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Premiere: SCP-Trainer Baumgart sieht die Gelbe Karte.

Paderborn - Freiburg 1:3

Vergiftete Blumen

Aufsteiger Paderborn verliert trotz guter Leistung auch gegen Freiburg.

Mit seinem Premieren-Gelb beschäftigte sich Steffen Baumgart später. Zuerst redete der Trainer des SC Paderborn vor den unbeirrt feiernden Fans auf seine Spieler ein, die trotz guter Leistung wieder ohne Punkte dastanden. Während sich die Freiburger auf der anderen Seite über den Sechs-Punkte-Start in die Saison freuten, haderte der Bundesliga-Aufsteiger mit sich selbst.

„Wir machen sehr viel Tempo, aber auch sehr viele Fehler“, analysierte Baumgart nach dem 1:3 (1:2) gegen den SC Freiburg. Die zweite gute Leistung im zweiten Spiel brachte daher wieder nur warme Worte von allen Seiten – und die helfen Paderborn im Mammutprojekt Klassenerhalt so gar nicht weiter. „Es geht nicht darum, jedes Wochenende Blumen zu kriegen, sondern Punkte“, sagte der SCP-Trainer.

Wie schon beim 2:3 in der Vorwoche in Leverkusen verdarben eine mangelhafte Chancenverwertung sowie ein kaltschnäuziger Gegner verdarben den Ostwestfalen ihren Auftakt vor eigenem Publikum. Den Paderborner Blitzstart durch Streli Mamba (3.) beantworteten die Gäste von Trainer Christian Streich mit großer Effektivität: Erst Luca Waldschmidt (21.) per Handelfmeter und dann Nils Petersen (40.), der gegen seinen Lieblingsgegner sein zehntes Tor im achten Pflichtspiel erzielte, drehten das Spiel. Chang-Hoon Kwon (90.) sorgte vor 14 322 Zuschauern für die Entscheidung.

„Es hat sicherlich nicht die bessere, aber die cleverere Mannschaft gewonnen“, sagte SCP-Innenverteidiger Uwe Hünemeier. Seine Teamkollegen in der Offensive hatten teils hochkarätige Chancen kläglich vergeben. „Katastrophale Abwehrfehler“, wie SCP-Manager Martin Przondziono sagte, sorgten für den Rest. SCP-Kapitän Christian Strohdiek machte bei allen Gegentreffern keine gute Figur. „Wir müssen diese Fehler machen und dann aus ihnen lernen“, forderte Baumgart.

Der Trainer richtete den Blick nach vorn, jedoch nicht ohne einige Worte in Richtung des Schiedsrichters zu richten. Tobias Welz (Wiesbaden) hatte dem 47-Jährigen in der Nachspielzeit der ersten Hälfte die Gelbe Karte gezeigt – es war die erste für einen Bundesliga-Trainer überhaupt. „Ich äußere mich selten zu Schiedsrichtern, aber heute war es scheiße“, sagte Baumgart und echauffierte sich darüber, dass eine Diskussion mit dem Unparteiischen immer schwieriger wird: „Langsam werden wir schwachsinnig.“

Dass er für den Wurf seiner Mütze Gelb sah, sei „regeltechnisch“ in Ordnung gewesen. Aber: „Es geht um die Kleinigkeiten und die Art und Weise, wie du auf jemanden reagierst. Wir wollen mit Emotionen da sein und so werden die Emotionen weggenommen“, sagte Baumgart. Den Vorwurf der Arroganz teilte Przondziono, der wie sein Trainer ohnehin das Gefühl hatte, dass „alle 50:50-Entscheidungen gegen Paderborn“ ausgelegt worden seien.

Eine ernsthafte Schuld an der Niederlage gab dem Referee aber niemand – und das wäre auch höchst fraglich gewesen. Die effektiven Breisgauer von Coach Streich gewannen nicht unverdient und finden sich nach zwei Spieltagen mit sechs Punkten, dem besten Saisonstart ihrer Bundesliga-Historie, vorerst zwischen Spitzenreiter Borussia Dortmund und Rekordmeister Bayern München wieder. Den Auftakt hatte Freiburg gegen zu Hause gegen Mainz (3:0) gewonnen. „Wir sind in einer Situation, in der das Pendel zu uns ausschlägt“, sagte Streich: „So gegen vermeintliche Konkurrenten im Abstiegskampf zu starten, ist natürlich überragend“, sagte Sport-Club-Keeper Alexander Schwolow. (sid)

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