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Der Wunderheiler: Klaus Eder.
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Der Wunderheiler: Klaus Eder.

Höhle des Löw

Warten auf Meister Eder

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Der Bundestrainer hofft, dass sein Wunderheiler rechtzeitig fit wird. Jogi Löw weiß: Physiotherapeut Klaus Eder ist noch weniger ersetzlich als Manuel Neuer und Jerome Boateng.

Tagelang, wochenlang, monatelang sind die Themen Neuer, Manuel und Boateng, Jerome bis in die tiefste Verwinkelung hinein bearbeitet worden. Jede Minimalbewegung des Torwarts, jede halbe Drehung des Abwehrspielers wird nach wie vor mit maximaler Aufmerksamkeit verfolgt im DFB-Camp in Südtirol. Dabei droht ein viel bedrohlicherer Ausfall für die bevorstehende Weltmeisterschaft, der die fein austarierte Gruppendynamik noch stärker belasten könnte.

Physiotherapeut Klaus Eder erholt sich gerade von den Nachwirkungen einer Bandscheiben-Operation. Erst am 20. Mai ist der 64-Jährige unters Messer gekommen. Die Rückenschmerzen waren zu groß geworden, und eine Eigentherapie mit seinen heilenden Händen ist an dieser Stelle schier unmöglich. Nicht gut.

Eder ist eine Ikone seiner Zunft. In seiner berühmten Praxis in Donaustauf gehen die Größten ihrer Branche ein und aus. Sami Khedira hat bei dem Mann, den sie einen Wunderheiler nennen, geradezu in Windeseile seinen im November 2013 erlittenen Kreuzbandriss überwunden und konnte deshalb die WM 2014 spielen. Dem DFB-Team würde der gute Mann arg fehlen, sollte er nicht rechtzeitig einsatzbereit sein. Es wäre Eders achte Weltmeisterschaft, ebenso oft war der Medizinmann bereits bei Europameisterschaften im Einsatz.

Die „Mittelbayerische Zeitung“ zitiert den Rekordhalter des deutschen Fußballs mit den Worten: „Die Ärzte machen mir Mut.“ Gut für den Physio, dass die gestrenge Fifa, anders als bei den Spielern, keine absolute Deadline – hier: 4. Juni – für die Berufung des medizinischen Kaders gesetzt hat. Die bange Frage lautet jedoch: Wie viel Zeit räumt Joachim Löw Eder zur Gesundung ein? Zwei Wackelkandidaten haben den Bundestrainer zuletzt eine Menge Nerven gekostet, auch wenn er das natürlich hinter Coolness verborgen hat.

Wichtel in der Luft

Gut: Klaus Eder verfügt nachweislich nicht nur über heilende Hände, sondern auch über besonderes Heilfleisch. Unvergessen ist sein Sprint vor knapp fünf Jahren im Spiel gegen Österreich zur gegenüberliegenden Seitenlinie, wo der damalige Nationalspieler Marcel Schmelzer verletzt herumlag. Jäh rutschte Eder seinerzeit auf halbem Weg aus, flog durch die Luft wie ein Wichtel, riss sich dabei ein komplettes Muskelbündel unterhalb der linken Pobacke und brach sich zu allem Überfluss beim Hinfallen mit seinem Patientenkoffer auch noch den linken Ringfinger. Er musste ausgewechselt werden, war aber bald wieder zur Stelle.

Seine derzeitige Situation kommentiert Eder im Stile eines Nationalspielers: „Es geht mir nicht um persönliche Eitelkeiten. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich der Mannschaft helfen kann, helfe ich gerne. Wenn nicht, bleibe ich eben zu Hause – auch wenn es natürlich schwerfällt.“ Aber alle wissen: Er ist unersetzlich, noch viel unersetzlicher als Neuer und Boateng. Der Flieger startet am 12. Juni, 13 Uhr, ab Frankfurt. Länger kann Löw nicht warten.

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