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Augsburgs Mittelfeldspieler Michael Gregoritsch (l.) und Union Berlins Danish Stürmer Marcus Ingvartsen.

Union Berlin - Augsburg 1:1

Union Berlin setzt ein Zeichen

Beim 1:1 in Augsburg zeigt der Aufsteiger, dass er mithalten kann in der Bundesliga.

Der Eintrag in die Geschichtsbücher von Union Berlin machte Sebastian Andersson „sehr stolz“. Das Joker-Tor des 28 Jahre alten Schweden bedeutete aber nicht nur Treffer Nummer eins in der Fußball-Bundesliga. Er bescherte dem Aufsteiger beim 1:1 (0:0) gegen den FC Augsburg auch den heiß ersehnten ersten Punkt im Oberhaus. „Und der ist ganz wichtig für das Selbstbewusstsein“, sagte Andersson. Nach dem heftigen 0:4 zum Auftakt gegen RB Leipzig bewiesen die Berliner, dass sie in der Bundesliga punkten können.

Das von den mitgereisten Fans euphorisch bejubelte Tor in der 80. Minute war auch Trainer Urs Fischer zu verdanken, der Andersson und Sebastian Polter nach dem Augsburger 1:0 von Ruben Vargas (59.) gemeinsam eingewechselt hatte. Mit den beiden groß gewachsenen Angreifern kam noch einmal Wucht ins Angriffsspiel der Gäste.

„Die Bank muss bereit sein, wenn sie gefragt ist“, bemerkte Fischer zu seinem Schachzug. Die Reaktion seines Teams in Augsburg gefiel ihm außerordentlich. „Die Ohrfeige gegen Leipzig mussten wir erstmal wegstecken. Das war ein gutes Zeichen heute“, sagte Fischer.

Andersson schilderte begeistert den bislang schönsten Moment in Unions kurzer Bundesliga-Historie. „Ich dachte zuerst, Polter schießt. Dann habe ich laut geschrien. Ich stand besser.“ Polter erhörte ihn, passte quer, und dann hatte Andersson „viele Gedanken“ im Kopf. Er wählte den richtigen: „Ich wusste, dass ich in die Ecke schießen muss.“ Es sei „ein sehr gutes Gefühl“, Unions erster Bundesliga-Torschütze zu sein. Zumal das Tor so wichtig war, gerade mit Blick auf den nächsten Gegner: Borussia Dortmund. „Das wird wieder die Kategorie Leipzig“, ahnt Kapitän Christopher Trimmel.

Gegen die Kategorie Augsburg demonstrierte der Aufsteiger, dass er nicht chancenlos sein muss im Abstiegskampf. „Ich bin glücklich für die Jungs, weil sie in den 90 Minuten vieles richtig gemacht haben“, sagte Coach Fischer. „Wir haben das Gesicht gezeigt, dass wir uns vorgenommen haben“, erklärte Kapitän Trimmel. Es gab noch eine dritte Premiere: Keven Schlotterbeck sah nach einem Tritt gegen das Schienbein von Florian Niederlechner als erster Union-Profi Rot in der Bundesliga. Aus Wut zerriss der Verteidiger sein Trikot.

Subotic freut sich auf BVB

Fischer sprach später auch vom nötigen „Wettkampfglück“, weil Augsburgs Niederlechner in der 73. Minute das 2:0 auf dem Fuß hatte. „Wenn Flo das Tor macht, wäre das die Entscheidung gewesen“, meinte FCA-Coach Martin Schmidt. Nicht nur für Andersson, auch für Neuzugang Neven Subotic war es ein aufregender Samstagnachmittag. „Ich fand es geil“, sagte der 30 Jahre alte Innenverteidiger, der bei seinem Bundesliga-Comeback Unions Abwehr so gut es ging stabilisierte. „Ich bin aus Frankreich gekommen, um solche 90 Minuten zu erleben, 90 Minuten zu ackern“, sagte Subotic. „Enorm“ ist nun seine Vorfreude auf das für ihn so besondere Spiel gegen die „alten Kollegen“ des BVB: „Ich bin kein Dortmunder in den 90 Minuten, sondern Unioner.“

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