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Nimmt kein Blatt vor den Mund: Rüdiger Rehm.

SV Wehen Wiesbaden

SV Wehen Wiesbaden: Der Glaube an die Wende

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Der SV Wehen Wiesbaden ist noch ohne Saisonsieg, Trainer Rüdiger Rehm hat sein Team aber längst nicht aufgegeben. Nun trifft es auf den VfL Osnabrück.

Rüdiger Rehm ist definitiv ein Fußballtrainer, der sagt, was er denkt. Der während der Spiele seiner Mannschaft selten ruhig auf seiner Bank herumlümmelt, sondern stattdessen wild gestikulierend an der Seitenlinie nahezu all seine Gedanken munter herausschreit. Der auch bei den sich anschließenden Analysen kein Blatt vor den Mund nimmt, sondern sowohl Gutes als auch Schlechtes ohne große Umschweife den dafür dankbaren Reportern in die Blöcke notiert.

Das Blöde für Rehm: Im bisherigen Saisonverlauf war schon viel Schlechtes darunter. Denn seine Mannschaft, der Zweitligist SV Wehen Wiesbaden, spielt bisher eine enttäuschende Runde. Der Aufsteiger wirkt nach sieben absolvierten Partien wie ein Absteiger. Er ist noch immer ohne Sieg, überhaupt holte er erst ein Pünktchen, weist auch die mit Abstand mieseste Tordifferenz aller 18 Klubs auf (minus 14).

Die aktuellen Zahlen, das ist offensichtlich, sprechen nicht dafür, dass die Wehener am Saisonende tatsächlich den Klassenerhalt packen könnten. Das weiß auch Rehm, und tat vor dem heutigen, so immens wichtigen Heimspiel gegen Mitaufsteiger VfL Osnabrück (18.30 Uhr) das, was er immer tut. Er arbeitete das Zurückliegende mit deutlichen Worten auf und zeichnete sich für das Bevorstehende als Positivdenker aus: „Natürlich sind wir mental angeknackst. Wir hatten viele Momente, wo wir nah dran waren. Jetzt geht es darum, weiter daran zu glauben und uns diesen Moment zu erarbeiten“, sagte der 40-Jährige.

Gemeint ist, dass sich die Wehener Spieler zwar ihrer diffizilen Lage bewusst sein sollten, sich von ihr aber nicht allzu sehr herunterziehen lassen. Denn ohne Glaube an sich selbst, den Klassenerhalt trotz dieses Fehlstarts schaffen zu können, wird es sowieso nichts. Also attestierte Einpeitscher Rehm seiner Mannschaft alsbald auch eine hervorragende Trainingswoche. „Wir hatten eine gute, konzentrierte Stimmung. Das gibt mir den Glauben, dass wir aus dieser Situation wieder heraus kommen.“

Desaströse Heimbilanz

Die Situation war vor allem im eigenen Stadion bisher eine wenig erbauliche. 1:2 gegen Karlsruhe, 0:3 gegen Hannover, 0:5 gegen Regensburg und zuletzt 2:5 gegen Bielefeld – heftige Nackenschläge, deren Klatscher weithin hörbar waren. Immerhin gelang gegen den kommenden Gegner, die achtplatzierten Osnabrücker, im Mai der bisher letzte Heimsieg in einem Pflichtspiel (1:0), der den Wehenern in die Relegationsspiele verhalf. Zudem hat Rehm personell wieder ein bisschen mehr Auswahl zur Verfügung, Jeremias Lorch, Nicklas Shipnoski und Neuzugang Törles Knöll sind einsatzfähig. Es fehlt lediglich der gesperrte und sowieso wegen einer Gehirnerschütterung pausierende Innenverteidiger Benedikt Röcker.

„Wir müssen an das Gefühl denken, wie es ist, wenn wir das Spiel gewonnen haben, anstatt an das Negative“, sagt Offensivspieler Maximilian Dittgen – ganz offenbar ein Mann, der die Worte seines Chefs zu hundert Prozent verinnerlicht hat.

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