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Von Fliegen und Maikäfern

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Von: Daniel Schmitt

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Aufreibend: Das Spiel Darmstadt gegen Heidenheim verlangte beiden Mannschaften alles ab.
Aufreibend: Das Spiel Darmstadt gegen Heidenheim verlangte beiden Mannschaften alles ab. © dpa

Der SV Darmstadt 98 und der 1. FC Heidenheim liefern sich ein kräftezehrendes Spiel. Beide Trainer nehmen das 2:2 gerne mit.

Wer schon immer mal einen Eindruck davon gewinnen wollte, was es bedeuten muss, gegen den 1. Fußballclub Heidenheim in der Zweiten Bundesliga anzutreten, dem seien die finalen Szenen vom Samstagmittag im Darmstädter Stadion am Böllenfalltor nahegelegt. Da also fielen die Spieler der heimischen Mannschaft aus dem Hessischen noch in den langgezogenen Schlusspfiff hinein sprichwörtlich um wie die Fliegen und pumpten anschließend auf dem Boden liegend wie die Maikäfer. Die Profis gierten nach Kräften, die nicht mehr drin waren für diesen Moment in ihren Körpern nach dem 2:2 (1:0)-Unentschieden.

Darmstadt näher am Sieg

Wer darüber hinaus schon immer mal einen Eindruck davon gewinnen wollte, was es bedeuten, gegen den Sportverein Darmstadt 98 anzutreten, dem seien eben jene Szenen ebenfalls nahegelegt. Denn auch den Heidenheimern erging es kaum besser, gleich deren drei plumpsten just mit dem Pfiff entkräftet auf den Rasen. War offenbar ziemlich anstrengend das Ganze.

Nun war genau das ja vorher auch allenthalben erwartet worden vom Duell zwischen den stets fleißigen Fußballern aus Darmstadt und Heidenheim, die immer auch darum bemüht sind, ihre jeweiligen Gegner leiden zu lassen, sie zum einen fußballerisch zu übertölpen, zum anderen aber auch körperlich niederzurennen. Und so schienen die beiden Trainer, Darmstadts Torsten Lieberknecht und Heidenheims Frank Schmidt, im Anschluss der Partie auch einverstanden damit, dass beides keiner der Mannschaften gelungen war.

„Den Punkt haben wir uns erarbeitet und nehmen diesen nicht unverdient mit“, sagte Gästecoach Schmidt, während Lieberknecht verbal anknüpfte: „Jedes Wochenende spielst du in dieser Liga gegen Bretter. Mit dem Punktgewinn bin ich okay. Wir nehmen den Punkt ebenfalls gerne mit.“ Die Darmstädter waren am Samstag vor 13 280 Fans zwar ein kleines Stück näher dran am Sieg, lagen sie im Spielverlauf doch gleich zweimal vorne. Das 1:0 feuerte Braydon Manu auf Vorlage von Fabian Schnellhardt (36.) ins Netz, das 2:1 gelang Frank Ronstadt nach der schönsten Kombination der Partie (76.), als Phillip Tietz mit der Hacke vorlegte, Marvin Mehlem den Ball an den Pfosten schoss und Ronstadt abstaubte.

„Keine Frage, wenn du zweimal führst, willst du das Spiel gerne gewinnen. Aber Heidenheim hat eben eine hohe Qualität. Gegen sie werden sich noch viele Teams schwertun“, benannte die Darmstädter Führungskraft Tobias Kempe das, was die Lilien letztlich zwei Punkte kosten sollte. Denn der FCH kam jeweils zurück. Erst übersprang Patrick Mainka den Darmstädter Abwehrriesen Christoph Zimmermann infolge einer Ecke, das 1:1 (70.). Später stieg Tim Kleindienst bei einer Flanke höher als Jannik Müller, der 2:2-Endstand (82.). „Insgesamt war es ein Spiel, das du dir als Fan – egal, ob von Heidenheim oder Darmstadt – gerne anschauen konntest“, sagte Lieberknecht. Und eines, das die Qualitäten des 1. FC Heidenheim und des SV Darmstadt 98 so ziemlich auf den Punkt brachte.

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