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Trainer Lieberknecht warnt vor Fortuna

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Von: Ingo Durstewitz

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Hat Respekt vor Fortuna Düsseldorf: Darmstadts Trainer Thorsten Lieberknecht. Foto: Imago Images
Hat Respekt vor Fortuna Düsseldorf: Darmstadts Trainer Thorsten Lieberknecht. Foto: Imago Images © Imago/Ulrich Hufnagel

Der SV Darmstadt 98 ist personell gebeutelt, will sich aber mit einem Sieg im Topspiel gegen Fortuna Düsseldorf vorne festbeißen.

Man kann beim besten Willen nicht behaupten, dass Fabian Schnellhardt ein Fußballer ist, der für Spektakel oder Außergewöhnliches steht. Das ist nicht seine Kernkompetenz, das gibt auch seine Position nicht her. Der 28 Jahre alte Profi des Zweitligisten SV Darmstadt 98 ist ein Schaffer und Wühler im Mittelfeld, ein Bälleklauer, einer, der dort hingeht, wo es wehtut. Das sieht selten filigran aus, ist nicht auffällig, aber wichtig und effektiv. Oft erkennt man den Wert eines solchen Spielers erst, wenn er fehlt. So wie jetzt.

Die Fleißbiene im Mittelfeld der Lilien, die in zehn der elf Pflichtspielen in der Startelf stand, hat sich einen Außenband-Teilabriss im Knie zugezogen, Ausfallzeit vier bis sechs Wochen. „Die Nachricht hat uns komplett geschockt“, sagt Trainer Torsten Lieberknecht einigermaßen zerknirscht.

Wie er den Abräumer an der Seite von Tobias Kempe ersetzen will, verrät der Coach nicht, sagt aber vor dem Heimspiel am Samstag (13 Uhr/Sky) gegen Fortuna Düsseldorf im Brustton der Überzeugung: „Wir bleiben positiv, lamentieren nicht und schenken den Jungs unser Vertrauen. Ich habe tausendprozentiges Vertrauen in meine Spieler.“ Maximaler geht’s wohl nicht.

Für die Südhessen läuft es gerade prächtig im Fußball-Unterhaus, das sie womöglich Ende Mai 2023 verlassen und eine Etage höher spielen werden. Das ist, klar, Zukunftsmusik, doch die Darmstädter machen zurzeit einen verdammt gefestigten Eindruck. Seit zehn Spielen sind sie unbesiegt, sieben Partien davon haben sie gewonnen und sich klammheimlich auf Platz zwei des Klassements gepirscht. Völlig verdient. Sie sind eine kompakte, homogene Einheit, schwer zu bespielen, schwer zu knacken und mit einer guten Mentalität.

Sonst hätten sie vor acht Tagen kaum das 0:1 im Spitzenspiel in Paderborn noch in einen 2:1-Erfolg gedreht. Doch gerade dieser Auftritt in Ostwestfalen hat dem Fußballlehrer Lieberknecht so gar nicht geschmeckt. „Mit der Leistung war ich überhaupt nicht zufrieden“, grantelt er. „Wie wir dort ins Spiel gekommen sind, darf uns nicht passieren. Natürlich bin ich happy, dass wir zurückgekommen sind und die drei Punkte geholt haben. Aber wir können besser spielen und uns noch massiv in vielen Punkten verbessern.“ Da legt einer die Latte ziemlich hoch.

Die Heimpartie gegen die erstarkten Fortunen, die sich in Lauerstellung auf Rang vier geschoben haben, erachtet der Trainer als eine enorm wichtige, zumal er den Düsseldorfern einiges zutraut in dieser Runde. „Sie haben einen aufstiegsreifen Kader, der in der Breite extrem gut besetzt ist. Sie haben die Qualität, dieses Jahr im Aufstiegsrennen definitiv ein Wörtchen mitzureden.“ Ein Sieg gegen einen direkten Konkurrenten würde doppelt süß schmecken, die 98-er hätten sich dann erst einmal weit oben festgebissen.

Fans auf der Haupttribüne

Leicht wird das für die personell arg gebeutelten Lilien nicht. Doch Ausreden lässt der Coach nicht gelten. „Wir brauchen individuell und als Mannschaft eine bessere Leistung als gegen Paderborn. Die Jungs dürfen Fehler machen, sie sind keine Maschinen. Das Einzige, was ich von ihnen erwarte, ist, dass sie ihr Herz auf dem Platz lassen.“ Machen sie eigentlich immer.

Unterstützt werden sie dabei erstmals seit dem Abriss wieder von Fans auf der neuen Haupttribüne am Böllenfalltor. Erst einmal ist nur ein Teil zugelassen, aber immerhin 1350. Lieberknecht freut’s: „Das wird eine geile Atmosphäre.“

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