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Wurde im Sommer mit PSG Zweiter in der Champions League: Trainer Thomas Tuchel.
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Wurde im Sommer mit PSG Zweiter in der Champions League: Trainer Thomas Tuchel.

Entlassung

Typisch Thomas Tuchel

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Der in Paris entlassene Thomas Tuchel ist ein überragender Trainer, er wird zeitig einen neuen Job in einer Topliga bekommen – wenn er denn will. Ein Kommentar.

Es ist ein Tuchel-typischer Abschied von Paris Saint-Germain. Einer ohne Einvernehmen, der rätselhafterweise auch Tage danach noch nicht von seinem Klub offiziell bestätigt wurde. Das tat ersatzweise Starspieler Kylian Mbappé am Heiligabend schon: „Niemand wird Ihre Amtszeit hier vergessen“, schrieb der Stürmer bei Instagram und dankte dem vom Verein verstoßenen Trainer. Da half auch das 4:0 gegen Straßburg am Tag vor Weihnachten nicht mehr.

Der Klub hatte den Finger wohl schon nach dem 0:1 gegen Spitzenreiter Olympique Lyon und dem 0:0 beim Tabellenzweiten OSC Lille gesenkt, spätestens aber, als Tuchel ein kritisches Interview bei Sport 1 folgen ließ, das auf der Homepage des deutschen Senders inzwischen nicht mehr zugänglich ist. Er sprach davon, es sei gerade schwierig, „um nicht verbittert zu werden“. Er rügte die „extreme Erwartungshaltung im Klub und im Umfeld“. Insgesamt, so der Tenor, mangele es an Anerkennung für das Erreichte. „Es macht einen auch manchmal ein bisschen traurig oder sauer.“ Das kam offenbar nicht gut an bei seinem Arbeitgeber.

Tuchel dürfte angesichts der gigantischen Investitionen geahnt haben, dass auch ein zweiter Platz in der Champions League nicht zu Freudentänzen auf den Straßen von Paris und schon gar nicht in der katarischen Hauptstadt Doha führt. Dort, wo die Geldgeber sitzen, geht es ums Gewinnen. Und sonst um nichts. Nicht um Fußballkultur, nicht um Empathie, nicht um kameradschaftliche Bande. Tuchel hat deshalb ganz gut zu Paris Saint-Germain gepasst. Dass der Dauerzwist mit Sportdirektor Leonardo zum Ende laut der gemeinhin gut informierten „L’Équipe“ in eine lautstarke Auseinandersetzung mündete, passt ins Bild. Tuchel trägt dafür sicher nicht allein die Verantwortung. Aber auch bei seinen vormaligen Arbeitgebern Mainz 05 und Borussia Dortmund hat er es nicht geschafft und auch gar nicht gewollt, freundschaftlich in den Verein hinein zu wirken. Einerseits. Andererseits hat er seine Kernarbeit jeweils derart gut beherrscht, dass er es trotz seines anstrengenden Wesens in allen Klubs weit über die in der Branche durchschnittliche Dauer einer Anstellung als Fußballlehrer hinaus schaffte.

Thomas Tuchel ist ein überragender Trainer, er ist deshalb ein reicher Mann geworden, er wird auch aus dem Pariser Engagement ohne tiefe Kratzer herauskommen und wenn er will, zeitig einen Job in einer Topliga bekommen. Er dürfte nur nirgendwo jemals so verabschiedet werden wie Jürgen Klopp in Mainz, Dortmund - und eines Tages sicher auch beim FC Liverpool.

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