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Uli Hoeneß teilt aus

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Von: Manuel Bonke

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Guter Rat umsonst: Uli Hoeneß und Sportvorstand Hasan Salihamidzic am Sonntag im Rathaus.
Guter Rat umsonst: Uli Hoeneß und Sportvorstand Hasan Salihamidzic am Sonntag im Rathaus. © IMAGO/kolbert-press

Ehrenpräsident sieht den FC Bayern als „Spielball einiger Medien“ und verteidigt Sportvorstand Hasan Salihamidzic gegen Kritik.

Einige Tausend Fans jubelten den Bayern lautstark zu, als diese am Sonntagnachmittag auf dem Rathausbalkon die silberne Meisterschale in den blauen Münchner Himmel stemmten. Vorstandsboss Oliver Kahn gab mit Blick auf die Hoffnung der Konkurrenz, die Bayern könnten künftig noch mehr schwächeln, seine zuvor vielfach kritisierte Zurückhaltung auf: „Diese Hoffnung können die sich abschminken! Nächste Saison greifen wir wieder richtig an.“

Derweil kritisierte Ehrenpräsident Uli Hoeneß die Kluboberen und ausgesuchte Medien, die er am liebsten nicht mehr an der Säbener Straße sähe. Für die Debatte um Robert Lewandowski & Co. hat der 70-Jährige kein Verständnis. „Es gibt ja scheinbar einige Journalisten, die stehen jeden Morgen auf und sagen: Welche Vertragssau kann ich denn heute durchs Dorf treiben? Es gibt auf der ganzen Welt keinen Verein, wo das Thema so thematisiert wird. In keinem Verein! Überall laufen Verträge aus, aber bei uns wird jeden Tag darüber geschrieben. Aber den Vorwurf mache ich dem Verein, dass er sich das gefallen lässt“, erklärte Hoeneß und fügte hinzu: „Der FC Bayern ist im Moment Spielball einiger Medien. Das darf nicht sein.“

Und weiter: „Die Sache Robert Lewandowski ist doch in der Wirtschaft was vollkommen Normales. Der eine sagt: ‚Ich will weg.‘ Der andere sagt: ‚Ich lass dich nicht gehen‘. Und dann muss der, der weg will sagen: ‚Das muss ich akzeptieren‘", sagte Hoeneß und ergänzte: „Wenn sich der morgen das Bein bricht, können wir auch nicht sagen: ‚Du musst jetzt gehen, weil wir dich nicht mehr gebrauchen können.‘ Er hat eine super Leistung hier gebracht. Der FC Bayern hat super bezahlt. Wir sind ausgeglichen. Ganz einfach.“

Außerdem mahnte er Trainer Julian Nagelsmann zur Geduld. „Auch er muss lernen, dass Rom nicht in einem Jahr erbaut werden kann. Er hat, finde ich, das erreicht, was beim FC Bayern wichtig ist: nämlich die Meisterschaft.“ Bis Weihnachten habe er manchmal im Stadion gesessen und gesagt: Wow! „Ich habe das Spiel in Berlin gesehen, da habe ich den Julian angerufen und gesagt: ‚Gestern habe ich ein Spiel gesehen, da haben die Berliner Such’s Balli gespielt‘. Und so haben wir dann plötzlich einfach nicht mehr gespielt. Und das muss analysiert werden.“

Aber woher kam dieser Leistungsabfall? Hoeneß hat eine Vermutung: „Herbert Hainer hat es gesagt, die Pandemie hat uns im Januar, Februar unglaublich getroffen. Dann diese Sache mit Joshua Kimmich, die hat nicht nur die Mannschaft, sondern auch ihn sehr getroffen, finde ich, weil er lange Zeit gebraucht hat, bis er einigermaßen wieder fit war. Diese Dinge zusammen spielen schon eine Rolle.“

Kritik an Niklas Süle

Zudem verteidigte er Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Wenn man einige Berichte verfolge, dann sei das „eine Hetzjagd und er ist nicht alleine verantwortlich für die Transferpolitik“. „Als wir sechs Titel gewonnen haben, habe ich keinen gehört, der gerufen hat: ‚Hasan, Hasan!‘ Jetzt, wo wir die Champions League nicht gewinnen, ist er alleine schuld. Das kann nicht sein.“

Zudem kritisierte Hoeneß den scheidenden Abwehrspieler Niklas Süle, der auf eigenen Wunsch nicht zum letzten Spiel nach Wolfsburg mitgereist war. „Das spricht nicht gerade für den Spieler. Wenn er von Wertschätzung spricht, dann würde ich sagen, hat er dem Verein keine Wertschätzung gegeben. Ich fand diese Aktion katastrophal,“ mit dpa/sid

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