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Mats Hummels wollte unbedingt spielen, ließ sich nach einem Patzer aber doch auswechseln.

Mats Hummels

Überfall der Bazillen

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Der erkrankte Abwehrchef liefert einen schwachen Auftritt ab. Hummels hätte auf seinen Einsatz verzichten sollen.

Mats Hummels trug eine Wollmütze gegen die nasskalte Novemberwitterung, aber da war es schon zu spät und die Erkältung längst eingefangen. Alles, was er an diesem Abend noch tun konnte, war Schadensbegrenzung. Nach 65 Minuten hatte er den Platz verlassen, ungewöhnlich früh für einen Abwehrchef, aber in diesem Fall auf seinen ausdrücklichen Wunsch: „Wenn mich etwas ärgert, dann, dass ich zur Halbzeit nicht spätestens gesagt habe, es macht keinen Sinn mehr.“

Am Freitag hatten die Bazillen ihren Überfall gestartet, am Samstag hatten sie sich endgültig des Ex-Weltmeisters bemächtigt. „Es hat alles ein bisschen länger gedauert, als es normalerweise der Fall ist“, räumte Hummels ein, seine ganze Wahrnehmung sei „ein bisschen dumpf und verschwommen im Kopf“ gewesen.

Unter normalen Umständen hätte Hummels auf den Einsatz verzichten und seinen Platz für Niklas Süle räumen sollen. Aber die Umstände, gab er zu bedenken, seien eben speziell gewesen. Das Spitzenspiel, die Gesamtsituation in München, dazu seine ganz persönliche Dortmunder Vergangenheit. „Logischerweise“ habe es also trotzdem versucht. Ganz so logisch war das aber dann doch nicht. Zwei kapitale Böcke schoss Hummels, die nur deshalb glimpflich ausgingen, weil die Dortmunder mit den daraus resultierenden Konterchancen arg verschwenderisch umgehen. Danach sah er selber ein, dass es keinen Sinn mehr machte.

Das entband seinen Trainer von einer schwierigen Entscheidung. In der aktuellen Lage, wo hinter jeder heiklen Personalie gleich ein Konflikt zwischen Niko Kovac und Teilen des Teams vermutet wird, hätte eine Auswechslung des Nationalspielers als Degradierung missverstanden werden können. Tatsächlich gewährte der Trainer seinem Spieler aber viel Kredit. Womöglich mehr als angemessen. „Bist du dir sicher?“ habe er Hummels zur Pause gefragt, berichtete Kovac. Der Patient antwortete mit Ja. 

Andererseits stand es noch 2:1, als Hummels ging. Und es spricht für ihn, dass er sich selbst aus dem Spiel nahm. So ganz getrübt waren seine Sinne offensichtlich nicht. Er wusste sogar noch, wann ihm zuletzt zwei solche Schnitzer unterlaufen waren: „2010, Karpaty Lwiw.“

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