Manuel Schäffler.
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Manuel Schäffler.

Zweite Bundesliga

Wenn Nasen Punkte kosten

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Der SV Wehen Wiesbaden verliert in Regensburg, weil sie bei knappen Abseitsentscheidungen kein Glück haben.

Es lässt sich nicht behaupten, Manuel Schäffler hätte einen übergroßen Zinken zwischen den Augen. Nein, wirklich nicht, im Grunde hat Schäffler sogar eine allzu alltägliche Nase, kaum jemand würde den Stürmer des SV Wehen Wiesbaden jedenfalls sofort mit jenem äußerlichen Merkmal beschreiben. Eher schon springen einem da der muskulöse Oberkörper oder die tätowierten Arme ins Auge. Und dennoch spielte die Nase von Manuel Schäffler am Samstag bei der 0:1 (0:0)-Niederlage des hessischen Zweitligisten bei Jahn Regensburg eine nicht unwesentliche Rolle. Um genau zu sein, sogar nur deren vorderer Teil. Schäffler nämlich fand sich „nach Auffassung des Videoassistenten eine halbe Nasenspitze im Abseits“.

Diese Worte stammen aus dem Bericht der SVWW-Presseabteilung und beschreiben jene Szene nach 16 Spielminuten ziemlich treffend. Denn Schäffler, mit zwölf Toren Zweitbester in dieser Kategorie in Liga zwei, hatte mal wieder seinen Riecher bewiesen, er war durchgestartet, bekam den Ball in den Lauf gepasst und vollendete zum vermeintlichen 1:0. Jubel, Trubel, Heiterkeit und ein Schiedsrichter, Alexander Sather, der sich ans Ohr griff. Die Aktion wurde überprüft, die kalibrierte Linie angelegt und Schäffler für knapp im Abseits stehend befunden. „Knapp ist das Stichwort“, sagte daher auch der Wehen Wiesbadener Trainer Rüdiger Rehm hinterher: „Wir waren einmal knapp vor der Abseitslinie und Regensburg knapp dahinter. Das war entscheidend.“

Nachdem die Gäste in der ersten Hälfte zusätzlich zum nicht gegebenem Tor von Schäffler weitere gute Gelegenheiten zur eigentlich verdienten Führung ausließen, sollte sich das folgend rächen. Der Ex-Frankfurter Max Besuschkow in Diensten von Regensburg steckte exzellent durch, Andreas Albers hielt seine Nasenspitze zurück, stand damit nicht im Abseits und legte uneigennützig auf Siegtorschütze Erik Wekesser quer (52.). „Uns fehlt im Moment das Quäntchen Glück. Das müssen wir uns verdienen und dafür werden wir hart arbeiten“, sagte Trainer Rehm. Vom 0:1 erholten sich die Hessen nur mühsam, erst in der letzten Minute der Nachspielzeit vergaben sie ihre beste Ausgleichschance. Törles Knöll, wie sollte es an diesem Tag auch anders sein, schoss knapp daneben, um nicht viel mehr als eine halbe Nasenspitze rollte der Ball am Pfosten vorbei.

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