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Hält sich einen Serben vom Leib: Levin Öztunali (links) im Zweikampf mit Miroslav Bogosavac.

U21-EM

Levin Öztunali: Schwankend vor dem Abschied

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Der Mainzer Levin Öztunali ist der erfahrenste Profi bei der U21-Nationalmannschaft, der er doch nie seinen Stempel aufdrücken konnte - nun buhlt der FC Augsburg um die Offensivkraft. 

Die Gegner würden immer namhafter je länger das Turnier dauere, vermutete Levin Öztunali vor ein paar Tagen im Trainingsquartier der Deutschen U21-Nationalmannschaft in den Hügeln des Friaul. Der Offensivspieler des FSV Mainz 05 hat sich geirrt, während große Fußballnationen wie Gastgeber Italien oder England ausgeschieden sind, trifft die deutsche Auswahl an diesem Donnerstag in Bologna im Halbfinale der Europameisterschaft auf Rumänien. 

Die Osteuropäer sind zum ersten Mal seit 21 Jahren wieder bei einer EM dabei, Öztunali hingegen kann nach dem Gewinn des EM-Titels 2014 mit der U19 nun nach 2017 zum zweiten Mal in Serie auch mit der U21 die Kontinentalmeisterschaft gewinnen.

Levin Öztunali: Talent liegt ihm im Blut, den großen Durchbruch hat er noch nicht geschafft

Mit 23 Jahren ist Öztunali der älteste Spieler im Kader von Trainer Stefan Kuntz. In der Bundesliga kam er bislang 126 Mal zum Einsatz, erzielte sieben Tore und kommt auf 19 Vorlagen. Doch trotz seines großen Erfahrungsschatzes stagniert die Entwicklung des 28-fachen U21-Nationalspielers, nur Fabian Ernst absolvierte noch drei Spiele mehr in dieser deutschen Nationalmannschaft. Das Talent liegt dem gebürtigen Hamburger als Enkel der deutschen Fußball-Ikone Uwe Seeler im Blut. Aber den ganz großen Durchbruch hat er in der Bundesliga weder bei Bayer Leverkusen, Werder Bremen noch in Mainz geschafft. 

Immer wieder deutet Öztunali enorme Qualitäten an, ohne sie über einen längeren Zeitraum regelmäßig auf den Platz bringen zu können. Auch bei dieser U21-EM ist das so: Einer guten Leistung gegen Dänemark (3:1) zum Auftakt folgte eine sehr gute gegen Serbien (6:1) mit einer brillanten Torvorbereitung, zum 1:0,während er zum Vorrundenabschluss gegen Österreich (1:1) wie das ganze Team schwächer agierte.

Saison in Mainz unbefriedigend, FC Augsburg hat ernstes Interesse an Levin Öztunali

Schwankende Leistungskurven begleiten Öztunali seine ganze Karriere, die im Moment am Scheideweg steht. Die letzte Saison in Mainz verlief unbefriedigend, in 15 Einsätzen blieb er torlos, bereitete nur zwei Treffer vor. Nun spielt er in Italien bei der EM um seinen Marktwert und seine Zukunft. Die Mainzer dürften Öztunali, dessen Vertrag noch bis 2021 läuft, bei einem entsprechenden Ablöse-Angebot wohl ziehen lassen. 

Das Interesse vom FC Augsburg ist wohl ernsthaft. Dort würde er auf Trainer Martin Schmidt treffen, der offensive Außenbahnspieler liebt und Öztunali aus gemeinsamen Mainzer Zeiten gut kennt. Auch U21-Trainer Stefan Kuntz setzt Öztunali im 4-3-3-System als Außenstürmer ein, eine Rolle, die ihm besser zu liegen scheint, als eine Achter-Position im oft gespielten 4-4-2 mit Raute unter Trainer Sandro Schwarz in Mainz.

Öztunali spielt im Nationaltrikot mit mehr Selbstvertrauen und besser als zuletzt bei den Nullfünfern. Eine stichhaltige Erklärung dafür hat der im Gespräch zurückhaltende, eher schüchterne Fußballer nicht. Öztunali ist das Gegenteil eines Lautsprechers, er vermutet: „In Mainz spielen wir ein anderes System, vielleicht liegt es am System, man weiß es nicht.“ 

Ordentliche Leistungen bei der U21-EM tun Levin Öztunali gut

Die ordentlichen Leistungen bei der EM täten ihm aber natürlich gut, gibt er zu. „Auf der Acht hat man mehr Defensiv-Aufgaben, auf der Außenbahn kommt man viel öfter vorne in eine 1:1-Situation.“ Öztunali will sich nicht festlegen, welche Position er lieber spielt, aber der Eindruck ist, dass er sich auf der Außenbahn auch dank seiner Schnelligkeit wohler fühlt.

Zu dem angeblichen Werben des FC Augsburg will Öztunali nur die üblichen Standardsätze sagen, die man von allen potenziellen Wechselkandidaten während dieser Tage in Italien hört: „Ich habe mir noch nicht so viele Gedanken gemacht über die kommende Saison. Jetzt liegt der Fokus ohnehin auf der EM.“ Er müsse noch an seiner Effektivität arbeiten, sagt Öztunali, der nach dieser EM zu alt für die U 21 ist. Eine Karriere in der A-Elf ist Stand jetzt eher unwahrscheinlich, aber Levin Öztunali sagt vor dem EM-Halbfinale gegen Rumänien: „Erfolgserlebnisse sind immer schön, ein Titel kann viel bewirken auf dem weiteren Weg.“

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