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Wenn Aki Watzke den Klingelton ändert

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Von: Thomas Kilchenstein

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Ein Kessel Buntes: Die Bundesliga legt wieder los, und die FR weiß, was bis Mai passieren wird.
Ein Kessel Buntes: Die Bundesliga legt wieder los, und die FR weiß, was bis Mai passieren wird. © Christian Charisius/dpa

Hurra, der Ball rollt wieder - und die FR hat nach einem scharfen Blick in die Glaskugel erfahren, wie es ausgeht.

15. Spieltag

Der Heiland lässt sich sehen, ist in vier Stadien gleichzeitig, halt, es ist doch nur Rudi Völler. Watzke jubelt, ein Meilenstein für Deutschland, und die Frauenquote ist erfüllt - Tante Käthe, höhöhö. Der neue Berliner Megasuper-Investor, die Private-Equity-Gesellschaft 777 Partners, kommt nach einem 0:5 beim VfL Bochum ins Grübeln: Wollten wir wirklich in diesem komischen Soccer-Geschäft bleiben? Bobic beschwichtigt, spricht von einem Ausrutscher. Füllkrug schießt beide Bremer Tore zum 2:0 in Köln, Flick grübelt: Hätte ich den etwa doch bringen sollen? Frankfurt verliert 0:1 gegen Schalke, 95 Prozent Ballbesitz, 34:2 Torschüsse, 22:1 Ecken. Hurra, die Diva ist zurück. „Alle Spiele, alle Tore“ beginnt erstmals mit Verspätung, Nachspielzeit bei Union 32 Minuten, es bleibt beim 0:0.

17. Spieltag

Bayern sucht einen Torwart. Yann Sommer hat sich im ersten Spiel verletzt. Leno sagt ab.

18. Spieltag

Bayern vertraut Ulreich - trotz 0:3 gegen Frankfurt. Kahn frühmorgens an der Säbener Straße - in Trainingsklamotten. Habe zugenommen, sagt er. Xabi Alono erklärt 3:4-Schlappe gegen Dortmund dreisprachig, „Queremos play the tiefen Ball into the box, caramba“. Der Heiland wieder überall. Watzke ändert seinen Klingelton („Es gibt nur ein Rudi Völler...“). Reus wechselt nach Saudi-Arabien, neue Kultur kennenlernen, ach ja und Sprache.

19. Spieltag

Lloris sagt Bayern ab. Frankfurt schlägt Hertha wolkenkratzerhoch, Kolo Muani schießt vier Tore, hat Chancen für zehn. 777 meldet Gesprächsbedarf an, Bobic beschwichtigt. Aus New York, Lars Windhorst feixt. Eberl verpasst Spitzenspiel beim BVB, er war aus alter Gewohnheit zum Bökelberg gefahren. Axel Hellmann macht die Bundesliga zur digitalsten Liga weltweit. Götze kommt mit zwei Ballberührung aus, legt Kolo Muani drei Tore auf.

20. Spieltag

Hradecky sagt Bayern ab. 777 will alle Anteile an Hertha verkaufen, schnellstmöglich. Bayern sucht einen Torwart, obwohl man größtes Vertrauen in Ulreich setzt, Xabi Alonso spricht nur noch spanisch und englisch, das 0:4 in Hoffenheim verbietet deutsch. Süle fällt aus. Diätkur hat ihn geschwächt. Füllkrug trifft nach Belieben, Flick ist sich fast sicher, er hätte ihn bringen müssen, oder? Der Heiland verdreht die Augen. Er habe damals Jancker nehmen müssen. Und Ramelow.

22. Spieltag

Der SC Freiburg sagt Spiel gegen Leverkusen ab, Ginter, Höler, Petersen haben sich festgeklebt, Streich solidarisiert sich, esch gibt wichtigeres wie zu kicke, sagt er. Heiland Völler trifft sich mit C. Relotius (FC Jung von Matt), man brauche einen griffigen Slogan, Wahrheit zweitrangig. Bayern gegen Union, Siegtor zum 5:4 fällt in Minute 143. Oliver Glasner eröffnet E-Roller-Fahrschule, läuft nicht gut.

