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Von Bono bis Messi: Die FR-Elf der WM

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Von: Daniel Schmitt, Jakob Böllhoff

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Messi und Mbappé spielen noch im WM-Finale um den Pokal - und gehören natürlich zur FR-Elf der WM. Doch es gibt auch weniger prominente Mitglieder des fiktiven Teams. Den Anfang macht Yassine Bounou: Der Marokkaner, 31, den alle Welt nur Bono nennt, erlebt die Zeit seines Lebens. Er pariert Schüsse und lächelt, hält Elfer und lächelt, spaziert mit seinem Sohn übers Feld und lächelt. Geboren in Kanada, jahrelang nur Ersatz in Spanien, gar in Liga zwei, nun Topleistungen bei der WM, für die ihm selbst ein Reporter dankt. Raus im Halbfinale. Und Bono? Ärgert sich, und lächelt.
Yassine Bounou: Der Marokkaner, 31, den alle Welt nur Bono nennt, erlebt die Zeit seines Lebens. Er pariert Schüsse und lächelt, hält Elfer und lächelt, spaziert mit seinem Sohn übers Feld und lächelt. Geboren in Kanada, jahrelang nur Ersatz in Spanien, gar in Liga zwei, nun Topleistungen bei der WM, für die ihm selbst ein Reporter dankt. Raus im Halbfinale. Und Bono? Ärgert sich, und lächelt. © dpa

Messi und Mbappé spielen noch im WM-Finale um den Pokal - und gehören natürlich zur FR-Elf der WM. Doch es gibt auch weniger prominente Mitglieder des fiktiven Teams.

Am Sonntag ist sie dann vorbei diese WM, die Leiden schafft, vor allem bei den Familien der vielen Arbeitsmigranten, die ihr Leben gelassen haben. Ihre Liebsten müssen jetzt alleine zurechtkommen. Menschenrechte wurden und werden missachtet in Katar, Frauen ebenso, die Fifa findet’s dennoch dufte. Schließlich werde was verbessert im Land durch die bloße Anwesenheit der kickenden Millionäre, und überhaupt: die größte, beste, spektakulärste WM aller Zeiten war es sowieso. Sagt zumindest der Gianni, der mit der Glatze, die auch für seine Turniere stehen könnte, so sehr ist sie stets auf Hochglanz poliert. Mehr Schein als Sein.

Es fiel schwer die vergangenen Wochen all das Übel abseits der Fußballfelder auszublenden. Gut, wichtig und richtig, wer dies nicht machte, stattdessen darüber nachdachte, sprach, berichtete, wie auch die FR. Es ist dieser Zwiespalt der Weltmeisterschaft, der bleiben wird, jener zwischen Politik und Sport, und der die Fans mittendrin gefangen hielt. Angucken? Wegschauen? Etwas dazwischen ist es in vielen Fällen geworden.

Denn es gab sie ja zweifelsohne, die sportlichen Höchstleistungen, die erzählenswerten Geschichten. Von Marokko, Messi, Maskenmännern. Und nur darum, siehe rechts, und ohne die einleitenden Worte aus den Gedanken vertreiben zu wollen, sie vielmehr fest zu verankern, soll es an dieser Stelle ausnahmsweise gehen: Um elf Fußballer, die herausragten. Und einen, der zur traurigen Gestalt avancierte.

