Bock des Jahres: Torwart Lukas Hradecky sorgt für Lacher.
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Bock des Jahres: Torwart Lukas Hradecky sorgt für Lacher.

Voll daneben

Lukas Hradecky: Unfreiwilliger Kunstschuss

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Leverkusen-Keeper Hradecky lupft sich den Ball selbst ins eigene Tor und sorgt für reichlich Slapstick - den viel schlimmeren Fehltritt leistet sich aber Mitspieler Tah.

Hätte er es so gewollt, ihm wäre es wohl niemals geglückt. Dieses Anlupfen des herantrudelnden Balles mit dem linken Standbein, höchstens zwei, drei Zentimeterchen empor. Das folgende Touchieren der Kugel mit dem Außenrist des rechten Schwungbeins, der dadurch entstehende Rückwärtsdrall. Ja, es war im Grunde wahre Fußballkunst, die Lukas Hradecky da vollbrachte. Halt eine, die mit dem Ball im eigenen Netz endete. Dumm gelaufen.

Der Slapstick-Hradecky, der Pannen-Lukas, der Finnen-Fauxpas – dem Leverkusener Torwächter war trotz des 2:1-Sieges seines Teams bei Aufsteiger Arminia Bielefeld die Häme gewiss. Der frühere Frankfurter nahm es, wie gewohnt, mit Humor. „Es wird jetzt sicher einige Youtube-Clips geben, die Leute dürfen gerne darüber lachen. Klar, es ist ein Scheißgefühl, aber meine Mannschaft und mein Brate-Boy haben mir geholfen.“ Hradeckys Brate-Boy Aleksandar Dragovic war es, der die Bayer-Elf zwei Minuten vor dem Ende zum fünften Sieg nacheinander und auf Rang drei schoss, so dass es ehrlicherweise fast keinen besseren Moment geben konnte für solch ein jahresrückblick-taugliches Eigentor. Zumindest dann nicht, wenn es überhaupt gute Momente für jahresrückblick-taugliche Eigentore gegen sollte.

So legte bei genauerer Betrachtung eigentlich nicht Lukas Hradecky den Fehltritt des Spieltags hin, sondern sein Leverkusener Mitspieler Jonathan Tah. Der Nationalverteidiger rutschte nach einer knappen Stunden bei einem unsinnigen Klärungsversuch an der eigenen Torauslinie seinem Gegenspieler Fabian Klos sekundenlang mit den Stollen über das Sprunggelenk. Der Bielefelder schrie auf, selbst auf dem heimischen Sofa zuckten die Knöchel ob der schmerzhaften TV-Bilder kurz auf. Klos musste ins Krankenhaus, Tah nicht vom Platz. Rot wäre die richtige Schiri-Entscheidung gewesen, es gab nicht mal Gelb.

Richtig dumm gelaufen.

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