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VfL Wolfsburg: Zurück zur Arbeit

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Von: Frank Hellmann

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Kann immer noch selbst ganz gut mit dem Ball umgehen: Niko Kovac, neuer Trainer beim VfL Wolfsburg.
Kann immer noch selbst ganz gut mit dem Ball umgehen: Niko Kovac, neuer Trainer beim VfL Wolfsburg. © IMAGO/Jan Huebner

Der Bundesliga-Check, Teil 2: VfL Wolfsburg Der Werksverein hat mal wieder den Reset-Knopf betätigt. Niko Kovac heißt der neue Hoffnungsträger

Es war nicht die erste Spielzeit beim VfL Wolfsburg, wo wenig zusammenpasste. Als Champions-League-Teilnehmer gestartet – der heutige Frankfurter Oliver Glasner hatte die Niedersachsen mit ruhiger Hand dorthin geführt – passte bald gar nichts zusammen. Bequemlichkeit und Egoismen griffen um sich, bald war Glasner-Nachfolger Mark van Bommel als Problem identifiziert. Der Aufschwung unter Florian Kohfeldt währte nur kurz – nach Saisonende musste auch der zweite Trainer gehen. VW-Boss Herbert Diess grummelte, dass Aufwand und Ertrag nicht zusammenpassen. Wieder einmal.

Wie stark ist der Kader?

Die Unterstützung durch den Eigner VW macht es möglich: Millionenschwere Investitionen sind bereits getätigt, um die Defizite zu beheben. Es braucht mehr Drang, mehr Frische, mehr Unbekümmertheit – echte „Wölfe“ eben, die noch hungrig sind. Dafür sollen der begabte Polen Jakub Kaminski (Lech Posen), der talentierte Österreicher Patrick Wimmer (Arminia Bielefeld), der U21-Nationalspieler Kilian Fischer (1. FC Nürnberg) und der vielseitige Kroate Bartol Franjic (Dinamo Zagreb) sorgen, die zusammen mehr als 20 Millionen Euro gekostet haben. Potenzial ist also vorhanden. Jetzt gilt es für den neuen Trainer, die richtig Mischung zu finden.

Worauf steht der Trainer?

Kovac ist einer, der auf klare Ansprachen, aber auch die nötige Disziplin setzt. Wer bei ihm nicht mitzieht, hat keine Chance. Wie sagte der 50-Jährige bei seiner Vorstellung: „Das Minimax-Prinzip – wenig investieren und alles gewinnen – das geht nicht. Das gibt es nirgends.“ Intensität ist Markenkern seines Spielstils, das war in seinen besten Zeiten bei Eintracht Frankfurt gut zu besichtigen, weniger danach beim FC Bayern.

Zu- und Abgänge

Zugänge: Bartol Franjic (Dinamo Zagreb), Kilian Fischer (1. FC Nürnberg), Jakub Kaminski (Lech Posen), Patrick Wimmer (Arminia Bielefeld), Josip Brekalo (FC Turin, Leihe beendet), Marin Pongracic (Borussia Dortmund, Leihe beendet), Omar Marmoush (VfB Stuttgart, Leihe beendet), Joshua Guilavogui (Bordeaux, Leihe beendet), Elvis Rexhbecaj (VfL Bochum, Leihe beendet), Lino Kasten (St. Pölten, Leihe beendet), Ulysses Llanez (St. Pölten, Leihe beendet), Yun-sang Hong (St. Pölten, Leihe beendet), Bryang Kayo (1. FC Nürnberg, Leihe beendet)

Abgänge: Xaver Schlager (RB Leipzig), John Anthony Brooks (Ziel unbekannt), Dodi Lukebakio (Hertha BSC, Leihe beendet)

Wo hapert es noch?

In der letzten Saison an elementaren Dingen: Zusammenhalt, Leistungsbereitschaft und Identifikation. Einige Störfaktoren wurden im Laufe der Saison beseitigt, einige Störenfried (Wout Weghorst) verkauft. Dennoch hat Kovac noch viel Arbeit vor sich. Vor allem muss er einen Weg finden, um mit Max Kruse klarzukommen. Könnte schwierig werden.

Wer sticht heraus?

Bekannteste und schillerndste Figur ist nun einmal der im Winter in größter Not zurückgeholte Altstar Max Kruse. Unter Kohfeldt hatte der nicht mehr völlig austrainiert 34-Jährige einen Freifahrtschein, unter Kovac nicht. Gleich in den ersten Trainingseinheiten gerieten die beiden leicht aneinander. „Es ist jetzt was anderes, da muss sich dar mal dran gewöhnen“; hatte Kruse wissen lassen. Einen Spieler seiner Qualitäten auf die Bank zu setzen, hilft eigentlich niemand weiter. Könnte spannend werden.

Was ist drin?

Bei seiner Präsentation sagte Kovac: „Der Tabellenplatz zwölf hat niemanden glücklich gemacht in Wolfsburg. In den letzten Jahren gab es hier schon Champions League und Europa League. Das ist das, was der Klub gerne möchte. Das ist das, was wir gerne möchten.“ Ohne internationale Zusatzbelastung ist ein Platz im ersten Drittel drin.

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Tipptabelle © FR

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