben dürfen, mit einem sozialen Absicherungssystem, das in dieser Form nicht viele andere Länder bieten. Ich lebe sehr gerne in Deutschland.

Macht die Politik aktuell grundsätzlich das Richtige?

Mir fällt auf, dass vermehrt die Botschaft ausgesendet wird, wir hätten hier alle miteinander eine Art gesellschaftliche Vollkaskoversicherung. Die gibt es aber doch weder für Gesundheit noch für wirtschaftliche Stabilität. Bei aller staatlicher Fürsorge: Auch wir Bürger müssen immer wieder in die Pflicht genommen werden und entsprechend mit anpacken.

Was die WM 2022 in Katar angeht: 2018 vor und in Russland haben Sie politische Fragen noch nahezu komplett beim Präsidenten abgeladen. Inzwischen klingt es so, als nähmen Sie sich persönlich und auch die Mannschaft mehr in die Verantwortung?

Ja, das stimmt, obwohl wir auch in Russland nicht die Augen vor Missständen verschlossen haben. Unser Ziel ist es, bis zum WM-Start im November unseren Spielern zunehmend mehr Informationen zukommen zu lassen, sich mit der Situation in Katar zu beschäftigen und sich eine Meinung zu bilden. Wir wollen die Diskussion anregen.

2005 anlässlich eines Länderspiels in Leipzig wollte die Sportliche Leitung mit den Nationalspielern einen Spaziergang zur Nikolaikirche machen, eine der Keimzellen des Mauerfalls 1989. Am Ende gingen Bundestrainer Jürgen Klinsmann, Sie und noch ein paar Betreuer ohne einen einzigen Spieler los. Die hatten offenbar kein Interesse an deutscher Geschichte. Wäre das heute anders?

Das Interesse an gesellschaftlichen und politischen Themen ist nicht bei jedem Spieler gleich stark ausgeprägt. Das ist in jeder Gruppe von Menschen der Fall. Aber wir haben viele Spieler dabei, die solche Informationsabende wie den Austausch mit Human Rights Watch und Amnesty International zur Lage in Katar schätzen und darüber reflektieren.

Haben Sie Furcht, dass die ständigen politischen Fragen der Medien die Spieler vom Kernziel WM-Titel, ablenken?

Meine Erfahrung ist, dass die Diskussion von Themen abseits des Sportlichen den Fußball schon zeitweilig überlagern kann. Vor der WM 2018 etwa war es unheimlich schwer, intern eine Begeisterung für die Weltmeisterschaft zu wecken.

Was heißt das für 2022?

Zur Person

Oliver Bierhof f galt nach Stationen bei Bayer Uerdingen, dem Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach schon als gescheitertes Talent. Dann startete der Spätentwickler bei Austria Salzburg und als Profi in Italien durch, schoss Deutschland zum EM-Titel 1996 und wurde Torschützenkönig mit dem AC Mailand.

Nebenbei baute der klassische Strafraumstürmer im Fernstudium sein BWL-Diplom, wurde 2004 erster echter Manager der Nationalmannschaft überhaupt und trieb Sponsoring, Markenbildung, Talentförderung und Neubau in Frankfurt mit einer Stringenz voran, die man so im DFB nicht kannte.

Der 53-Jährige wohnt mit Frau und Tochter am Starnberger See. jcm

Wir müssen aufpassen, dass wir uns den wichtigen und nötigen politischen Debatten nicht verschließen, aber gleichzeitig auch eine innere Euphorie wecken, die aus dem Team heraus entsteht.

Haben Sie bei Ihren Besuchen in Katar die Möglichkeit gehabt, in Winkel zu schauen, die Franz Beckenbauer verborgen blieben, als er sagte: „Ich habe nicht einen Sklaven in Katar gesehen“?

Ich habe mir von Nichtregierungsorganisationen beschreiben lassen, was wir wahrscheinlich nie zu sehen bekommen werden. Und ich habe mich bei der International Labour Organisation objektiv über die aktuelle Faktenlage informiert. In Südafrika oder Brasilien war es möglich, Townships und Favelas zu besuchen, um unmittelbar zu erfahren, wie die Menschen dort leben und wie man ihnen im Rahmen der eigenen Möglichkeiten möglicherweise helfen kann. In Katar habe ich bis jetzt nur schöne Stadien, Trainingsplätze und Hotels zu sehen bekommen. Ich bin nicht optimistisch, dass wir noch tiefere Einblicke gewährt bekommen.

