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Manchester United und Romelu Lukaku bereiten sich in Kalifornien auf die neue Saison vor.
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Manchester United und Romelu Lukaku bereiten sich in Kalifornien auf die neue Saison vor.

Transfermarkt

Wie auf dem Viehmarkt

  • VonPhilipp Heilgenthal
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Manchester United macht dort weiter, wo sie im vergangenen Sommer mit dem Transfer von Paul Pogba aufgehört haben. Romelu Lukaku kommt für annähernd 100 Millionen Euro. Ein Kommentar.

Der Schuldenberg ist riesig und kaum mehr abzutragen, doch das juckt einen Weltklub wie Manchester United nicht. Die Engländer werfen ungeniert mit Geld um sich. Mehr als 100 Millionen Euro haben die Red Devils dem FC Everton für den Stürmer Romelu Lukaku überwiesen, zudem noch ihren verdienten Kapitän Wayne Rooney an den Liverpooler Klub abgegeben. Mal einfach so, als Zugabe. Damit ist der Belgier mit kongolesischen Wurzeln der zweitteuerste Fußballer überhaupt – nach seinem neuen Vereinskollegen Paul Pogba. Doch wieso, um alles in der Welt, zahlt der Europa- League-Sieger derart viel Geld für diesen Spieler?

Zunächst einmal: Lukaku ist nicht irgendein 08/15-Spieler. In Deutschland nicht jedem bekannt, erregte der Torjäger in England schon lange Aufsehen. Der 1,91 Meter große Hüne mit Durchsetzungskraft und Torriecher besitzt alle Eigenschaften, die sich die Topklubs Europas von einem Mittelstürmer wünschen. In der abgelaufenen Premier-League-Saison erzielte er 25 Tore. Nur Tottenhams Angreifer Harry Kane traf häufiger.

Bereits 59 Mal streifte sich der 24-Jährige das Trikot der belgischen Nationalmannschaft über, wobei er 23 Tore erzielte; unter anderem traf er bei der WM 2014 und der EM im vergangenen Jahr.

Romelu Lukaku, ein Stürmer par excellence

All dies erklärt jedoch bei weitem nicht eine Investition von mehr als 100 Millionen Euro, zumal Lukakus Marktwert derzeit nur bei 50 Millionen Euro liegt. Zum Vergleich: Der gesamte Kader des SC Freiburg wird aktuell auf 58,53 Millionen geschätzt. Außerdem rangiert der Stürmer auf der nach oben offenen Star-Skala sicher nicht weit über, sondern deutlich unter Ronaldo oder Messi.

Der Megadeal hat vor allem einen entscheidenden Hintergrund: Das Machtspiel zwischen ManUnited und Chelsea. Beide Vereine brauchten dringend einen neuen Vollstrecker im Sturmzentrum, beide sahen in Lukaku genau den richtigen Mann dafür und beide zeigten sich bereit, für einen Wechsel finanziell bis ans Äußerste zu gehen. Als der FC Chelsea London mit 85 Millionen Euro sein letztes Angebot abgab, musste Manchester eben in Form von Bonuszahlungen (und Wayne Rooney) noch einen draufsetzen, um dem Ligakonkurrenten eins auszuwischen.

Dieses Wettpokern erinnert weniger an Fußball, sondern eher an einen Viehmarkt, wo die Viehbesitzer um die Wette bieten und derjenige, der das höchste Angebot abgibt, den prächtigen Zuchtbullen bekommt. Und als kleines Extra erhält der Anbieter vom Käufer eine ausgediente Mutterkuh zurück, die er einst vom selben Anbieter als Kalb kaufte.

Stellt sich nur noch die Frage, wie der Verein den Transfer finanzieren und stemmen kann. Oder besser gesagt: Warum er ihn trotz der immensen Verbindlichkeiten überhaupt tätigen darf. Bereits vor dem Lukaku-Transfer betrugen die Nettoschulden von Manchester United 426 Millionen Euro. Rekordverdächtig – genauso wie die Ablösesumme für Romelu Lukaku.

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