+
Gönnt sich keine Pause: Alexis Sanchez.

DFB-Gegner beim Confed-Cup

Die Vielspieler aus Chile

  • schließen

Chile bestreitet in jedem Jahr ein großes Turnier ? und niemand käme auf die Idee, die Stammkräfte zu schonen

Joachim Löw darf froh sein, dass er nicht Nationaltrainer in Chile ist. So viele überstrapazierte Spieler, wie sich dort im Team finden, könnte er unmöglich schonen. Seit der WM 2014 spielt die Mannschaft mit einem unveränderten Stamm an Leistungsträgern jeden Sommer ein Turnier, 2015 und 2016 die Copa América, jetzt den Confed-Cup, und es wird bis 2019 so weitergehen mit WM und der nächsten Copa. Dennoch wären ein Arturo Vidal oder Alexis Sánchez tödlich beleidigt, wenn der Coach Juan Antonio Pizzi ihnen vorgeschlagen hätte, vielleicht mal eine kleine Erholungspause einzulegen.

Sánchez zum Beispiel ist nicht nur erpicht darauf, endlich alleiniger Torschützenkönig Chiles zu werden, sondern für ihn ist der Confed-Cup, für den sich sein Land erstmals qualifizierte, ein bedeutendes Turnier, so wie für alle Chilenen, von denen sich eine erkleckliche Anzahl auf den Weg nach Russland gemacht hat. 37 Tore hat Sánchez für sein Nationalteam erzielt, ein Treffer fehlt ihm noch, um an Marcelo Salas vorbeizuziehen. Immerhin akzeptierte er es, dass ihn Pizzi am vergangenen Freitag beim Testspiel in Moskau gegen Russland erst in der zweiten Halbzeit einwechselte. Wenige Sekunden später bereitete der Stürmer das Führungstor der Chilenen vor, am Ende hieß es 1:1.

Noch etwas ungünstiger verlief am Dienstag die Vorbereitungspartie in Rumänien, wo die Chilenen unfreiwillig etwas für Christoph Daum taten, dessen Situation als rumänischer Nationaltrainer sich nach dem 3:2-Sieg in Cluj aber nur geringfügig besserte. Schließlich hatten die Chilenen schon 2:0 geführt, als sie nach einer halben Stunde ihren Abwehrchef Gary Medel durch Platzverweis verloren, ein altbekanntes Dilemma des südamerikanischen Teams. Besser verteidigen als gegen Rumänien, das zuvor in fünf Spielen nur zwei Treffer zustande gebracht hatte, sollten sie aber schon bei ihrem Auftaktmatch am Sonntag in Moskau gegen Kamerun.

Die chilenische Mannschaft durchläuft gerade eine der besten Phasen ihrer Geschichte, und Coach Pizzi ist immer noch dabei, seine Eignung als Nachfolger von Jorge Sampaoli unter Beweis zu stellen. Der Argentinier hatte nach dem unglücklichen Achtelfinal-Aus bei der WM im Elfmeterschießen gegen Brasilien Chile beim Turnier 2015 in der Heimat zum umjubelten Copa-América-Sieg geführt, dem ersten überhaupt.

Zwar wiederholte Pizzi den Triumph ein Jahr später bei der Jubiläums-Copa in New York, doch das wurde noch vorwiegend der Arbeit Sampaolis zugutegehalten. Der Confed-Cup ist für Pizzi die ideale Gelegenheit, endgültig aus dem Schatten des Vorgängers herauszutreten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion