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Bayrische Leistungsträger für die Zukunft: Joshua Kimmich (li.) und der aus Frankfurt stammende Niklas Süle.

Bayern München

Im Umbruch

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Die Verjüngung ist beim Meister in vollem Gange.

Es war der erste Advent, als Uli Hoeneß ausplauderte, was ohnehin jeder ahnte: Der Präsident und Aufsichtsratsboss des FC Bayern verkündete auf einem Fanklub-Besuch in Forchheim das Ende der Ära von Franck Ribery und Arjen Robben. „Ribery und Robben machen sehr wahrscheinlich ihr letztes Jahr beim FC Bayern“, sagte Hoeneß damals und sprach aus, was zuvor Karl-Heinz Rummenigge auf der Mitgliederversammlung angedeutet hatte: dass das Duo „Robbery“ ein glorreiches Kapitel in der titelträchtigen Vereinsgeschichte erhalte. „Sie haben über 700 Spiele absolviert, dabei 261 Tore geschossen und 289 Vorlagen gegeben. Sie sind Legenden des FC Bayern.“ 

Doch so schnell können die Münchner auf ihre beiden Altstars eben auch nicht verzichten. Mag Trainer Niko Kovac zwar die Wachablösung auf Außen eingeläutet haben, weil er zuletzt immer häufiger gemeinsam auf Serge Gnabry, 23, und Kingsley Coman, 22, setzte, so braucht es die Arrivierten noch. 

Gnabry wird wegen eines Muskelfaserrisses definitiv das Topspiel im Frankfurter Stadtwald verpassen, auch Coman wurde am Mittwoch gegen RB Leipzig (1:0) angeschlagen ausgewechselt. Zum Matchwinner schwang sich der bereits nach 28 Minuten eingewechselte Ribery auf, den Kovac eigentlich für Frankfurt schonen wollte. Dass der 35-Jährige in der Schlussphase sein zweites Saisontor schoss und mit großer Geste feierte, zeigte: Noch zieht sich der Monsieur mit dem Narben im Gesicht nicht so schnell aufs Altenteil zurück. „Wir müssen cool bleiben, die Saison ist noch lang“, richtete Ribery danach aus, der auch gegen die Eintracht als Linksaußen beginnen wird. Den rechten Flügel sollte Thomas Müller besetzen, Thiago gibt dann den Einfädler hinter den Spitzen. Robben (Oberschenkelprobleme) wird erst wieder im neuen Jahr ein Thema.

Nächste Saison ist der Flügelwechsel dann aber unvermeidlich. So wie Joshua Kimmich oder der in Frankfurt geborene Niklas Süle in der Defensive immer mehr Verantwortung übernehmen, gehört in der Offensive Gnabry und Coman das Vertrauen. Beide sind pfeilschnell, beide sehr trickreich. Dass Anlagen zur Weltklasse vorhanden sind, ist unbestritten. Aber der dauerhafte Beweis steht auch hier noch aus. Zumal die Nachfolger nicht weniger verletzungsanfällig sind wie ihre Vorgänger. Gnabry machen immer wieder Muskelverletzungen zu schaffen, Coman haben zwei langwierige Verletzungen am Syndesmoseband zurückgeworfen. 

Wegen eines Eingriffs verpasste der Flügelflitzer die WM und den Triumph der Equipe Tricolore, dann ereilte ihn am ersten Spieltag nach einem Foul des Hoffenheimer Nationalspielers Nico Schulz dieselbe Verletzung. Die ersten 15 Pflichtspiele fanden ohne den Linksaußen statt, den Rummenigge mal „unser größtes Talent“ nannte, weil ihn Coman vielleicht an seine besten Zeiten erinnerte. 

Sein legitimer Nachfolger sorgte für erhebliche Verwirrung, als Coman in einer französischen Fernsehsendung davon redete, eine dritte Verletzung nicht akzeptieren zu wollen. „Vielleicht ist mein Fuß dafür nicht gemacht. Ich werde dann ein anderes, anonymes Leben führen.“ Nur auf Coman und Gnabry werden sich die Bayern also auf den Außenbahnen nicht verlassen. Eine Alternative ist bereits seit Ende November in den Trainingsbetrieb integriert und ab dem 1. Januar spielberechtigt: Das kanadische Talent Alphonso Davies, 18, kommt mit der Empfehlung aus Vancouver, seine besten Spiele auf dem Flügel gemacht zu haben.

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