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Zufriedene Darmstädter. Foto: dpa
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Zufriedene Darmstädter.

Zweite Bundesliga

Unbeschwerte Fußballwelt am Bölle

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Der SV Darmstadt 98 baut mit einem 2:0-Sieg in Regensburg seinen Vorsprung auf die Nichtaufstiegsränge aus,

Sollte es tatsächlich noch einer symbolischen Szene bedurft haben, um das erste Halbjahr dieser Zweitligarunde aus Sicht von Darmstadt 98 zu beschreiben, diese 93. Minute am Sonntag in Regensburg wäre wunderbar geeignet: Die Fußballer aus dem Hessischen, Tabellenzweiter mit fünf Punkten Vorsprung auf Rang vier, also lagen mit 1:0 vorne bei den Bayern, sie spielten gar nicht mehr so gut zu diesem Zeitpunkt, sie waren müde, sehr, sehr müde. Und sie kämpften sich in dieser Phase eher übers Feld, als dass sie noch spielten.

Phillip Tietz, die stürmende Wühlmaus, die die Führung von Emir Karic (70.) stark aufgelegt hatte, grätschte quasi dauerhaft über den Rasen. Und wenn nicht, dann rannte Tietz wild dem Ball hinterher, oder er streckte den Hintern raus und ließ die Regensburger daran abprallen, drei Kicker auf einmal sogar. All das, dieser unbändige Wille, die Lauf- und Leidensfähigkeit, paart sich in dieser Runde aber eben bei den Lilien auch mit anderen Attributen des Fußballs: dem Schönen des Spiels. Tobias Kempe, ohnehin seit Jahren als Kunstschütze bekannt, bekam dann noch die Kugel zugeschustert von Kollege Tietz, schaute kurz auf und zwirbelte den Ball aus 18 Metern in den Winkel. Danach: Anstoß, Abpfiff, 2:0 (0:0)-Sieg.

Aufstieg „ein Nebenprodukt“

Die Lilien, die ersatzgeschwächt in Regensburg eine starke erste und eine durchwachsene zweite Hälfte ablieferten, schließen damit ein überaus erfolgreiches Kalenderjahr ab. Erst die beste Rückserie der Klubgeschichte noch unter Anleitung von Trainer Markus Anfang, nun 35 Punkte aus 18 Spielen in der aktuellen Saison mit Trainer Torsten Lieberknecht an der Seitenlinie. Vereinsrekord in Liga zwei ist das.

Nur einen Zähler Rückstand haben die Darmstädter auf Spitzenreiter St. Pauli, und auch der große Vorsprung auf die Großen der Liga, auf den HSV, Schalke oder Bremen, führt automatisch hin zum Thema Aufstieg. Nur eben bei Lieberknecht nicht. Der Pfälzer hält den möglichen Druck seit Wochen mit geschickten Aussagen fern von seiner Truppe, er lacht dann in die TV-Kameras, reißt lustige Sprüche, um am Ende wieder und wieder die Favoritenrollen den Konkurrenten aufzubürden. Auch nach dem Regensburg-Spiel. „Es gibt viele Teams in er zweiten Liga, die sich über den Aufstieg mehr Gedanken müssen. Wir wollen einfach weiter an unsere Leistungen anknüpfen, den Fans den Spaß an ihrer Mannschaft geben.“ Alles andere, also der Traum von der Bundesliga, sei ein „Nebenprodukt, was man vielleicht hinten heraus nicht mehr aufhalten kann.“ In Darmstadt, und das hört sich glaubhaft an, sei man weiter demütig. „Wir versuchen die Ruhe zu bewahren.“

Weniger ruhig dürfte es dagegen auf der Heimreise per Bus zugegangen sein. Lieberknecht, der in Regensburg seinen 100. Zweitligasieg einfuhr, verkündete vor der Abfahrt, das eine oder andere Liedchen anstimmen zu wollen. Seine Gitarre habe er zwar nicht eingepackt, sagte er noch, „aber dann spiele ich eben Luftgitarre.“ Welch wunderbar unbeschwerte Darmstädter Fußballwelt.

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