Man sieht dort einen Ausschnitt der 250 000 Menschen, die über vergleichbar sehr viel Geld verfügen – und die im Schatten, die fast zwei Millionen Lohnknechte, die sieht man nicht?

Jedenfalls kommt man nicht derart mit den Menschen ins Gespräch, wie das etwa in Russland möglich war. Wir haben in Brasilien und Südafrika sehr viel mit den Kommunen vor Ort zusammengearbeitet, in Katar spreche ich bislang vornehmlich mit Fifa-Verantwortlichen und den Organisatoren.

Stichwort Russland: 2018 haben Sie die WM von hinten gedacht, um lange Reisen zu vermeiden, und haben im gefürchteten Watutinki vor den Toren Moskaus Quartier bezogen statt im schönen Sotschi am Schwarzen Meer. War das im Rückblick ein entscheidender Fehler?

Es ist eine Legende, dass Sotschi überhaupt eine Alternative war. Wir hätten dort keinen Trainingsplatz zur Verfügung gestellt bekommen. Aber natürlich ist die Wahl des richtigen Quartiers ein wichtiger Baustein für ein erfolgreiches Turnier. Hansi Flick und ich stimmen uns mit Blick auf die WM auch in diesem Punkt ganz eng ab.

Es gibt für Katar zwei Alternativen. Eine ist etwas mehr als hundert Kilometer von der Hauptstadt Doha entfernt, wo fast alle Spiele stattfinden. Warum so weit weg?

Während der WM wird sich der Verkehr in der Hauptstadt Doha ballen. Unter anderem wird eine der Hauptverkehrsadern für die Fanmeile geschlossen. Uns wurde schon angekündigt: Für Strecken, für die man sonst 15 Minuten benötigen würde, dauert die Fahrt während der WM eine Stunde. Also wäre es nicht unbedingt ein Vorteil, in Doha zu bleiben. Und ein großer Hotelkomplex in der Stadt mit Fenstern, die man nicht öffnen kann, kam für uns nie in Frage.

Also spricht viel für die wunderschöne Herberge am Meer abseits der Hauptstadt?

Wir können uns erst nach der Auslosung am 1. April final entscheiden. Aber sollte es das von Ihnen beschriebene Hotel werden, wären wir dort sehr schnell an den Trainingsplätzen und kämen – ähnlich wie in Brasilien im Campo Bahia – nach den Spielen immer wieder zurück in eine Oase der Ruhe. Eine Stunde Fahrt in die Stadt am Tag vor dem Spiel wäre kein Problem. Sondern eher jedes Mal eine Art Aufbruch.

Die Spieler waren vor allem bei der EM 2016 unzufrieden mit den langen Anfahrten vom Genfer See zum Flughafen über viele kleine Kreisverkehre. Hatten die recht oder waren die Ansprüche zu hoch?

Ich glaube, rückblickend war 2016 schon ein Vorgeschmack auf 2018. Da wurden von außen viele Kleinigkeiten, die eigentlich harmlos waren, zum Problem gemacht. Ich habe es schon damals nicht verstanden, dass es an einer guten Stunde Fahrstrecke zum Flughafen etwas zu kritisieren gab.

Eine längere Anreise hatten Sie beim Titelgewinn in Brasilien ja auch, dazu noch die Überfahrt mit der Fähre.

Hundertprozentig perfekte Bedingungen sind schlicht nicht immer möglich. Sie sind aber auch gar nicht nötig, um hundert Prozent Leistung zu bringen.

Der DFB hat zuletzt in der öffentlichen Wahrnehmung weniger als zehn Prozent Leistung gebracht. Der Verband wurde in seiner Beliebtheit nahezu komplett abgewirtschaftet. Sehen Sie das auch so wie mehr als 90 Prozent der Befragten?

Es steht außer Zweifel, dass der DFB zuletzt kein gutes Außenbild abgegeben hat. Diese öffentliche Wahrnehmung ärgert mich sehr, weil wir operativ sehr gut gearbeitet haben. Denn wir haben es in der frühen Corona-Phase geschafft, mit einem vorbildlichen Hygienekonzept den Spielbetrieb wieder zu ermöglichen, wir haben die Länderspiele durchgezogen und keine einzige Mitarbeiterin oder Mitarbeiter entlassen müssen, wir haben digitale Angebote geschaffen, auch in der Talentförderung. Es ist also im Hauptamt auch in der Krise sehr gut gearbeitet worden, aber unser Außenbild hat vor allem durch Vorgänge an der Spitze Schaden genommen. Hinzu kam, dass wir zwischenzeitlich mit der Nationalmannschaft nicht konstant gute Ergebnisse eingefahren haben. Wir haben also einiges aufzuarbeiten, alle miteinander.

