Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Eine Berührung, die für einen Strafstaoß reichen kann, aber nicht reichen muss. dpa
+
Eine Berührung, die für einen Strafstaoß reichen kann, aber nicht reichen muss. dpa

Bundesliga

Videoassistent: Zwei Szenen, viele Debatten

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
    schließen

Warum der Videoassistent beim Spiel zwischen Mönchengladbach und dem FC Bayern einmal hätte einschreiten müssen.

In den sozialen Netzwerken ist der heilige Zorn auch übers Wochenende nicht verraucht. Am Freitagabend ging der Mönchengladbacher Angreifer Marcus Thuram beim Spielstand von 1:1 gegen Bayern München binnen zwei Minuten zweimal bei Zweikämpfe mit Dayot Upamecano im Strafraum zu Boden. Die meisten Fußballfans im Land - sofern nicht dem FC Bayern zugeneigt - waren sich einig: zweimal klar Elfmeter! Beide Male ließ Schiedsrichter Marco Fritz, bis dahin ein souveräner Spielleiter des Bundesliga-Auftaktspiels, weiterlaufen. Die Aufregung im Fußballland steigerte sich noch dadurch, dass der Videoassistent Christian Dingert zwar Kontakt mit dem Referee hatte, aber in beiden Fällen nicht in die Entscheidungen eingriff.

Schlechte Kommunikation

Die beiden recht komplexen Situationen sind zum Wochenstart natürlich auch Thema in den Videoschulungen der deutschen Elite-Schiedsrichter. Dabei dürfte man zu dem Ergebnis kommen, dass Fritz auf dem Feld und Dingert im Videokeller bei der ersten Szene nicht gut miteinander kommuniziert haben. Denn Fritz hatte weder das Zerren von Upamecano am Arm von Thuram noch den Fußkontakt wahrgenommen, in deren Folge Thuram direkt vor dem Tor zu Fall kam. Der Ball war zu diesem Zeitpunkt rund zehn Meter entfernt nah an der Außenlinie und kostete die volle Konzentration des Unparteiischen.

Fritz und Dingert hatten umgehend Kontakt miteinander, das zeigen die TV-Bilder. Aber es kam dennoch nicht dazu, dass Fritz sich die Szene, die er direkt vor dem Tor gar nicht wahrgenommen hatte, noch einmal in der Review Zone vor dem Bildschirm anschaute. Das aber wäre laut Fifa-Protokoll die bessere Alternative gewesen, weil Fritz eben gar nicht mitbekommen hatte, was sich abseits des Balles im Strafraum zugetragen hatte. Dumm gelaufen aus Sicht des Schiedsrichterteams und aus Sicht von Borussia Mönchengladbach.

Anders verhält es sich bei der zweiten Szene: Upamecano verliert den Ball an Thuram. Der stürmt vorm Bayern-Verteidiger in den Strafraum aufs Tor zu, spürt Upamecanos Atem im Nacken, verlangsamt etwas das Tempo, es kommt zum Kontakt etwa in Kniehöhe, Thuram geht zu Boden. Der gut positionierte Schiri Fritz hat die Situation sehr genau beobachtet und kommt zu dem Ergebnis, dass der Kontakt für einen Strafstoß nicht ausgereicht hat. Diese Ansicht kann man teilen oder nicht.

Hätte Fritz auf Elfmeter entschieden, wäre es für Dingert aus dem Videokeller ebenso wenig angezeigt gewesen, Fritz‘ Entscheidung zu verbessern. Denn es geht bei VAR-Eingriffen nicht darum, umstrittene Situationen, die der Referee auf dem Feld bereits bewertet hat, noch einmal auf dem Bildschirm am Spielfeldrand neu zu diskutieren.

Es gab also gute Gründe, zweimal auf Strafstoß zu entscheiden, aber nur einmal Grund, eine Szene in der Review Zone anzuschauen. Und auch dann hätte Schiedsrichter Fritz zu dem Ergebnis kommen können: kein Strafstoß. Aber das wäre nach Ansicht der Bilder ziemlich sicher nicht der Fall gewesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare