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Matthias Ginter, Borusse, jetzt in Gladbach.

Transfer Matthias Ginter

Wie viel sind 17 Millionen?

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Angesichts der erzielten Titel erscheinen die 17 Millionen Euro, die Borussia Mönchengladbach in die Ablösesumme für Matthias Ginter investiert hat, gut angelegt. Ein Kommentar.

Im Internet findet man ein Magazin für Fußball und Humor. Es heißt Fums. Das ist die Abkürzung für „Fußball macht Spaß“.  Lustig zum Beispiel ist ein Vergleich der heroischen Erfolge eines gewissen Matthias Ginter mit jenen von Paul Pogba, Cristiano Ronaldo und Gareth Bale. Ginter gewinnt. Und zwar deutlich: ein WM-Titel, ein Confed-Cup-Titel, eine WM-Medaille. Pogba, Bale, Ronaldo: zusammen null!

Insoweit erscheinen die 17 Millionen Euro, die Borussia Mönchengladbach in die Ablösesumme für den 23-Jährigen von Borussia Dortmund investiert hat, gut angelegt. Der Betrag kann durch Erfolgsboni auf mehr als 20 Millionen Euro steigen. Das hört sich nach verdammt viel Geld an, das ist auch verdammt viel Geld, aber die Gladbacher könnten mit dem Zugang glücklicher sein als die Dortmunder mit dem Abgang.

Bei Matthias Ginter handelt es sich wahrlich nicht unbedingt um ein Bündel an Verwegenheit und Abenteuerlust. Aber er ist ein guter Junge, auf den Verlass ist. Ein Trainer weiß bei ihm, dass er in 90 Prozent der Spiele 90 Prozent seiner Leistungsfähigkeit abruft. Solche Männer sind auf diesem Niveau begehrt. Und Ginters Preis ist immer noch nur halb so hoch wie der seines Nebenmannes in der Nationalmannschaft beim Confed-Cup, Shkodran Mustafi vom FC Arsenal. Insoweit sind auch 20 Millionen Euro zwar viel, aber relativ dann doch wenig.

Harte Bandagen

Borussen-Manager Max Eberl kennt den internationalen Transfermarkt in dessen ganzer Tiefe und ist deshalb nachvollziehbar zufrieden. Er sagt, er habe mit „harten Bandagen“ um Ginter gekämpft. Eberl ist schon seit vielen Jahren scharf auf den gebürtigen Freiburger, hatte aber im Wettbieten mit Borussia Dortmund zunächst keine Chance, Ginter 2014 aus dem Breisgau nach Gladbach zu locken. Aber Eberl hat dezent den Kontakt gehalten, seine Hartnäckigkeit und Professionalität dürfte nun auch dazu geführt haben, dass der Profi sich für die Borussen und gegen Tottenham Hotspur und die TSG Hoffenheim entschieden hat, obwohl er so auf eine Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb verzichten muss.

Vor dem Confed-Cup und der U21-EM haben Bundestrainer Joachim Löw und U21-Coach Stefan Kuntz gerade im Fall Ginter lange diskutiert, in welchem Kader der Profi am besten aufgehoben wäre. Kuntz wusste, dass er mit Ginter einen Führungsspieler verliert. Löw konnte nicht sicher sein, einen Stammspieler gewonnen zu haben. Ginter hat ihn nicht enttäuscht.

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