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Marschiert voran: Taiwo Awoniyi (hier im Zweikampf mit dem Wolfsburger Sebastiaan Bornauw).
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Marschiert voran: Taiwo Awoniyi (hier im Zweikampf mit dem Wolfsburger Sebastiaan Bornauw).

Schnell und treffsicher

Wandervogel Taiwo Awoniyi wird sesshaft

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Der Mittelstürmer trumpft nach seiner Tour durch Europa bei Union Berlin groß auf. Früher beim FSV Frankfurt und bei Mainz 05 unter Vertrag.

Natürlich war es der Altmeister, der den Treffer einleitete, wunderschön und technisch formidabel. Union-Schlitzohr Max Kruse nahm also die Kugel gekonnt mit der Brust an, so wie nur Max Kruse den Ball mit der Brust annimmt, geschmeidig ließ er ihn abtropfen in seinen Lauf, einmal blickte er hoch und passte ihn schließlich perfekt durch die Gasse auf Genki Haraguchi, der ihn direkt weiterleitete zu Taiwo Awoniyi. Der Berliner Stürmer fackelte nicht lange und schoss die Kugel mit links durch die Beine des Wolfsburger Schlussmannes Koen Casteels. 1:0 nach 49 Minuten, der Grundstein für den 2:0-Erfolg über den ambitionierten Champions-League-Teilnehmer aus Niedersachsen.

Und wieder war es Taiwo Awoniyi, der den Unterschied machte, der Mann aus Nigeria, 24 Jahre jung, Wandervogel und Weltreisender. Sein sechstes Bundesligator im achten Spiel dieser Saison, sein neuntes im 13. Pflichtspiel. Beeindruckende Zahlen, Dokumente einer bemerkenswerten Karriere, die ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat.

Natürlich hat der Höhenflug des 1.FC Union Berlin, den Eisernen von der Alten Försterei, nicht nur mit Höhenflieger Taiwo Awoniyi zu tun, das wäre vermessen, doch der Nigerianer trägt einen großen Anteil am derzeitigen Abschneiden der Köpenicker: vier Pflichtsiege in Serie, 15 Punkte in der Liga, Platz fünf, zudem: Erfolgreiche Qualifikation für die Gruppenphase der Conference League.

Es läuft bei den Berlinern, wie am Schnürchen gar, und es zeigt sich immer mehr, dass der siebte Platz aus der Vorsaison kein Zufall, sondern das Produkt kluger und nachhaltiger Arbeit auf dem Transfermarkt und dem Trainingsplatz war. Geschäftsführer Oliver Ruhnert auf administrativer Ebene und Coach Urs Fischer im Zusammenspiel mit der Mannschaft leisten exzellente Arbeit. Dazu zählt durchaus der Coup mit Taiwo Awoniyi, der nun sesshaft geworden zu sein und seine Bestimmung bei Union gefunden zu haben scheint. Er ist froh darüber: „Wenn du dich immer wieder an alles neu gewöhnen musst, ist das nicht leicht.“

Zweimal FSV, jeweils ein Tor

Anfang der Saison wurde er fest vom FC Liverpool verpflichtet, nachdem er schon ein Jahr auf Leihbasis für Union stürmte. Der bescheidene Mittelstürmer war schon immer ein Versprechen für die Zukunft, doch so richtig zünden konnte er nie, dabei hat er ja in jungen Jahren schon unendlich viele Station auf dem Buckel.

Als 17-Jähriger war er 2015 aus Afrika nach Europa gekommen, auf die Insel zum ruhmreichen FC Liverpool. Doch der Traum platzte schnell, keine Arbeitserlaubnis, dafür lange Wanderjahre: Leihen nach Frankfurt zum damaligen Zweitligisten FSV (13 Spiele, ein Tor, Abstieg in die dritte Liga), in die Niederlande zum NEC Nijmegen, nach Belgien zu Royal Excel Mouscron und KAA Gent, schließlich der Wechsel zum Bundesligisten Mainz 05. Doch auch bei den Rheinhessen hielt sich der Erfolg in Grenzen: zwölf Spiele, ein Tor. Abgang.

Nun scheint der schnelle Angreifer angekommen, die Fans lieben ihn in Berlin. Die Mitspieler ebenso, sie wissen, was sie an ihrem Durchstarter haben. „Er ist eine Waffe“, sagt Torwart Andreas Luthe. „Unsere Lebensversicherung.“

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