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Nach langer Leidenszeit nach einem Kreuzbandriss wieder im DFB-Team: Giulia Gwinn.
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Nach langer Leidenszeit nach einem Kreuzbandriss wieder im DFB-Team: Giulia Gwinn.

WM-Qualifikation

Viel mehr als nur ein Fußballspiel

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft gastiert in Israel und besucht nicht nur Yad Vashem.

Bei Länderspielreisen haben sich auch die deutschen Fußballerinnen zuletzt nur auf das Nötigste beschränkt. Außer Flughafen, Hotel und Stadion bekamen die Spielerinnen bei ihren Auswärtstrips nicht viel zu sehen. Allein schon die Corona-Regeln verschärften den Zwang, bloß nicht zu viel von Land und Leuten zu erleben. Wenn nun Deutschlands Frauen-Nationalmannschaft im Rahmen der WM-Qualifikation erstmals in Israel antritt (Donnerstag 18 Uhr/livestream sportschau.de), ist alles anders. Trotz eines strengen Testreglements und erheblicher Corona-Vorsichtsmaßnahmen soll der Horizont unbedingt geweitet werden.

So erfolgt die Rückreise aus Tel Aviv bewusst erst am Samstag, denn speziell der Freitag soll genutzt werden, sich mit Geschichte, Kultur, Religion und auch ein bisschen Politik auseinanderzusetzen. Die nach einjähriger Verletzungspause zurückgekehrte Giulia Gwinn gab vor dem Abflug den doppelten Auftrag aus: „Wir freuen uns, dass wir als Botschafterinnen nach Israel reisen und dieses Land ein bisschen erkunden können.“ Die 22-Jährige vom FC Bayern war wie die meisten Mitspielerinnen noch nie ihrem Leben in Israel.

Die heutige Partie im HaMoshava Stadion in Peta Tikva in der Nähe von Tel Aviv als auch die zweite Begegnung fünf Tage später in Essen (Dienstag 16 Uhr/ ARD) seien besondere Begegnungen, „die über das Sportliche hinausgehen“, betont Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. Während es bei den Männern immerhin schon vier Begegnungen gab – die erste im März 1987, die bislang letzte im Mai 2012 – kommt es bei den Frauen gegen Israel zur Premiere. Und so wird die weltoffene Bundestrainerin im Vorlauf nicht müde, die höhere Ebene zu bedienen. „Spiele gegen Israel stehen für deutsche Teams immer in einem übergeordneten Kontext. Es wird für uns alle und vor allem für die, die Israel noch nie besucht haben, eine beeindruckende Reise.“

Deshalb hat es bereits am Montag in Düsseldorf im Teamhotel einen Vortrag gegeben, bei dem auch in Israel lebende Personen gegenüber den Spielerinnen referierten. Es ging um einige Grundbegriffe Hebräisch, eine virtuelle Rundreise durch „ein Land mit vier, fünf Klimazonen, das aber nicht viel größer als Hessen ist“, wie Voss-Tecklenburg aus der Fortbildungsstunde berichtete. Man habe sich mit der Geschichte der Stadt Jerusalem und dem jungen Staat Israel befasst – und natürlich war auch die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ein Thema, „ein besonderer Ort, den vielen nur aus Geschichtsbüchern und Filmen kennen“, erklärte die 53-Jährige. „Für uns als Deutsche ist es einfach ein besonderer Ort, der dich nochmal wacher macht und sensibilisiert.“

Sie selbst wird zur DFB-Delegation gehören, die am Freitag nach derzeitigem Stand mit vier, fünf Spielerinnen die Gedenkstätte besuchen. Der andere Teil des Teams werde in Jerusalem auf Erkundungstour gehen. Man könne gar nicht genug „gegenseitiges Verständnis“ wecken. Dass die Aktiven sich vor geschichtlicher Verantwortung wegducken können – wie es die Männer bei ihrem Danzig-Aufenthalt bei der EM 2012 leider vorgemacht haben – soll den DFB-Frauen nicht passieren. Voss-Tecklenburg verspricht voller Überzeugung: „Wir wollen unserem gesellschaftlichen und sozialen Auftrag Rechnung tragen.“

In der Vergangenheit weilten DFB-Delegationen im Rahmen von Nachwuchsspielen an der von jährlich zwei Millionen Besuchern frequentierte Gedenkstätte, die an die Judenvernichtung im Nationalsozialismus erinnert.

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