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Posieren: Stefan Kießling beim Foto-Shooting der Nationalmannschaft (Archiv 2010).
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Posieren: Stefan Kießling beim Foto-Shooting der Nationalmannschaft (Archiv 2010).

DFB Nationalmannschaft

Überstunden am Filmset für Gomez, Neuer und Götze

Die Fußball-Nationalspieler haben am Wochenende nach ihren Bundesligapartien noch nicht Feierabend ? sie müssen zu Werbeaufnahmen für die DFB-Sponsoren.

Von Jan Christian Müller

Den deutschen Fußball-Nationalspielern steht zum Monatsende ein verlängertes Wochenende bevor, an dem weniger fußballerische Fertigkeiten gefragt sind. Bis Sonntagmittag müssen sich die Profis und ihr Trainerteam zu Werbeaufnahmen im Hinblick auf die Europameisterschaft für die DFB-Sponsoren in einem Münchner Luxushotel eingefunden haben.

Cacau und Marco Reus dürfen zu den Marketingtagen nachreisen, denn die beiden Offensivspezialisten spielen Sonntagnachmittag in Stuttgart noch in der Bundesliga gegeneinander.

Per Mertesacker, der am Dienstag in der Premier League ran muss, und Miroslav Klose, der Sonntagabend mit Lazio Rom in Verona spielt, fehlen.

Auf Deutschlands restliche 25 besten Fußballspieler kommt in München ein geballtes Programm im Ballsaal des Hotels sowie in den 25 Autominuten entfernten Bavaria-Filmstudios zu: drei kommerzielle TV-Spots, ein Werbefilm unter Regie von Sönke Wortmann für die DFB-Umweltkampagne sowie vier Foto-Shootings müssen bis Montagnachmittag im Kasten sein.

Denn den Werbepartnern (siehe Infobox) steht ein entsprechender werblicher Gegenwert für ihr millionenschweres Engagement beim Deutschen Fußball-Bund zu.

Rund 55 Millionen Euro kassiert der DFB jährlich von seinen Partnern ? ohne Bandenwerbung und ohne TV-Geld.

Laufzettel für DFB-Nationalspieler

Manager Oliver Bierhoff, Marketingdirektor Denni Strich und dessen Projektleiter Patrick Kisko erwarten intensive Stunden in München. Die bayrische Landeshauptstadt wurde eigens ausgewählt, um dem großen Bayernblock im DFB-Kader kurze Wege zu gewährleisten. „Jeder Spieler erhält einen Laufzettel, auf dem minutiös der Ablaufplan abgebildet ist“, erklärt Kisko, „die Jungs halten sich hoch professionell an die vorgegebenen Zeiten.“

Auch die Sponsoren sind entsprechend perfekt vorbereitet. Sie haben dieselben Stylisten engagiert, die schon seit 2006 mit den Nationalspielern zusammenarbeiten, sie proben zudem die Einstellungen zuvor intensiv mit Hilfe von Doubles. Denn viel Zeit, eine Szene mehrfach zu wiederholen, bleibt nicht.

"Wir verkaufen die ganze Mannschaft.“

Wünsche, welche Spieler sie für ihre Kampagne benötigen, haben die DFB-Partner vorher zwar geäußert. Grundsätzlich, sagt Strich, „wollen wir aber nicht, dass ein Spieler besonders hervorgehoben wird. Wir verkaufen die ganze Mannschaft.“

Das, begründet der 45-jährige ehemalige Zweitligaspieler, sei im Übrigen auch im Interesse der Sponsoren. „Wir raten unseren Partnern, sich bei der Auswahl der Spieler breit aufzustellen.“

Denn sich zu sehr auf einen einzigen Spieler zu konzentrieren, kann unangenehme Folgen haben.

Vor der WM 2006 etwa wollte Bitburger unbedingt Oliver Kahn als Kopf für die Kampagne. Kahn war dann aber nur Ersatztorwart hinter Jens Lehmann.

Im berühmten „Gipfelsturm“-Spot von Mercedes vor der EM 2008 spielten Timo Hildebrand und Bernd Schneider prominente Rollen, der Ersatztorwart und der Mittelfeldspieler waren sogenannte „key visuals“. Pech für Mercedes: Hildebrand wurde dann gar nicht in den EM-Kader berufen, Schneider musste wegen einer Bandscheibenverletzung passen.

Technik hilft beim Wechsel

Bitburger hat aus der Erfahrung gelernt. Der Bierbrauer arbeitet seitdem verstärkt in Collagen und kann einzelne Spieler mittels moderner Film- und Fototechnik leicht austauschen. Denn auch andersherum kann angesichts der Dynamik im deutschen Fußball ein Schuh daraus werden.

Kisko: „Es ist durchaus möglich, dass Spieler bis zur Ausstrahlung noch populärer werden. Von dieser Entwicklung profitiert dann natürlich auch der Sponsor.“ Zumal die Partner erkannt hätten, „dass die Jungen ihre Zielgruppe zum Teil sogar besser ansprechen als die älteren Spieler.“

Im Schatten von Ballack

Gerade für die zahlreichen, im riesigen Schatten von Michael Ballack noch nahezu unsichtbaren Aufsteiger im DFB-Team gilt: Zum Kreis der Besten zu gehören, steigert den persönlichen Marktwert erheblich.

Das Interesse der Nationalspieler, bei den Aufnahmen dabei zu sein, ist entsprechend groß.

Vor zwei Jahren kam der Hamburger Heiko Westermann sogar auf Krücken zum Set nach Stuttgart angereist.

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