23. Spieltag

A. Hellmann gewinnt überraschend OB-Wahl in Frankfurt - ohne Kandidat gewesen zu sein, er nehme die Wahl trotzdem an, sagt er, natürlich. Füllkrug erzielt seinen 30. Saisontreffer. Flick ist sich fast sicher. Süle trägt inzwischen Trikotgröße S. Eberl freut sich über Gladbacher Sieg, will aus alter Verbundenheit den halben Fohlenstall plus ein paar Scouts nach Sachsen holen. Leverkusen geht 0:3 gegen Hertha ein, Xabi Alonso verlangt: Spanisch ist Kabinensprache. Neuer erleidet in Reha Rückschlag, rutscht aus, bricht sich die Hand, sagt, er werde bald wieder im Tor stehen, besser denn je.

24. Spieltag

Hellmann zieht für die DFL 50-Milliarden-Vertrag an Land, Watzke ändert seinen Klingelton („Im Herzen von Europa...“), Rummenigge und Hoeneß platzen vor Neid. Süle nur noch Haut und Knochen. Leverkusen unterliegt Bremen 0:3 (zwei Füllkrug-Tore, Flick denkt....), Xabi Alonso will gar nichts mehr sagen. Bayer fragt den Heiland, ob er sich vorstellen könnte, womöglich auszuhelfen, vielleicht als Trainer. Eintracht Frankfurt spielt im Viertelfinale gegen Paris St. Germain, der Eiffelturm leuchtet rot-schwarz, im Louvre tagt die Frankfurter Botschaft. 777 verkauft in Berlin alle Anteile an 4711, Bobic strahlt.

26. Spieltag

Thomas Müller („spielt immer“) wechselt nach Saudi-Arabien, nachdem ihn Flick nicht spielen ließ. DFB-Elf verliert 1:4 in Mazedonien, hätt ich doch nur den Füllkrug mitgenommen. Der Heiland kann auch zornig, zetert mit Obergurus: „Scheißdreck“, „noch einen tieferen Tiefpunkt“. Donnarumma sagt Bayern ab, man setze ja auf Ulreich. Bayern rutscht nach 1:4 in Dortmund auf Platz drei ab. Reis, Labbadia und Kovac tauschen die Klubs, kaum einer merkt es. Schalke zieht freiwillig zurück. Götze spielt jeden Ball direkt. Warum? Weil er es kann.

27. Spieltag

Eintracht unterliegt in Leverkusen, manche noch mit Fahne. Zuvor 4:0 bei PSG gewonnen, 40 000 Eintracht-Fans, alle in weiß im Prinzenpark, bête blanche, schreibt L’Equipe. Aufsichtsratsboss Holzer verspricht: Werde das Halbfinale erreicht, kaufe er die Frankfurter Rundschau. Xabi Alonso bleibt stumm, Neuer erleidet Gehirnerschütterung, betont, er werde stärker zurückkommen.

30. Spieltag

Kruse, Hummels, Gnabry, Nkunku wechseln nach Saudi-Arabien. Heiland wird Bundestrainer, ein bisschen die Hand auflegen. Eberl schlägt vor, RB in Borussia umzutaufen, klinge freundlicher. Alisson Becker sagt Bayern ab. Vertrauen in Ulreich sei groß, Sommer beginnt mit Lauftraining, Neuer nur noch mit Gips am Arm, Genesung verlaufe plangemäß.

32. Spieltag

Freiburg bekommt acht Punkte abgezogen, wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses (siehe 22. Spieltag). Hertha holt Punkt in Köln, der erste seit 4711 für 32,5 Millionen alle Anteile gekauft hat. Bobic zufrieden. Süle bekommt Infusionen, wiegt nur noch 65 Kilo. Holzer kauft die Frankfurter Rundschau, für einen symbolischen Euro.

34. Spieltag

Sommer steht im Tor, Ulreich schmollt, will weg, nie habe ihm der Klub das Vertrauen ausgesprochen. Füllkrug wechselt nach Saudi-Arabien. Der Heiland tritt auf sanften Duck von oben von allen Ämtern zurück, Klopp übernimmt beim DFB, zweite Liga England wolle er sich nicht antun. Meisterschaft noch nicht entschieden, im letzten Spiel läuft noch die Nachspielzeit. Hellmann lässt Römer-Balkon vergrößern, ein Frankfurter OB braucht Raum, stockt die Liga auf 24 Mannschaften auf - „für die Traditionsklubs“, beendet den VAR und den Ukraine-Krieg, stoppt die Erderwärmung, rettet das Klima, sagt, die Hälfte seiner Arbeitszeit widme er aber weiterhin Eintracht Frankfurt. Die kommen ins Champions-League-Finale. Holzer wird Chefredakteur.

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