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Leroy Sané besitzt zweifellos das Potenzial, ein großes Turnier zu rocken.
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Leroy Sané besitzt zweifellos das Potenzial, ein großes Turnier zu rocken.

Kommentar Leroy Sané

Vertrauen entzogen

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Leroy Sané hat bei Manchester City seine Alltagstauglichkeit auf Topniveau der Premier League bewiesen. Im Nationalteam lief es bisher nicht. Der Kommentar.

Michael Ballack hat nicht lange gebraucht, um Joachim Löw für dessen Kaderauswahl zu rügen. „Jogi, nicht dein Sane-Tag heute!“ Der Bundestrainer, twitterte der einstige Capitano, habe sich unter massiven Druck gesetzt, indem er den besten Jungprofi der Premier League nicht in seinen WM-Kader nominierte.

Es ist bekannt, dass Ballack und Löw in diesem Leben nicht mehr die allerdicksten Freunde werden. Unabhängig davon, hat der im Unfrieden geschiedene Ex vom Bundestrainer nicht Unrecht: Sané hat beim Meister Manchester City seine Alltagstauglichkeit auf Topniveau der Premier League bewiesen. Zehn Tore und 15 Vorlagen, atemberaubende Tiefenläufe, Wahl zum Topact der Nachwuchskräfte – da hat einer seinen Job unter Pep Guardiola nach einigen Anlaufschwierigkeiten gut gemacht.

Von Kollegen gerüffelt

Fürs Nationalteam gilt das bislang allerdings nicht. Löw hat Sané dort noch nicht in die Spur gebracht, und offenbar fehlt dem Coach die Überzeugung, dass ihm das mit dem nicht ganz leicht zu führenden Linksaußen in den nächsten fünf Wochen gelingen könnte. Vor zwei Jahren bei der EM verpasste es Löw, dem schnellsten deutschen Fußballspieler mehr Vertrauen zu schenken. Sané durfte erst im letzten Spiel ein paar Minuten mitmachen, zu spät, um das Aus im Halbfinale gegen Frankreich abzuwenden. Er soll aber, so war zu hören, etwas nachlässig trainiert und sich wenig aufgedrängt haben. Im vergangenen Sommer hätte Löw den zum Phlegma neigenden Profi gern als Mitglied des Perspektivkaders für den Confederations Cup dabeigehabt. Sané zog es vor, sich seine Nasenscheidewand richten zu lassen und somit auf das Turnier zu verzichten.

Klug war das mit Blick auf seine DFB-Karriere nicht. Es ist verbrieft, dass der Bundestrainer die Entscheidung nicht goutierte. Er hätte Sané gerne für zweieinhalb Wochen unter seine Fittiche genommen, um diesem vertrauensvoll den Ernst des Profidaseins und die Schule des Lebens zu erklären.

Auch die Führungskräfte im Nationalteam haben Körpersprache und Einstellung des jungen Mitspielers mindestens intern gerügt. Manchmal auch extern. Toni Kroos rüffelte Sané neulich nach dessen mäßiger Leistung gegen Brasilien sogar gezielt öffentlich. Kapitän Manuel Neuer hat am Montag zwar darauf hingewiesen, der Mannschaftsrat sei nicht in Personalentscheidungen eingebunden, was glaubhaft ist. Allerdings dürfte Löw die Schwingungen im Team gerade mit Blick auf die Personalie Sané nicht außer Acht gelassen haben.

Dass einer der talentiertesten und hoffnungsvollsten deutschen Fußballspieler nicht bei der WM dabei ist, darf man, wie es Ballack tut, sehr bedauern. Denn Sané besitzt zweifellos das Potenzial, ein solches Turnier zu rocken. Von seiner individuellen Klasse gibt es auf der Welt nicht viele. Lukas Podolski hat es dieser Tage plastisch formuliert: Man dürfe nicht nur denen eine Chance geben, „die sich immer gut benehmen, nur Einsen schreiben und intelligenter sind als der Ball“. An diese Maxime hat sich Joachim Löw gerade nicht gehalten.

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