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Die pure Enttäschung: Wolfsburgs Torhüterin Almuth Schult (l-r), Nilla Fischer, Isabel Kerschowski, Lena Goeßling und Joelle Wedemeyer nach dem Tor zum 1:4 gegen Lyon.
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Die pure Enttäschung: Wolfsburgs Torhüterin Almuth Schult (l-r), Nilla Fischer, Isabel Kerschowski, Lena Goeßling und Joelle Wedemeyer nach dem Tor zum 1:4 gegen Lyon.

Frauen-Fußball

Traum vom Triple zerplatzt in Kiew

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Der zweite Kraftakt innerhalb von fünf Tagen war für den VfL Wolfsburg zuviel. In der Verlängerung kassieren die Wölfinnen gleich vier Gegentoren.

Sie hüpften und tanzten, sie kreischten und feixten: Die Fußballerinnen von Olympique Lyon ließen ihrer Freude freien Lauf, als im Konfettiregen endlich das Objekt der Begierde in ihren Besitz überging. Zuvor waren bei den Frauen des VfL Wolfsburg im altehrwürdigen Walerij-Lobanovskyj-Stadion von Kiew viele Tränen geflossen – schließlich sollte an diesem lauen Sommerabend in der ukrainischen Kapitale der Traum vom Triple platzen. Der französische Seriensieger hat sich durch ein letztlich zu hoch ausgefallenes 4:1 (0:0, 0:0) nach Verlängerung zum fünften Male die Trophäe der Women’s Champions League gesichert. „Das war ein großer Kampf von Wolfsburg, aber über 120 Minuten ein verdienter Erfolg von Lyon“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel beim Verlassen des Stadion durch die verwinkelten Gänge.

Bevor Olympique-Kapitänin Wendie Renard das Silberstück aus den Händen des Uefa-Präsidenten Aleksander Ceferin empfing, schlichen VfL-Anführerin Nilla Fischer und Kolleginnen mit hängenden Häuptern zur Siegerehrung.

Und doch verschwieg das Resultat doch glatt, dass der Werksverein eigentlich eine halbe Hand schon am Cup hatte: Schließlich hatte Pernille Harder den Spielverlauf auf den Kopf gestellt, als die dänische Topstürmerin mit einem abgefälschten Weitschuss die Wolfsburger Führung erzielte (93.). Doch nur drei Minuten später ereignete sich der eigentliche Knackpunkt, als ausgerechnet die erfahrene Nationalspielerin Alexandra Popp sich für ein törichtes Foul an der Außenlinie eine Gelb-Rote Karte einhandelte (96.).

Seriensieger Lyon

Weil Lyon zu diesem Zeitpunkt die wohl schnellste Fußballerin der Welt – die niederländische Flügelstürmerin Shanice van de Sanden – eingewechselt hatte, kam, was kommen musste: Amandine Henry (98.), Eugénie Le Sommer (99.), Ada Hegerberg (103.) und Camille Abily (116.) drehten in Windeseile das Blatt. Spät, aber nicht zu spät hatte das Lyoner Starensemble seine ganze Klasse offenbart. Das Weltklasseteam um die diesmal blasse deutsche Nationalmannschaftskapitänin Dzsenifer Marozsan bleibt das Maß aller Dinge und stellt nun das dritte Mal hintereinander die Königinnen von Europa. Der deutsche Doublesieger muss sich mit den nationalen Titeln begnügen und wird nun am 3. Juni nach dem letzten Bundesligaspiel gegen den 1. FC Köln eine nun vielleicht nicht ganz so ausgelassene Feier abhalten.

Nur gut, dass die Meisterschaft schon unter Dach und Fach ist, denn wie Trainer Stephan Lerch die maßlos enttäuschten VfL-Spielerinnen für das vorletzte Bundesligaspiel am Sonntag beim FC Bayern aufbauen will, scheint ein Rätsel. Mit Abpfiff lag das halbe Team ebenso enttäuscht wie entkräftet auf dem Rasen.

Immerhin trug der Werksverein zuvor zu einem lange halbwegs ausgeglichenen Finale bei, das zumindest vom Spannungsgehalt die 14 237 Zuschauer überzeugte, die immer wieder eine La-Ola-Welle durch das Oval schickten.

Dort, wo sich die Parkanlagen und Denkmäler am Ufer des Dnepr zur sogenannten Smaragdkette aufreihen und die Touristen von den Treppenstufen über den grünen Anstrich der Metropole staunen, entwickelte sich in der regulären Spielzeit ein Abnutzungskampf, der wie ein Abziehbild zum deutschen Pokalendspiel in Köln daher kam. Beide Teams fanden im letzten Drittel lange keine richtige Lösung.

Bezeichnend für die Ausrichtung, dass sich die frühere Stürmerin Popp in der umkämpften Begegnung als defensive Mittelfeldspielerin über Grätschen wie gegen die einschussbereite Henry (67.) definierte.

Zu diesem Zeitpunkt war das Wolfsburger Gefüge durch die Knieverletzung von Sara Gunnarsdottir bereits nicht mehr richtig stabil. Und hätte nicht die starke Torhüterin Almuth Schult gegen Le Sommer gerettet (83.), wäre das Drama in der Verlängerung schon gar nicht mehr zustande gekommen.

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