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Trübes Gesamtbild in Stuttgart und Augsburg

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Von: Frank Hellmann, Jan Christian Müller

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Sinnbild der Stuttgarter Enttäuschung: Abwehrspieler Konstantinos Mavropanos.
Sinnbild der Stuttgarter Enttäuschung: Abwehrspieler Konstantinos Mavropanos. © dpa

Der VfB Stuttgart und FC Augsburg erleben gerade schwierige Zeiten - können sie sich noch retten?

Am Ende flossen Tränen. Die Tränen des Konstantinos Mavropanos. Der griechische Abwehrspieler des VfB Stuttgart gilt als Mentalitätsmonster. Einer, auf den noch immer sehr souverän wirkende und von Sportchef Sven Mislinat voll unterstützte Trainer Pellegrino Matarazzo setzt. Und dann das: Es lief schon die vorletzte Minute der Nachspielzeit, der VfB führte hochverdient 1:0 gegen den VfL Bochum, als ein Blackout von Mavropanos den Gästen einen unverhofften und vollauf berechtigten Strafstoß bescherte.

Eigentlich hatte der Grieche besser zum Ball gestanden als der eingewechselte Bochumer Sebastian Polter, aber dann war er zu langsam, rutschte zu allem Überfluss auch noch weg und rauschte so in den aus dem toten Winkel herangeeilten Mittelstürmer. Elfmeter durch Eduard Löwen, Tor, 1:1. Ein Punkt statt drei Zähler für die stark abstiegsgefährdeten und schwer frustrierten Schwaben.

„Es passt ins Gesamtbild dieser Saison. Immer wieder Rückschläge“, stöhnte Matarazzo. Obendrauf kam typischerweise, dass Rechtsaußen Silas sich schon nach einer Viertelstunde die Schulter auskugelte. Sie wurde noch während des Spiels unter Narkose wieder eingerenkt. Verletzungen und Corona-Erkrankungen haben den VfB in dieser Saison härter getroffen als alle Konkurrenten. Als Matarazzo nach dem Spiel seine Statements gab, hallten die Jubelschreie der Bochumer Fans am Stadionausgang wie Hohngebrüll in den Medienraum. „Es ist beschissen und tut weh“, unkte Matarazzo.

Die Historie macht Mut

Vermutlich hätte sein Augsburger Kollege Markus Weinzierl, der 2018/2019 als Nothelfer beim VfB in nicht einmal fünf Monaten scheiterte, fast zeitgleich etwas ähnliches gesagt, wenn er nicht hätte in Quarantäne bleiben müssen. So erklärte sein Assistent Reiner Maurer die Folgen der 1:2-Heimniederlage gegen den SC Freiburg: „Der Abstiegskampf ist in Augsburg nicht ungewöhnlich. Ich denke schon, dass wir ihn zu hundert Prozent angenommen haben.“ Doch nur ein Sieg aus den letzten acht Spielen sorgt allenthalben für Ernüchterung. Hoffnung macht derzeit allein die eigene Historie,

Seit dem Aufstieg 2011 hat der FCA immer wieder die Kurve bekommen. Im Vorjahr genügte am vorletzten Spieltag ein Sieg gegen Werder Bremen in Unterzahl, um das elfte Bundesliga-Jahr abzusichern. „Die Mannschaft wird mit der Situation umgehen können“, glaubt Manager Stefan Reuter. „Es ist schon häufig der Fall gewesen, dass wir Drucksituationen hatten.“

Aktuell tun sich überall Baustellen auf: Nun patzte vor dem Siegtor des Freiburger Nationalspielers Nico Schlotterbeck sogar der sonst so zuverlässige Torwart Rafal Gikiewicz (26.). Und vorne wartet der mit so viel Tamtam verpflichtete US-Youngster Ricardo Pepi immer noch auf sein erstes Erfolgserlebnis. Der fast 16 Millionen Euro teure Rekordeinkauf kommt ohnehin nur noch als Einwechselspieler zum Zuge.

Sinnbild der Augsburger Lage: Florian Niederlechner am Boden.
Sinnbild der Augsburger Lage: Florian Niederlechner am Boden. © dpa

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