3. Liga

Waldhof Mannheim im Streit mit dem DFB: Re-Start sorgt für Dynamik

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Der Verband zofft sich vor dem DFB-Bundestag arg mit den Drittligisten 1. FC Magdeburg und Waldhof Mannheim.

  • Waldhof Mannheim vorRe-Start der 3. Liga im Streit mit dem DFB
  • Corona-Krise: Waldhof Mannheim will Geld vom Verband
  • Einige Vereine unterstützen Saisonfortsetzung nicht

Frankfurt - Vor dem ersten per Videokonferenz organisierten DFB-Bundestag der 120-jährigen Verbandshistorie am Montag (25.05.2020) ab 13 Uhr knirscht es heftig im Gebälk. Die Zerreißprobe der Scharmützel-Spielklasse Dritte Liga hat neue Volten erfahren. Der abstiegsgefährdete 1. FC Magdeburg verzichtete auf eine geplante Corona-Testung seiner Spieler am Freitag und beantragte die Verlegung seiner aufs kommende Wochenende angesetzten Saisonfortsetzung. 

Grund laut des Tabellen-15.: Das vom DFB gestellte Labor habe mitgeteilt, „dass derzeit alle Testkapazitäten erschöpft“ seien. Der Verband entgegnete, es gebe „keinerlei Kapazitätenproblem“. Magdeburg zog den ersten Reihentest dann am Samstag grollend nach und tritt nach einem Trainingslager in Niedersachsen kommenden Samstag „unter Vorbehalt“ juristischer Schritte in Kaiserslautern an. Die gegenseitigen Vorwürfe werden kleinteilig über die Medien transportiert und dokumentieren im Grunde nur die vollkommene gegenseitige Abneigung.

Waldhof Mannheim im Streit mit dem DFB: Rechnung an Verband geschickt 

Auch der lange schwelende Streit des überforderten Verbands mit dem Tabellenzweiten Waldhof Mannheim erfuhr neue Dynamik. Der DFB bestätigte den Eingang einer Rechnung der Waldhöfer (über 21.000 Euro). Der Klub möchte die Kosten für Desinfektionsmaterial, Masken und Arbeitszeit für den Hygienebeauftragten und seine beiden Assistenten ebenso erstattet bekommen wie sein einwöchiges Quarantänecamp (im Gegenwert von 58.000 Euro).

Der DFB, der die Klubs vergangene Woche binnen 24 Stunden mit sich widersprechenden Informationen bezüglich des Re-Starts versorgte und einige damit arg verärgerte, ist es leid, von den renitenten Vereinen am Nasenring durch die Manege getrieben zu werden. Er kontert öffentlich und beschied Waldhof Mannheim kühl, zur Begleichung der Kosten würden den Klubs bekanntermaßen „Unterstützungsgelder der DFL zur Verfügung gestellt“, nicht aber einzelne Rechnungen beglichen.

Re-Start der 3. Liga: Einige Klubs wollen Saisonfortsetzung nicht aktiv unterstützen

Insgesamt sind das 7,5 Millionen Euro für Dritte Liga und Frauen-Bundesliga. In DFB und DFL ärgert man sich inzwischen, die Bereitstellung dieser Gelder nicht an die Bedingung geknüpft zu haben, dass die Klubs die Saisonfortsetzung aktiv unterstützen. Das Gegenteil ist genau dort der Fall, wo nach einem Re-Start der Klassenerhalt oder der Aufstieg gefährdet ist – wie bei Waldhof Mannheim. Aber auch dem 18. Preußen Münster wollte es lange nicht gelingen, einen Hygienebeauftragten zu benennen. Darüber hinaus wirkt die Verordnungen der Landesregierungen von Sachsen-Anhalt und Thüringen, Mannschaftstraining erst am 17. Mai bzw. 5. Juni zu erlauben, verdächtig nach Unterstützung für die Klubs aus Magdeburg (15.), Halle (16.) und Jena (Letzter) im Abstiegskampf.

Dazu passt, dass die Fußball-Landesverbände der beiden Bundesländer für den DFB-Bundestag den Abbruch der Drittligasaison ohne Absteiger beantragt haben. Dem Antrag werden ebenso wenig Chancen eingeräumt wie jenem des Saarlandes auf eine künftige Zweiteilung der Dritten Liga. Man darf gespannt sein, ob es unter den 262 Delegierten erstmals bei einem Bundestag zu einer echten Debatte kommen wird, noch dazu unter erschwerten virtuellen Bedingungen.

Rubriklistenbild: © dpa/Arne Dedert

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