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Darmstadt 98: Ungenutzte Steilvorlage

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Von: Daniel Schmitt

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Hälst du ja im Kopf nicht aus: Lilien-Trainer Torsten Lieberknecht, bedient.
Hälst du ja im Kopf nicht aus: Lilien-Trainer Torsten Lieberknecht, bedient. © dpa

Darmstadt 98 klettert zurück auf einen Aufstiegsrang, verpasst nach dem 1:1 gegen Hansa Rostock aber den Sprung an die Spitze.

Kurz nachdem der allerletzte der 16 Darmstädter Torabschlüsse nicht den Weg ins Netz, sondern nur an die Außenseite des Rostocker Kastens gefunden hatte, in der dritten Minute der Nachspielzeit, leistete Torsten Lieberknecht erst mal Aufbauarbeit. Seine Spieler waren sichtlich bedient, der eine klatschte frustriert auf den Boden, der andere fluchte in den böigen Wind hinaus, der Trainer redete ihnen daher noch auf dem Platz gut zu. Doch das 1:1 (1:0) gegen den FC Hansa passte den Profis nicht. Verständlich. Es war mehr drin.

Zwar verbesserten sich die Darmstädter in der Zweitligatabelle auf Rang drei, den möglichen Sprung an die Spitze verpassten sie jedoch. Es war eine große Chance, die sich den Südhessen da geboten hatte, derart geballte Ausrutscher der Konkurrenz (HSV und Bremen nur remis, St. Pauli mit Niederlage) wird es künftig wohl eher selten geben.

Darmstadt 98 spielt remis gegen Abstiegskandidat Rostock

„Wir hätten uns mehr verdient gehabt“, sagte Torschütze Tobias Kempe, das zweite Unentschieden nacheinander sei „natürlich bitter“. Bitter vor allem deshalb, weil die Darmstädter gegen den Abstiegskandidaten die bessere Mannschaft stellten, zum richtigen Zeitpunkt den Sack aber nicht zumachen konnten. „Wir hätten gewinnen müssen“, fand Kempe.

Der pünktlich zum Spiel aus der Quarantäne zurückgekehrte Lilien-Trainer Lieberknecht hatte im Vorfeld der Partie mit seiner Aufstellung erstaunt. Nicht nur, dass er den zuletzt starken Angreifer Aaron Seydel mit einem Startelfeinsatz belohnte, auch durfte der junge Clemens Riedel im defensiven Mittelfeld ran. Die Folge: Das weithin gefürchtete, zuletzt aber ohne Treffer gebliebene Sturmduo Luca Pfeiffer und Phillip Tietz saß anfangs draußen. Eine Entscheidung, deren Nutzen – rückblickend betrachtet – angezweifelt werden darf.

Darmstädter Lilien: Torschütze Kempe fehlt gegen Dresden

Die Lilien begannen bissiger als zuletzt, attackierten früh den damit teils überforderten Gegner. So luchste Kempe dem desorientierten Rostocker Abwehrmann Ryan Malone die Kugel an der Strafraumgrenze ab und schob zur verdienten Führung ein (25.). Tim Skarke hätte nach einem ähnlich hohen Ballgewinn nachlegen und vorentscheidend treffen können (42.).

Nach der Pause ein ähnliches Bild: Angeführt vom kommende Woche in Dresden gelbgesperrt fehlenden Kempe beherrschten die Hausherren die Partie – ohne den Sieg jedoch mit einem zweiten Tor abzusichern. Und dann passierte das, was so oft passiert: Nach einer Ecke glichen die ansonsten harmlosen Rostocker aus. Rostocks John Verhoek räumte Klaus Gjasula mit der Hand aus dem Weg, Danylo Skian köpfte dahinter ein. Dass der Foulpfiff von Schiedsrichter Arne Arnink ebenso wie die Intervention des Kölner Kellers ausblieben, steigerte das Darmstädter Unbehagen sicher noch.

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