Achraf Hakimi: Der Marokkaner, 24, ist auf zack, schnell zu Fuß, schon immer, das weiß man. Selbst bei Real, wo sie ihn einst nicht mehr wollten, jenen gebürtigen Madrilenen, der jubelt wie ein Pinguin - macht man so in Paris, putzig...äh, tapsig. Brillant seine Spanien-Rache, Achtelfinale, Elferschießen, letzter Versuch. Und zack, reingelupft das Ding, coole Socke. Ach ja, verteidigt auch prima.
Achraf Hakimi: Der Marokkaner, 24, ist auf zack, schnell zu Fuß, schon immer, das weiß man. Selbst bei Real, wo sie ihn einst nicht mehr wollten, jenen gebürtigen Madrilenen, der jubelt wie ein Pinguin - macht man so in Paris, putzig...äh, tapsig. Brillant seine Spanien-Rache, Achtelfinale, Elferschießen, letzter Versuch. Und zack, reingelupft das Ding, coole Socke. Ach ja, verteidigt auch prima. © afp
Nicolas Otamendi: Der Argentinier, 34, ist für den Floh aus der anderen Galaxie das, was einst Materazzi für Del Piero war (2006), Ramos für Iniesta (2008, 2010, 2012), Pepe für Ronaldo (2016), Bonucci für Chiellini (doppelt hält besser/2021). Einer, der die unangenehmen Dinge erledigt, der grätscht, tritt, foult, auch provoziert (mal die Holländer fragen). Kurz: womöglich ein Titelbringer. Messi dankt.
Nicolas Otamendi: Der Argentinier, 34, ist für den Floh aus der anderen Galaxie das, was einst Materazzi für Del Piero war (2006), Ramos für Iniesta (2008, 2010, 2012), Pepe für Ronaldo (2016), Bonucci für Chiellini (doppelt hält besser/2021). Einer, der die unangenehmen Dinge erledigt, der grätscht, tritt, foult, auch provoziert (mal die Holländer fragen). Kurz: womöglich ein Titelbringer. Messi dankt. © imago
Josko Gvardiol: Der Kroate, 20, in Leipzig erst gesetzt, als Coach Rose übernahm (äh, Herr Tedesco?), verbreitet Angst und Schrecken. Optisch: Rauschebart, Maske. Fußballerisch: hart, stämmig. Eine Kante mit Ecken. Die Stürmer zerschellen an ihm, Lukaku, Richarlison, Neymar, nur Messi dreht ihn ein im Halbfinale. Dennoch: Starke WM, wird wohl bald nicht mehr in Leipzig spielen.
Josko Gvardiol: Der Kroate, 20, in Leipzig erst gesetzt, als Coach Rose übernahm (äh, Herr Tedesco?), verbreitet Angst und Schrecken. Optisch: Rauschebart, Maske. Fußballerisch: hart, stämmig. Eine Kante mit Ecken. Die Stürmer zerschellen an ihm, Lukaku, Richarlison, Neymar, nur Messi dreht ihn ein im Halbfinale. Dennoch: Starke WM, wird wohl bald nicht mehr in Leipzig spielen. © imago
Jude Bellingham: Der Engländer, 19, nutzt die WM, um zum Weltstar aufzusteigen, Viertelfinal-Aus hin oder her. Sein dynamisches Spiel zitiert englische Mittelfeldikonen, Bryan Robson, Steven Gerrard, und macht etwas Modernes, Besseres daraus. Wird im Sommer wohl von Dortmund wieder auf die Insel wechseln, für irgendeine unanständige Summe, die er jetzt bereits wert ist, egal wie hoch.
Jude Bellingham: Der Engländer, 19, nutzt die WM, um zum Weltstar aufzusteigen, Viertelfinal-Aus hin oder her. Sein dynamisches Spiel zitiert englische Mittelfeldikonen, Bryan Robson, Steven Gerrard, und macht etwas Modernes, Besseres daraus. Wird im Sommer wohl von Dortmund wieder auf die Insel wechseln, für irgendeine unanständige Summe, die er jetzt bereits wert ist, egal wie hoch. © afp
Antoine Griezmann: Der Franzose, 31, ist seit kurzem bester Vorbereiter in der Geschichte seiner Nation - vor Zidane, Henry, Platini. Hat nicht nur mit dieser WM zu tun, aber auch. Griezou, der Stürmer, der selten stürmt, der mehr verteidigt, der in neuer Rolle als Hybridspieler aufgeht, als Sechser, Achter, Zehner, als Vertreter von Pogba und Kanté. Der vorlegt statt abschließt und so wertvoll ist wie noch nie.
Antoine Griezmann: Der Franzose, 31, ist seit kurzem bester Vorbereiter in der Geschichte seiner Nation - vor Zidane, Henry, Platini. Hat nicht nur mit dieser WM zu tun, aber auch. Griezou, der Stürmer, der selten stürmt, der mehr verteidigt, der in neuer Rolle als Hybridspieler aufgeht, als Sechser, Achter, Zehner, als Vertreter von Pogba und Kanté. Der vorlegt statt abschließt und so wertvoll ist wie noch nie. © afp
Luka Modric: Der Kroate, 37, ist kein Sechser, kein Achter, kein Zehner - für sein Team ist er alles. Er passt Bälle, die keiner passt, weil er Räume sieht, die keiner sieht, die nicht mal da sind und sich doch öffnen. Er biegt dann seine hagere Gestalt und schnalzt die Flanken mit dem Außenrist hinein. Die Vatreni verlieren zwar das Halbfinale, der Ewigjunge aber will bleiben. Kroatien ist für ihn alles, wie gut.
Luka Modric: Der Kroate, 37, ist kein Sechser, kein Achter, kein Zehner - für sein Team ist er alles. Er passt Bälle, die keiner passt, weil er Räume sieht, die keiner sieht, die nicht mal da sind und sich doch öffnen. Er biegt dann seine hagere Gestalt und schnalzt die Flanken mit dem Außenrist hinein. Die Vatreni verlieren zwar das Halbfinale, der Ewigjunge aber will bleiben. Kroatien ist für ihn alles, wie gut. © afp
Sofyan Amrabat: Der Marokkaner, 26, personifiziert die nahezu perfekte Verteidigung seines Teams. Ein Ungetüm im defensiven Mittelfeld, das alles und jeden jagt, was zum Problem für ihn und seine Leute werden könnte. Kopf und Körper der WM-Überraschung, plötzlich sollen größere Klubs hinter dem Profi vom AC Florenz her sein. Doch so hingebungsvoll kann er wohl nur für sein Land spielen.
Sofyan Amrabat: Der Marokkaner, 26, personifiziert die nahezu perfekte Verteidigung seines Teams. Ein Ungetüm im defensiven Mittelfeld, das alles und jeden jagt, was zum Problem für ihn und seine Leute werden könnte. Kopf und Körper der WM-Überraschung, plötzlich sollen größere Klubs hinter dem Profi vom AC Florenz her sein. Doch so hingebungsvoll kann er wohl nur für sein Land spielen. © afp
Richarlison: Der Brasilianer, 25, beeindruckt - als Tänzer, Jongleur, Akrobat. Er schnappt sich den Trainer Tite und bringt dessen Hüfte zum Wackeln, lässt den Ball übers wasserstoffblonde Haar wandeln, legt sich in die katarische Klimaluft - oh, welch Kunstwerk dieses Tor. Er ist der bessere Neymar. Nur die Tränen, die großen Gefühle, hat der Superstar besser drauf. Übung macht den Meister.
Richarlison: Der Brasilianer, 25, beeindruckt - als Tänzer, Jongleur, Akrobat. Er schnappt sich den Trainer Tite und bringt dessen Hüfte zum Wackeln, lässt den Ball übers wasserstoffblonde Haar wandeln, legt sich in die katarische Klimaluft - oh, welch Kunstwerk dieses Tor. Er ist der bessere Neymar. Nur die Tränen, die großen Gefühle, hat der Superstar besser drauf. Übung macht den Meister. © afp
Lionel Messi: Dem Argentinier, 35, wird gehuldigt wie selten zuvor. Loblieder allerorten über ihn, den großen Kleinen, der mit jedem Spiel klarer zeigt, als wessen WM diese in die Annalen eingehen soll. Spektakulär, brillant, teamorientiert. Und immer dribbelt da die Frage mit, ob er der Beste aller Zeiten ist, besser als Diego Armando. Fest steht: Ist der Beste dieser Zeit, tut zwar weh, Cristiano, ist aber so.
Lionel Messi: Dem Argentinier, 35, wird gehuldigt wie selten zuvor. Loblieder allerorten über ihn, den großen Kleinen, der mit jedem Spiel klarer zeigt, als wessen WM diese in die Annalen eingehen soll. Spektakulär, brillant, teamorientiert. Und immer dribbelt da die Frage mit, ob er der Beste aller Zeiten ist, besser als Diego Armando. Fest steht: Ist der Beste dieser Zeit, tut zwar weh, Cristiano, ist aber so. © dpa
Kylian Mbappe: Der Franzose, 23, ist schnellster Tröster der WM. Flotter als alle anderen unterwegs, ohne Ball, mit Ball, zisch und weg. Kümmert sich um Verlierer, wollen nach Abpfiff stets sein Trikot. Wehrt sich nicht, rennt nicht weg, obwohl er es könnte, ist schließlich Weltstar, Thronfolger der ganz Großen, Ronaldo, Messi. Nun das Finale gegen den Floh aus Argentinien. Ist Zeit für seine Krönung, findet Mbappé.
Kylian Mbappe: Der Franzose, 23, ist schnellster Tröster der WM. Flotter als alle anderen unterwegs, ohne Ball, mit Ball, zisch und weg. Kümmert sich um Verlierer, wollen nach Abpfiff stets sein Trikot. Wehrt sich nicht, rennt nicht weg, obwohl er es könnte, ist schließlich Weltstar, Thronfolger der ganz Großen, Ronaldo, Messi. Nun das Finale gegen den Floh aus Argentinien. Ist Zeit für seine Krönung, findet Mbappé. © dpa
Cristiano Ronaldo (Ersatzbank): Ach, Cristiano. Platz auf der Bank für den 37-jährigen Portugiesen, ehrenhalber. Läuft in der Vorrunde so steif über den Platz, als würde er zur Statue seiner selbst werden. Trifft einmal per Elfer, beansprucht ein zweites Tor für sich, obwohl er den Ball nicht berührt, alles klar. Ab dem Achtelfinale Ersatz, sichtlich beleidigt darob, und alles, alles endet in einem Meer aus Tränen. Ach, Cristiano.
Cristiano Ronaldo (Ersatzbank): Ach, Cristiano. Platz auf der Bank für den 37-jährigen Portugiesen, ehrenhalber. Läuft in der Vorrunde so steif über den Platz, als würde er zur Statue seiner selbst werden. Trifft einmal per Elfer, beansprucht ein zweites Tor für sich, obwohl er den Ball nicht berührt, alles klar. Ab dem Achtelfinale Ersatz, sichtlich beleidigt darob, und alles, alles endet in einem Meer aus Tränen. Ach, Cristiano. © dpa

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