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DFB-Projektleiter Videobeweis, Lutz Michael Fröhlich.
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DFB-Projektleiter Videobeweis, Lutz Michael Fröhlich.

Rückrunde

Der Videobeweis steht auf dem Prüfstand

Knapp eine Woche lang haben sich die Bundesliga-Schiedsrichter auf Mallorca auf die Rückrunde vorbereitet. Besonders im Fokus stand der Videobeweis.

Für die spanische Sonne und die milden Temperaturen auf Mallorca hatten die deutschen Schiedsrichter kaum Zeit. Nach einer Hinrunde voller Diskussionen und Probleme saßen die Unparteiischen während ihres knapp einwöchigen Trainingslagers auf der Ferieninsel oft vor dem Fernseher – der Umgang mit dem Videobeweis stand ganz oben auf der Agenda von Schiri-Chef Lutz Michael Fröhlich. „Mein Eindruck ist, dass alle die positiven Seiten des Videoassistenten sehen, aber auch der Meinung sind, dass an der einen oder anderen Stelle nachjustiert werden muss“, hatte Fröhlich vor dem Abflug dem Tagesspiegel gesagt und erneut betont: „Mit dem Videoassistenten kann ein Mehrwert für den Fußball generiert werden.“

Zehn Tore wurden zurück gepfiffen

In der laufenden Saison seien 75 Prozent der klaren Fehlentscheidungen korrigiert worden. „Ein sehr gutes Argument für den Videoassistenten“, sagte Fröhlich. Die Sport Bild rechnete am Mittwoch vor, dass die Schiedsrichter 50 Entscheidungen nach Einsatz des Videobeweises geändert hätten. 19 Elfmeter seien nachträglich gepfiffen, zehn Tore aberkannt und fünf Platzverweise ausgesprochen worden. Die Akzeptanz bei den Profis scheint dennoch nicht besonders hoch zu sein. Zumindest ergab eine Umfrage des Fachmagazins kicker unter 219 Bundesligaspielern, dass sich die Mehrheit (47 Prozent) für die Abschaffung der Technik ausspricht (elf Prozent Enthaltungen). „An den letzten vier Spieltagen der Hinrunde gab es einen deutlichen Trend zu mehr Akzeptanz“, sagte Fröhlich, er hob die Bedeutung der richtigen Kommunikation hervor: „Kurze und klare Sätze, eindeutige Aussagen in der Beschreibung des Sachverhaltes, die richtige Fragestellung. So wie im Cockpit eines Flugzeuges. Im Moment wird noch zu viel auf der Bestätigungsebene kommuniziert. Das muss nicht sein und führt eher vom Ziel weg.“

Grindel will das Projekt fortsetzen

Wichtig ist das Videobeweis-Projekt in der Bundesliga, das sich immer noch in der Testphase befindet, auch für den Weltverband FIFA. Schließlich soll die Technik auch bei der WM 2018 in Russland (14. Juni bis 15. Juli) zum Einsatz kommen. Die Entscheidung darüber, ob und wie es mit dem Hilfsmittel weitergehen soll, fällt im März – DFB-Präsident Reinhard Grindel ist für die Fortsetzung des Projekts. „Aber ich werde mit dem Hintergrund der deutschen Erfahrungen deutlich machen, dass die Bedingungen bei der Umsetzung für alle Schiedsrichter und Assistenten glasklar geregelt sein müssen“, hatte Grindel dem SID gesagt. Um Unklarheiten zu verhindern, müsse die FIFA die WM-Schiedsrichter und -Videoassistenten „so früh es geht“ benennen „und vermitteln, dass der Videoassistent kein Oberschiedsrichter ist und nur in den ganz eng eingegrenzten Fällen des Regelwerks eingreifen darf“. In Italien zogen die Unparteiischen eine positive erste Bilanz der Testphase. In den ersten fünf Monaten der Meisterschaft sei der Videoassistent 900-mal zum Einsatz gekommen. Lediglich fünf Fehler seien dabei begangen worden, berichtete der Präsident des italienischen Schiedsrichterverbands, Marcello Nicchi. In 20 Fällen habe die Technik zu einer Änderung der Schiedsrichterentscheidung geführt.  (sid)

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