Matheus Cunha (Mitte).
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Matheus Cunha (Mitte).

Hertha BSC

Der Unterschiedsspieler

Der eigenwillige Hertha-Stürmer Matheus Cunha dreht plötzlich auf.

Derby-Sieg, Baby-Glück und jetzt noch zum Geburtstag zurück nach Leipzig: Herthas Stürmer Matheus Cunha erlebt derzeit turbulente Tage. Mit einem Sieg am Mittwoch im Auswärtsspiel der Fußball-Bundesliga bei RB Leipzig (18.30 Uhr/live bei Sky) könnte der formstarke Brasilianer seine ganz persönliche Partywoche krönen.

Zuzutrauen ist dem trickreichen und athletischen Stürmer ein weiteres Highlight auf jeden Fall. Der Winter-Neuzugang hat bislang in sechs Spielen vier Tore erzielt und ist im Hertha-Angriff der Mann für die besonderen Momente. Gerne trifft er mit der Hacke oder setzt zum Solo gegen drei Verteidiger an – Szenen, die großes Selbstvertrauen widerspiegeln und Herthas Spiel lange fehlten.

„Es spricht für ihn, dass er mit einer Aktion was machen kann“, sagte Hertha-Trainer Bruno Labbadia nach dem Derbysieg gegen Union Berlin über Cunha, der einen Treffer beisteuerte. Allerdings weiß der frühere Klasse-Stürmer Labbadia auch um die Schwächen des manchmal leichtsinnigen Südamerikaners und sprach diese auch offen an: „Ich finde, dass er gegen Union kein gutes Spiel gemacht hat. Er hat nicht gezeigt, was er in sich hat.“

Vom Platz in den Kreißsaal

Allerdings muss Cunha an diesem Tage auch zugute gehalten werden, dass er mit seinen Gedanken nicht nur auf dem Rasen, sondern auch bei seiner hochschwangeren Frau war. Direkt nach seiner Auswechselung (66.) eilte Brasiliens U23-Nationalspieler vom Olympiastadion in die Klinik und freute sich kurz darauf über die Geburt von Sohn Levi Nogueira da Cunha.

Als junger Vater tritt der dynamische und mitunter etwas eigenwillige Angreifer nun bei seinem Ex-Klub an, den er im Winter für knapp 20 Millionen Euro verlassen hat. Wie schon zuvor Jean-Kevin Augustin oder Davie Selke konnte sich Cunha gegen Timo Werner und Yussuf Poulsen nicht durchsetzen, dazu machte ihm seit letztem Sommer der Tscheche Patrik Schick den Platz im RB-Angriff streitig. Auch an ihm kam er nicht vorbei.

Nun startet Cunha in der Hauptstadt wieder durch und bringt sich erfreulicherweise als Teamplayer ein. An seiner Seite blüht Altmeister Vedad Ibisevic wieder auf, liefert auch Offensiv-Konkurrent Dodi Lukebakio Tore. Der Leidtragende ist wohl 23-Millionen-Zugang Krzysztof Piatek, der meist auf der Bank schmort. Im Ergebnis aber ist die Offensive der Hauptstädter für den Gegner schwieriger auszurechnen und hat deutlich an Gefährlichkeit gewonnen.

Nun darf man gespannt sein, wie Cunha am Mittwoch an seinem 21. Geburtstag in der alten Heimat auftritt. Im Sommer 2018 hatte ihn der damalige Sportdirektor und Trainer Ralf Rangnick für rund 15 Millionen Euro vom FC Sion aus der Schweiz nach Leipzig geholt. In 52 Spielen brachte es Cunha bei RB auf neun Tore und drei Vorlagen – eine eher dürftige Bilanz, die Herthas neuer Hoffnungsträger in Berlin schon bald übertroffen haben dürfte. (sid)

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