+
Norbert Meier: Neustart in der Drittklassigkeit.

KFC Uerdingen

Uerdingen will nach oben

Mit der Erfahrung Norbert Meiers will Uerdingen den Aufstieg in die 2. Bundesliga noch schaffen.

Rund fünf Monate in Darmstadt, keine neun Monate in Kaiserslautern – wo Norbert Meier in den vergangenen zweieinhalb Jahren auftauchte, war er recht schnell auch wieder weg. Im Herbst seiner Trainerkarriere hat der 60-Jährige die viel zitierte Schnelllebigkeit des Profifußballs zu spüren bekommen. Den neuen Job in Krefeld hat er daher nicht leichtfertig angetreten.

„Ich hatte vorher auch andere Angebote“, sagte Meier der Rheinischen Post nach seiner Unterschrift beim Drittligisten KFC Uerdingen: „Aber ich bin jetzt in einem Alter, wo ich nur noch etwas mache, von dem ich tausendprozentig überzeugt bin.“

Für dieses „Projekt“ am Niederrhein gelte das, der Verein will mit dem Geld des russischen Klub-Präsidenten Michail Ponomarew wieder nach oben. „Das ist eine Geschichte, mit der ich mich identifizieren kann“, sagt Meier. Und vielleicht ist es seine letzte Chance.

Der frühere Nationalspieler hat als Trainer zweifellos eine erfolgreiche Laufbahn hingelegt. Den MSV Duisburg führte er in die Bundesliga, mit Fortuna Düsseldorf schaffte er es von der 3. Liga in die Erstklassigkeit, Arminia Bielefeld stieg unter Meier in die 2. Liga auf.

Eine Chance für Meier

Seine Erfahrung sollte dann auch bei den vergangenen beiden Stationen ein Trumpf des Trainers sein. Doch beim damaligen Erstligisten Darmstadt 98 war nach neun Niederlagen in 13 Ligaspielen schon Schluss, den 1. FC Kaiserslautern musste er als Tabellenletzter der 2. Bundesliga verlassen.

Nun also ein neuer, ein wichtiger Anlauf noch eine Klasse tiefer. Zweifellos ist Uerdingen für Meier eine Chance. Der Klub ist kein gewöhnlicher Drittligist, und das liegt an seinem Mehrheitseigner. „Wir haben ein klares Ziel“, sagt Ponomarew: „Ich verfolge meinen Weg und gebe mein Bestes, um den KFC nach oben zu bringen. Und von dem Weg lasse ich mich nicht abbringen.“

Den Weg mindestens zurück in die Zweitklassigkeit will der Russe mit viel Prominenz beschreiten. In Kevin Großkreutz hat Uerdingen sogar einen 2014er-Weltmeister in seinen Reihen, dazu kommen frühere Bundesligaprofis wie Maximilian Beister, Dominic Maroh, Stefan Aigner, Assani Lukimya und Adam Matuschyk.

Dass bekannte Namen allein in der umkämpften 3. Liga nicht ausreichen, wurde spätestens in den vergangenen Wochen aber überdeutlich. Drei Niederlagen in Folge und dabei zehn Gegentore, der KFC steht nur noch auf Platz vier und droht, den Anschluss zu den Aufstiegsplätzen vollends zu verlieren.

Meier glaubt aber, den notwendigen Plan für die Aufholjagd zu haben. Und setzt dabei ausdrücklich nicht bloß auf die Klasse, die seine Profis einst bei anderen Klubs schon nachgewiesen haben. „Es stehen auch junge Spieler in der Mannschaft, sie wurde gut zusammengestellt“, sagt er: „Uns muss es gelingen, die individuelle Qualität mit Teamgeist zu paaren.“

Und zwar möglichst schnell. Schon am kommenden Samstag (14.00 Uhr) wird 1860 München zum ersten Prüfstein für Meier und den KFC. (sid)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion