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Strahlemann: Robert Lewandowski hatte gegen Hertha BSC allen Grund zur Freude.

Robert Lewandowski

Viererpack mit müden Beinen

  • vonManuel Bonke
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  • Hanna Raif
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Der Bayern-Stürmer zeigt beim Sieg gegen Hertha BSC seine Extraklasse – doch das Trainerlob zielt nicht auf seine Tore ab.

Anna Lewandowska kann zur Zeit nicht früh ins Bett gehen. Auch wenn zwei kleine Kinder eine Mama schlauchen, das Sofa eigentlich ruft, wenn Klara und Laura endlich schlafen, muss die 32-Jährige oft warten, bis ihr Mann Zuhause ist. Der Grund: Es gibt meist etwas zu feiern, wenn Robert zu späterer Stunde das Haus in München-Bogenhausen betritt.

Im August kam er als Triplesieger, letzte Woche als Europas Fußballer des Jahres – und am Sonntagabend als Vierfachtorschütze beziehungsweise: Bayern-Retter. Das obligatorische Selfie der stolzen Ehefrau mit ihrem glücklichen Mann gehört bei den Lewandowskis inzwischen dazu. Es war freilich auch am Sonntagabend auf Instagram zu sehen, obwohl vier Tore in einer Partie für den Polen eigentlich inzwischen keine echte Besonderheit mehr sind. Die Treffer in diesem irrsinnigen Spiel gegen Hertha (40., 51., 85. und 90.+3/Foulelfmeter) waren seine Ligatore 100 bis 103, in 294 Pflichtspielen für den FC Bayern war er nun 251 Mal erfolgreich. Und zum zehnten Mal traf er in einer Partie im deutschen Oberhaus dreimal oder mehr. Das überbieten nur Gerd Müller (32 Mal), Klaus Fischer und Mario Gomez (je zwölf Mal).

„Herausragend“ lobte Hansi Flick: „Die Qualität, die er hat, ist einzigartig.“ Damit sprach der Bayern-Trainer natürlich die Fähigkeiten vor dem Tor an, wo der 32-Jährige am Sonntag in verschiedensten Ausführungen getroffen hatte. Er wollte aber auch die Vorbildfunktion herausstellen, die Lewandowski derzeit einnimmt. „Robert ist auch keiner, der bei 100 Prozent ist“, erzählte der Coach, trotzdem mache er „vier Tore“. Die simple Schlussfolgerung: Erfolgreich Fußball spielen, kämpfen bis zur letzten Minute – das geht auch mit müden Beinen und Köpfen. Die Bewertung des Spiels – „nicht Bayern-like“ – galt nicht für Lewandowski.

Goretzka stichelt

Der Matchwinner selbst genoss seinen Auftritt in der menschenleeren Arena sichtlich, mied aber die Mikrofone. Mit fünf Treffern nun auf Platz zwei der Torschützenliste hinter Hoffenheims Andrej Kramaric zu stehen, war zudem ein netter Nebeneffekt der One-Man-Show. Leon Goretzka hatte seinen Teamkollegen vor der Partie nicht umsonst darauf hingewiesen, dass der „mit Blick auf die anderen mal anfangen soll, zu knipsen“.

Flick ging da weniger offensiv vor, denn „Lewa will ja immer treffen“. Für ihn ist es daher wichtiger, „dass er auch die anderen Elemente, die im Teamsport wichtig sind, gut macht“. Gegen Hertha allerdings waren nicht die Arbeit gegen den Ball oder Vorlagen entscheidend, sondern Lewandowskis liebste Währung: Tore. Die feiert auch Anna am liebsten.

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