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Gute Mischung, auch beim Jubeln: der VfL Bochum.
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Gute Mischung, auch beim Jubeln: der VfL Bochum.

Zweite Bundesliga

Der VfL Bochum und sein Vorbild Eintracht Frankfurt

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Der VfL Bochum wartet seit Jahren eigentlich auf ein Duell mit dem alten Rivalen Schalke 04 – und freut sich darauf, dass daraus wohl doch wieder nichts wird.

Bereits draußen vor den Zugängen, noch ausgesperrt hinter dicken Metallstangen, mit Blick auf die Flutlichtmasten, lässt sich erahnen, was im Innern wartet. Keine Arena, niemals, dies ist kein Ort für luxuriöse Logen, für VIP-Terrassen, für Schampus und Kaviar, hier wird kein Tiki-Taka zelebriert, dieser brachiale Betonbau legt ursprünglichere Assoziationen nahe.

Da kriecht der Duft von fettiger Wurst ganz automatisch in die Nase, obwohl gerade nicht mal welche gebruzzelt wird, da kommen Gedanken an Bier auf, auch an viel Bier. Zudem an Malocher im Trikot, an Raubeine und Rudelbildungen, an Fußball in seiner ursprünglichsten Form. Hier also, an der Castroper Straße 145, pulsiert das Herz des Vereins für Leibesübungen Bochum 1848.

VfL Bochum: Die Fans fehlen

Seit einem Jahr ist das Ruhrstadion ohne sein wichtigstes Gut: die Fans. Wie allerorten in der Republik muss das Publikum coronabedingt – mit Ausnahme des Spätsommers – auch in Bochum draußen bleiben. Für die Anhänger:innen des VfL ein besonders bitterer Umstand.

2010 waren die einstmals „Unabsteigbaren“ zum sechsten Mal aus der Bundesliga abgestiegen – und kamen seitdem nicht mehr zurück. Nachdem dem Traditionsklub vor einem Jahr als Viertletzter der Absturz in Liga drei drohte und ein glückliches 0:0 am Darmstädter Böllenfalltor einigermaßen zufriedene Beteiligte zurückließ, hat sich die VfL-Welt längst kolossal verändert: Die Bochumer sind plötzlich Erster, haben vor dem heutigen Abendspiel (18.30 Uhr) gegen den Hamburger SV nicht nur fünf Zähler Vorsprung auf die Hanseaten, sondern auch auf den ersten Nichtaufstiegsplatz.

„Normalerweise“, sagt Trainer Thomas Reis, „würde das Stadion aus allen Nähten platzen.“ Stattdessen träumen die Fans auf dem heimischen Sofa von der lange nicht mehr für möglich gehaltenen Wachablösung – zumindest sportlich gesehen – des FC Schalke 04. Seit 2010 gab es kein direktes Duell mit dem Ruhrpottrivalen mehr.

VfL Bochum: Thomas Reis bleibt entspannt

Thomas Reis, 47, früher selbst in Bochum am Ball, aber auch in Augsburg, Frankfurt oder Mannheim, ein kerniger Verteidiger noch dazu, hat den VfL seit September 2019 im Eiltempo von einem Abstiegs- zu einem Aufstiegskandidaten umgekrempelt – was sich an des Trainers Aussagen jedoch kaum ablesen lässt.

Von Spiel zu Spiel denken, eine Momentaufnahme, weiter hart arbeiten – der langjährige Jugendtrainer des VfL lebt die Unaufgeregtheit vor. „Bei uns dreht keiner durch“, sagt er. Und weiter: „Es herrscht keine Euphorie. Die Mannschaft hat diese Woche fokussiert gearbeitet.“

VfL Bochum: Baumeister Sebastian Schindzielorz

Bereits 2020 waren die Bochumer neben dem HSV und Darmstadt 98 das erfolgreichste Zweitligateam, was sich in diesem Kalenderjahr fortsetzt. Zuletzt gewann der VfL das Topspiel in Fürth (2:1), jetzt wartet das Duell gegen den HSV, ehe sich Spiele gegen Düsseldorf und Kiel anschließen. Entscheidende Wochen also.

Die Mannschaft, die keinen spektakulären, aber sehr wohl einen effektiven, weil defensiv wie offensiv gut austarierten Fußball spielt, wirkt optimal aufgestellt. Dafür zuständig: Sebastian Schindzielorz. Der Geschäftsführer Sport, ebenfalls ein früherer Bochumer Profi, arbeitet seit 2018 beim VfL und sorgte gemeinsam mit dem hauptsächlich für die Finanzen zuständigen Ilja Kaenzig (vorher unter anderem Bayer Leverkusen, Hannover 96) für eine solide wirtschaftliche Lage und eine rosige sportliche.

VfL Bochum: Das Vorbild Eintracht Frankfurt

Auf den ersten Blick scheint der Kader ein zusammengewürfelter Haufen aus Profis aller Herren Länder, da gibt es Griechen, einen Brasilianer, einen Franzosen, einen Südkoreaner, insgesamt 15 Nationen sind vertreten. Auf den zweiten Blick verbirgt sich dahinter einen durchdachte (und kopierte) Strategie. „Ich würde den Kader dritteln“, erklärt Schindzielorz im Dezember dem Fußballmagazin „11 Freunde“. Spieler aus dem Ausland, zweitligaerprobte Kicker aus dem Inland, dazu Talente. „Das ist nicht ganz unähnlich zu dem, was Eintracht Frankfurt gemacht hat“, so Schindzielorz. Die Hessen sind binnen fünf Jahren von einem Fast-Bundesligaabsteiger zu einem Vielleicht-Champions-League-Teilnehmer gewachsen.

Der VfL hat für seinen Kader eine funktionierende Mischung gefunden, hinten kassierte das Team bisher die zweitwenigsten Gegentore, vorne erzielte es die drittmeisten Treffer. Robert Zulj (zwölf Saisontore) spielt eine starke Saison, auch der Ex-Kölner Simon Zoller (11). Zuletzt mischte auch der vorher länger verletzte Ex-Frankfurter Danny Blum mit seiner unbedarften Art wieder mit. Und Trainer Thomas Reis hat seine Bochumer Bande fest im Griff. Gute Aussichten also für die VfL-Fans alsbald ihr Ruhrstadion in der Bundesliga wieder einzunehmen – zwar wohl nicht gegen Rivale Schalke 04, aber gut, das würden sie wohl locker verschmerzen.

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