+
Nach elf Minuten eingewechselt, nach 35 mit dem entscheidenden 1:0: Patrick Schönfeld (re.) jubelt gemeinsam mit Moritz Kuhn.

Wehen Wiesbaden

Bereit für den letzten Schritt

  • schließen

Drittligist Wehen Wiesbaden sichert Platz drei ab und spielt in der Relegation um den Aufstieg.

Wer Trainer Rüdiger Rehm wenigen Sekunden nach dem Abpfiff fixierte, der wurde ganz sicher auf eine falsche Fährte gelockt. Da frustete ein Mann mit jeder Faser seines drahtigen Körpers sein Dasein, da war jemand ziemlich verärgert über das gerade Geschehene auf dem Rasen. Rehm fluchte, schimpfte, knallte sich seine Handfläche gegen die Stirn. Und das obwohl seine Mannschaft, der SV Wehen Wiesbaden, gerade ein spannendes Spiel, dazu gegen den Tabellenführer und bereits feststehenden Meister VfL Osnabrück, mit 1:0 (1:0) für sich entschieden und damit den dritten Rang in der dritten Liga perfekt gemacht hatte.

Was Rüdiger Rehm so verärgert hatte, waren die ausgelassenen Torchancen seiner Mannschaft in den Schlusssequenzen der Partie. Erst Manuel Schäffler, dann Agyemang Diawusie, schließlich wenige Sekunden vor dem finalen Pfiff Marcel Titsch Rivero. Das sei ein bisschen leichtfertig gewesen, ließ Rehm später verlauten, da längst wieder mit einem breiten Grinsen im Gesicht, „aber ich bin sehr glücklich, wie meine Mannschaft insgesamt aufgetreten ist. Wir hatten eine gewisse Drucksituation, das haben wir hervorragend gemeistert.“

Heimspiel am 24. Mai

Vor dem Duell mit Osnabrück hatten die Wehener bei noch zwei ausstehenden Spieltagen vier Punkte Rückstand auf den Karlsruher SC und vier Zähler Vorsprung auf Halle. Nach der Partie hatte sich daran nichts geändert. Heißt: Platz zwei geht sicher an den KSC (siehe Artikel oben), Platz drei ist dem SVWW nicht mehr zu nehmen. Am 24. und 28. Mai, zuerst im eigenen Stadion, dann auswärts, stehen für die hessischen Landeshauptstädter bald die Relegationsspiele gegen das drittschlechteste Team der zweiten Liga an. „Wir freuen uns auf intensive, tolle Duelle. Das sind Spiele, bei denen es um alles geht, die den Fußball ausmachen“, sagte Rehm. Sein Toptorjäger Schäffler ergänzte: „Die Osnabrücker fliegen jetzt zum Feiern nach Malle, wir müssen uns halt einfach weiter fokussieren.“

Vor 7500 Zuschauern gegen Osnabrück war das den Wehener jedenfalls schon einmal gut gelungen. Obwohl die Gäste durch Manuel Farrona Pulido die erste Chance des Spiels besaßen, die Torhüter Markus Kolke stark parierte (9.), waren die Hessen in der Anfangsphase die bessere Mannschaft. Die erste gute Chance vergab Nicklas Shipnoski, als er frei vor dem Tor auftauchte (17.). Noch vor der Pause wurden die Wehener aber für ihren Eifer belohnt. Mittelfeldmann Titsch Rivero zog von der Strafraumgrenze ab, Osnabrücks Torhüter Philipp Kühn ließ nach vorne abprallen, der früh eingewechselte Patrick Schönfeld traf per Nachschuss zur Führung ins Netz (35.). Erst danach schüttelten die VfL-Profis ihren Aufstiegs-Partymarathon aus den Gliedern und spielten richtig mit. Keeper Kolke hielt Wehen mit starken Paraden gegen Benjamin Girth (40.) sowie zweimal Marcos Alvarez (41./45.) aber vorne. „Markus hatte acht Arme, der Osnabrücker Torwart nur sieben“, fasste das Wehener Urgestein Alf Mintzel zusammen. Nach dem Seitenwechsel waren die Gastgeber über weite Strecken wieder besser, verpassten nur mit dem 2:0 eine frühere Entscheidung.

„Wir haben jetzt Platz drei erreicht, mehr aber auch nicht“, sagte Trainer Rehm, dessen Elf kommenden Samstag in Uerdingen noch ein Vorbereitungsspiel unter Wettkampfbedingungen austragen darf. Ein paar Stammkräfte, das ließ Rehm durchblicken, werden dann bestimmt geschont, auch die mit vier Gelben Karten vorbelasteten Profis werden gegen den KFC gewiss nicht zum Einsatz kommen. Ziel sei es, so Rüdiger Rehm, „dass wir für die Relegationsspiele bereit sind, um den letzten Schritt zu gehen und den Gegner in die Knie zu zwingen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion