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Landung im Glück: Cristiano Ronaldo.
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Landung im Glück: Cristiano Ronaldo.

Ronaldo bei Manchester United

Viva Ronaldo

  • VonHendrik Buchheister
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Kitschig-schön: Der Superstar schnürt bei seinem Comeback für Manchester United einen Doppelpack

Manchmal überrascht sich Cristiano Ronaldo selbst. Er hatte doppelt getroffen beim 4:1 von Manchester United über Newcastle United bei seinem Comeback für den Klub, bei dem er zwischen 2003 und 2009 vom Talent zum Superstar aufgestiegen war. Es war ein Einstand nach Maß für den fünfmaligen Weltfußballer, ganz im Einklang mit dem Hype, der seit der Verkündung seiner Rückkehr von Juventus Turin vor etwas mehr als zwei Wochen um Ronaldo herrscht. Als er nach getaner Arbeit vor die Mikrofone der TV-Sender trat, wusste er dennoch nicht so richtig, wie er das Vollbrachte erklären sollte. „Ich habe nicht erwartet, zwei Tore zu schießen“, sagte Ronaldo. Ein Tor? Das schon. Aber zwei Tore?

Zweifel bleiben dennoch

Natürlich drehte sich vor, bei und nach der Partie von Manchester United gegen Newcastle alles um den 36 Jahre alten Portugiesen, der zum Ende seiner illustren Laufbahn noch einmal den seit Jahren um Identität ringenden englischen Rekordmeister beehrt. Seit Ronaldos Abschied 2009 für die damalige Weltrekord-Summe von 94 Millionen Euro zu Real Madrid wurde United nur noch zweimal Meister, zuletzt 2013, im finalen Dienstjahr von Trainer Sir Alex Ferguson. Mit Ronaldo sollen die goldenen Zeiten zurückkehren. Wie sehr seine als romantische Heimat-Geschichte verkaufte Rückkehr das Umfeld des Klubs beflügelt, war schon Stunden vor dem Spiel zu besichtigen. „Viva Ronaldo!“ klang aus den Kneipen am Old Trafford, Fanartikel-Händler verkauften Ronaldo-Fahnen mit der Aufschrift „Welcome home“, sein Trikot mit der Nummer 7 war zum allgemeinen Dresscode erhoben worden.

Ronaldo spielte die vollen 90 Minuten, und zwar als alleinige Sturmspitze, und es dauerte bis kurz vor der Pause, dass sein gelungenes Comeback Formen annahm. Nach einem Fehler von Newcastle-Torwart Freddie Woodman staubte der Portugiese mit seinem ersten United-Tor seit zwölf Jahren und 124 Tagen zum 1:0 ab.

Auch bei seinem zweiten Treffer zum 2:1 half der Schlussmann der Gäste. Es wirkte, als wollte Newcastle auf keinen Fall stören bei der Ronaldo-Party. Ganz anders übrigens als eine Gruppe feministischer Aktivisten, die kurz nach Anpfiff per Kleinflugzeug ein Banner über das Stadion flog, das an die Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Portugiesen erinnerte.

Englands Presse war angetan von seinem Comeback, ohne allerdings komplett in Euphorie zu verfallen – zumal die größten Schlagzeilen auf der Insel am Sonntag einer anderen Persönlichkeit des Sports gehörten, nämlich US-Open-Siegerin Emma Raducanu. Die seriöse „Times“ schrieb über Ronaldos Leistung: „Es werden schwerere Gegner kommen. Aber für eine Heimkehr-Party war das nicht schlecht.“ Die Boulevardzeitung „Mirror“ bewunderte seine Effizienz: „Manchester United hat den zuverlässigsten aller Torschützen zurückgeholt.“

Das Blatt wies allerdings auch darauf hin, dass Ronaldo im Alter von 36 nicht mehr alle Disziplinen des modernen Fußballs beherrsche: „Eine volle Ladung an energischem Pressing“ sei von ihm nicht zu erwarten. Der linksliberale „Guardian“ analysierte, dass die „Heldenverehrung“ um Ronaldo nicht Manchester Uniteds Schwachstellen verdecken würde, nämlich die Mängel im defensiven Mittelfeld.

In der Tat haben viele Kommentaren in England seit der Bekanntgabe seiner Rückkehr die Frage aufgeworfen, ob der Verein den Superstar überhaupt brauche, oder ob seine Verpflichtung vor allem ein Akt der Nostalgie sei. Diese Zweifel bleiben nach seinem Debüt.

Doch mit dem Doppelpack gegen Newcastle rechtfertigte Ronaldo fürs Erste den Hype um seine Person und bekräftigte das Gefühl der United-Gemeinde, dass der Klub zurück sei auf dem Weg zum Glanz von früher. Oder, wie Trainer Ole Gunnar Solskjaer seine Empfindungen nach Ronaldos ersten 90 Minuten an alter, neuer Wirkungsstätte beschrieb: „Es fühlt sich an wie in den alten Tagen.“

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