1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball

Wenig Spielraum für den 1. FC Köln

Erstellt:

Von: Andreas Morbach

Kommentare

Liebe auf Zeit: Stürmer Anthony Modeste (links) und Trainer Steffen Baumgart.
Liebe auf Zeit: Stürmer Anthony Modeste (links) und Trainer Steffen Baumgart. © IMAGO/Laci Perenyi

Der Bundesliga-Check, Teil 16: 1. FC Köln Die Domstädter müssen sparen und wollen trotzdem siegen - und das gleich auf drei Hochzeiten

Das Gefühl, dass es zwischen Steffen Baumgart und dem 1. FC Köln passen könnte, setzte im Grunde schon mit der Vertragsunterzeichnung im Mai 2021 ein. Die Premierensaison des früheren Stürmers im Rheinland bestätigte diesen Eindruck dann: Als Bank-Chef brachte er den lange Jahre zaghaften Geißböcken wieder flanken, köpfen und gezieltes Offensivspiel bei. Am Ende sprang für den Beinahe-Absteiger der Vorsaison Rang sieben und die Teilnahme an den Playoffs zur Conference League heraus. Baumgarts zweite Saison im Kölner Grüngürtel wird nun zur Nagelprobe.

Wie stark ist der Kader?

Der Wechsel von Mittelfeldspieler Salih Özcan nach Dortmund ist ein herber Verlust – ihn gleichwertig zu ersetzen, dürfte kaum möglich sein. Neuzugänge wie Steffen Tigges (23), Eric Martel (20) oder Denis Huseinbasic (21) sollen die Mannschaft vor allem mittelfristig verstärken. Große Erwartungen – und das direkt – verknüpft Baumgart dagegen mit dem Dänen Kristian Pedersen. Der 27-Jährige kam ablösefrei aus Birmingham und soll auf der linken Abwehrseite als Alternative zu Kapitän Jonas Hector fungieren.

Worauf steht der Trainer?

Auf Angriffsfußball – und den will Steffen Baumgart nach der gelungenen Vorsaison weiter entwickeln. „Ich habe das Gefühl, dass wir wesentlich weiter sind als zu Beginn der letzten Saison“, lobt der 50-Jährige sein fortschrittliches Team, betont aber auch: „Wir sind ja kein Geheimnis, der Gegner weiß, wo wir hinwollen. Also muss vieles schneller, klarer und deutlicher werden.“

Wo hapert es noch?

Die größten Einschränkungen beschert den Kölnern das eigene Bankkonto. Und dieser Zustand wird noch eine Weile andauern – schließlich musste der Geißbockklub während der Corona-Pandemie einen Umsatzverlust von 85 Millionen Euro verkraften. „Uns fehlt ein bisschen Geld in der Kasse“, sagt Präsident Werner Wolf und nennt die wirtschaftliche Stabilisierung das „Hauptthema“ des Vereins. Damit der sich in zwei Jahren wieder frei bewegen könne.

Wer sticht heraus?

Anthony Modeste (34). Mit 20 Treffern war der Franzose in der vergangenen Saison der mit Abstand beste Torschütze der Kölner. Anfang Juli erwähnte Publikumsliebling Modeste (sein Arbeitspapier läuft 2023 aus) allerdings vielsagend, er habe nur eine Karriere, um Titel zu gewinnen – und auch um Geld zu verdienen. Der FC seinerseits will mit den Vertragsverhandlungen bis zum Herbst warten – um die eigenen wirtschaftlichen Möglichkeiten besser einschätzen zu können.

Was ist drin?

Die größte Herausforderung wird neben dem strikten Sparkurs der für die Kölner ungewohnte Tanz auf drei Hochzeiten. Erstmals seit 2017 spielen sie wieder auf europäischer Bühne vor, in der zweiten Augusthälfte soll der Sprung in die Gruppenphase der europäisch drittklassigen Conference League gelingen. Für diesen Fall warnt Routinier Mark Uth (30) schon mal vor, die wenigsten aus dem Team hätten in ihrer Karriere schon mal im Drei-Tage-Rhythmus gespielt, damit müsse die Mannschaft erst mal klarkommen. Auch angesichts dieses sportlichen Spagats wäre ein erneuter einstelliger Tabellenplatz in der Liga ein beachtlicher Erfolg.

Tipptabelle Köln
Tipptabelle Köln © FR

Auch interessant

Kommentare