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Union Berlin: Kompliment in Köpenick

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Von: Frank Hellmann

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Der Macher von Köpenick: Urs Fischer.
Der Macher von Köpenick: Urs Fischer. © IMAGO/Matthias Koch

Der Bundesliga-Check, Teil 7: Union Berlin Die Eisernen haben sich prächtig entwickelt und spielen erneut europäisch - und sie bleiben Nummer eins in der Hauptstadt

Viele werden den Samstagabend auf dem Parkplatz vor dem Stadion an der Alten Försterei nicht vergessen. Feiertage hatte Union Berlin schon einige in jüngerer Vergangenheit, doch der 14. Mai stach noch einmal heraus: Durch ein 3:2 gegen den VfL Bochum schlossen die Eisernen die Saison als Tabellenfünfter ab. Besser waren die Berliner selbst in der DDR-Oberliga nie platziert. Nun vertreten sie das zweite Jahr in Folge die Bundesliga auch europäisch. Kompliment.

Wie stark ist der Kader?

Es ist mittlerweile schon fast gängiges Ritual, dass der kluge Manger Oliver Ruhnert, im Nebenjob Schiedsrichter und Linken-Politiker, ein ständiges Kommen und Gehen nicht für die schlechteste Lösung hält, um einerseits Reizpunkte zu setzen und andererseits Entwicklungen voranzutreiben. Natürlich, in Taiwo Awoniyi ist der beste Stürmer gegangen, der auch am letzten Spieltag in letzter Minute traf. Für den zu Nottingham Forest abgewanderten Nigerianer kommt der Schweizer Torschützenkönig Jordan Siebatcheu nach Köpenick. Der 26-Jährige erzielte in der vergangenen Saison 22 Treffer für Young Boys Bern und war auch auf seinen vorherigen Stationen ein Torgarant.

Worauf steht der Trainer?

Urs Fischer ist nicht nur ein Meister des Understatements, der Schweizer versteht es wie kaum ein anderer, sich den Gegebenheiten anzupassen. Dass Union stets so konstant blieb, sich auch aus kleine Krisen befreite und in der vergangenen Saison die Abgänge der Leistungsträger Robert Andrich, Christian Gentner, Nico Schlotterbeck, Christopher Lenz und im Winter dann Marvin Friedrich und Max Kruse kompensieren konnte, war eine Meisterleistung des Trainers. Er fordert Verlässlichkeit ein, macht klare Vorgaben – und ein glänzender Taktiker ist er ohnehin.

Zu- und Abgänge

Zugänge: Jordan Siebatcheu (Young Boys Bern), Lennart Grill (Bayer 04 Leverkusen, Leihe), Timo Baumgartl (PSV Eindhoven, Leihe verlängert), Milos Pantovic (VfL Bochum), Tim Skarke (Darmstadt 98), Jamie Leweling (SpVgg Greuther Fürth), Danilho Doekhi (Vitesse Arnheim), Janik Haberer (SC Freiburg), Paul Seguin (SpVgg Greuther Fürth), Rick van Drongelen (KV Mechelen, Leihe beendet), Fabio Schneider (Kuopion Palloseura, Leihe beendet), Tymoteusz Puchacz (Trabzonspor, Leihe beendet), Tim Maciejewski (Austria Klagenfurt, Leihe beendet), Fabio Schneider (Kuopion Palloseura, Leihe beendet)

Abgänge: Pawel Wszolek (Legia Warschau, war bereits dorthin verliehen), Taiwo Awoniyi (Nottingham Forest), Lennart Moser (KAS Eupen), Andreas Luthe (1. FC Kaiserslautern), Grischa Prömel (TSG Hoffenheim), Marcus Ingvartsen (1. FSV Mainz 05, nach Leihe fest verpflichtet), Suleiman Abdullahi (IFK Göteborg), Leon Dajaku (AFC Sunderland, nach Leihe fest verpflichtet), Bastian Oczipka (Vertragsende), Anthony Ujah (Vertragsende)

Wo hapert es noch?

Wer bei Spielen von Union Berlin den Fernseher einschaltet, den Ton aber abdreht – und damit nicht die Stimmung aus dem Stadion wahrnimmt – der stellt alsbald fest, dass der Genussfaktor nicht immer der allergrößte ist. Das intensive Spiel der Eisernen ist nichts für Ästhetiker. Dafür gibt es aber Zweikämpfe satt. Es gibt natürlich Gegenbeweise. Wie der spektakuläre Konter beim Auswärtssieg bei RB Leipzig am 23. April, als Sven Michel per Hacke auf Kevin Behrens ablegte. Sagenhaft. Ein Klub, der nicht auch flüssig kombinieren kann, wird nicht Fünfter.

Wer sticht heraus?

Nach und nach sind viele Identifikationsfiguren aus dem Aufstiegsjahr 2019 gegangen. Mit Grischa Prömel (TSG Hoffenheim) verlor Union noch einen, der zum Gesicht geworden war. Insofern muss jetzt unbedingt Christopher Trimmel erwähnt werden. Der 35 Jahre Österreicher ist seit 2014 an der Alten Försterei, hat vergangene Saison 25 Bundesliga-, fünf DFB-Pokal- und sieben Europapokalspiele gemacht. Hut ab.

Was ist drin?

Mit der Zusatzbelastung Europa League wird sich Union im Bundesliga-Alltag ein bisschen schwerer tun. Das kostet Körner und damit Punkte. Mit dem Abstieg aber haben die Berliner nichts zu tun. Und sie bleiben die Nummer eins der Hauptstadt.

Tipptabelle
Tipptabelle Union Berlin © FR

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