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Markus Gisdol Kölner Trainer, wartet seit sieben Monaten auf seinen 50. Bundesligasieg.

1. FC Köln

Trainer Gisdol in der Kritik: Kölle Alarm

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Der 1. FC Köln will nach null Punkten aus drei Spielen alles auf null stellen - ob’s wirklich hilft?

Es ist jetzt nicht so, als komme diese negative Entwicklung überraschend, als habe es nicht genügenden Pessimisten (oder Realisten?) im Umfeld des 1. FC Köln vor Rundenbeginn gegeben. Nicht nur die zehn sieglosen Spiele am Stück ließen Übles erahnen, nein, selbst die FR übermittelt bereits vor Wochen ihre Sorge vom Main an den Rhein. „Die Angst vorm siebten Abstieg der Vereinshistorie ist mit Händen zu greifen beim zweimaligen Deutschen Meister“, schrieb die FR im Rahmen ihrer Tippserie, um mit der für die Domstädter wenig erbauliche Einschätzung zu enden: „Der Abstieg ist vermutlich nicht zu vermeiden.“

Noch wäre es natürlich völlig verfrüht, sich für die eigenen Expertenqualitäten auf die Schultern zu klopfen, macht man ja sowieso besser nicht, grundsätzlich aber stellte sich der Saisonstart des 1. FC Köln aber genauso da, wie er zu erwarten war: schlecht. 2:3 gegen Hoffenheim, 0:1 gegen Bielefeld, am Samstag 1:3 gegen Mönchengladbach – macht summa summarum null Punkte, Rang 16 und eine veritable Krise. Kölle Alarm!

Siege kennen sie in Köln mittlerweile nur noch aus grauer Vor-Corona-Zeiten. Das Team vom längst sehr kritisch beäugten Trainer Markus Gisdol ist nun schon seit 13 Bundesligapartien ohne dreifaches Erfolgserlebnis, genauso lange wie Gisdol nun schon auf seinen verflixten 50. Bundesligaerfolg überhaupt wartet.

Am Samstag präsentierten sich die Kölner im eigenen Stadion vor 300 zugelassenen Fans im Derby gegen das Gladbacher Spitzenteam desolat, phasenweise überfordert. „Man hat gesehen, wieso Gladbach gegen Real Madrid und Inter Mailand in der Champions League spielt – und wir gegen den Abstieg. Auch wenn man das in Köln nicht gerne hört“, kommentierte Trainer Gisdol wenig schmeichelhaft, aber realistisch.

Alassane Plea (14.), Stefan Lainer (16.) und Lars Stindl per Foulelfmeter (56.) trafen für die Gäste, während Elvis Rexhbecaj (84.) noch belanglose Ergebniskorrektur für die Kölner betrieb. Die nachvollziehbare Frage, die natürlich längst im ohnehin stets unruhigen Umfeld des FC gestellt wird, ob Gisdol bereits zur Diskussion stehe, beantwortet Sportchef Horst Heldt kurz und eindeutig: „Nein.“ Freilich war es der ehemalige Mittelfeldspieler höchstpersönlich, der Gisdol in der Sommerpause überhaupt erst mit einer vorzeitigen Vertragsverlängerung bis Sommer 2023 für dessen Niederlagenserie belohnt hatte.

Ein Hoffnungsschimmer auf Besserung bis zum nächsten Ligaspiel, das Heimduell am 18. Oktober gegen die Frankfurter Eintracht, ist die anstehende Länderspielunterbrechung. Einen „Neustart“ erhofft sich Gisdol dadurch. Vor allem will der Fußballlehrer die Trainingszeit dafür nutzen, seine Taktik den erst spät in der Transferperiode zum Team gestoßenen Stammkräften wie Sebastian Andersson (Union Berlin), Ondrej Duda (Hertha BSC) und Marius Wolf (Borussia Dortmund) näher zu bringen.

In Köln stellen sie nach drei Spielen und null Punkten wieder alles auf null - ob’s wirklich hilft? Zweifel sind jedenfalls vorhanden.

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