Was erhoffen Sie sich vom neuen Mediendirektor Steffen Simon, der ja ein bekanntes Gesicht ist? Haben Sie ihn selbst mit ausgesucht?

Nein, ich war in die Entscheidung nicht mit einbezogen. Aber ich finde sie sehr passend, nicht nur wegen seiner langjährigen Erfahrung als Journalist. Sondern auch deshalb, weil er es in einem sicherlich auch nicht unpolitischen Apparat wie dem WDR geschafft hat, seinen Verantwortungsbereich gut aufzustellen und moderne Strukturen zu schaffen. Das ist im DFB jetzt auch gefragt.

Sie suchen sich ja gerade Ihren Pressesprecher für die Nationalmannschaft aus, nachdem Jens Grittner ausscheidet. Wer wird es?

Kann ich noch nicht sagen. Wir wollen in den nächsten zwei, drei Monaten Klarheit haben. Gleichzeitig freue ich mich, dass Jens Grittner, der ein Jahrzehnt lang fester Bestandteil unseres Teams war, dem DFB in anderer leitender Funktion erhalten bleibt.

Ist die Personalie wichtig?

Sie ist enorm wichtig, denn die Nationalmannschaft ist sowohl für die Atmosphäre im Verband als auch für die Einnahmen, die unter anderem für die Nachwuchsförderung und die vielfältige Arbeit an der Basis benötigt werden, von großer Bedeutung. Bei den vielen Themen, die den DFB beschäftigen, ist es wichtig, dass der Pressesprecher sich künftig zu einhundert Prozent um die Nationalmannschaft kümmern kann. Denn wir sind die Mannschaft, die für den DFB den größten Umsatz erwirtschaftet und für die größte Begeisterung sorgen kann.

Sie selbst haben die Nationalmannschaft im Herbst 2013 mal als „vierte Macht im Staate“ bezeichnet. War das zu dick aufgetragen?

Ich habe auch mehrfach vom „letzten Lagerfeuer der Nation“ gesprochen …

… hmm, das funzelte aber zwischenzeitlich kaum noch …

Im Rückblick räume ich ein: Die Behauptung von der „vierten Macht“ war ein bisschen zu dick aufgetragen. Ich muss aber hinzufügen: Ich provoziere manchmal auch intern ganz gerne, um Dinge anzustoßen. Und grundsätzlich hat die Nationalmannschaft eine hohe gesellschaftliche Bedeutung für Deutschland, die weit über die Verantwortung hinausgeht, gut Fußball zu spielen. Ich habe mir seinerzeit gesagt: Wenn Uli Hoeneß für den FC Bayern poltern darf, darf ich auch für die Nationalmannschaft trommeln. Das gehört auch zu meiner Rolle. Mir war schon klar, dass ich dafür hinterher auch mal auf die Schnauze bekommen könnte.

2014 sind Sie dann allerdings Weltmeister geworden. Da stimmte das mit der vierten Macht ja sogar fast. Und es gab nichts auf die Schnauze.

Und doch ist es meistens so: Wenn man bewusst provoziert, gibt es in der Regel auch einen Schlag zurück. Den muss man dann aushalten. Das kann ich.

Können Sie nachvollziehen, dass Fans und Medien Sie oft kritisch sehen als den Mann, der die Kommerzialisierung der „Mannschaft“ zu weit getrieben hat?

Ob es den Begriff „die Mannschaft“ betrifft, oder die Aussage von der „vierten Macht“, oder das vielzitierte Lagerfeuer: Das alles sollte nie erdrückend wirken oder aufgesetzt. Sondern die Bedeutung der Nationalmannschaft widerspiegeln. Manchmal war das von mir vielleicht etwas zugespitzt. Aber zu einem stehe ich ganz bewusst: Die Vermarktung der Nationalmannschaft ist notwendig, weil der Verband dieses Geld für die Fußballentwicklung an der Basis benötigt, damit er seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden kann.

Interview: Jan Christian Müller

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