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Torsten Lieberknecht: Rendezvous mit der Ex aus Braunschweig

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Von: Daniel Schmitt

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Einst zusammen in Braunschweig: die Darmstädter Phillip Tietz (l.) und Torsten Lieberknecht.
Einst zusammen in Braunschweig: die Darmstädter Phillip Tietz (l.) und Torsten Lieberknecht. © imago/Hübner

Vor seiner Rückkehr nach Braunschweig will der Darmstädter Trainer Lieberknecht alte Gefühle ruhen lassen. Ganz einfach wird das nicht.

Die Frage lag auf der Hand, was zu einer recht routinierten Antwort führen sollte. Ja, so Torsten Lieberknecht, selbstverständlich sei die Rückkehr zu seiner Ex, zur Eintracht aus Braunschweig, etwas Besonderes für ihn, für den Fußballtrainer, der dort 15 Jahre lang werkelte, davon zehn als Chefcoach der Profis. Was sollte er das verhehlen? Würde ihm ohnehin niemand glauben. Aber, so Lieberknecht, „ganz nüchtern betrachtet“ spielten bei der Zweitligapaarung seines aktuellen Arbeitgebers, dem SV Darmstadt 98, in Braunschweig am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) die „Vergangenheit und die Romantik“ kaum eine Rolle. „Ich weiß, dass ich in Braunschweig ein gern gesehener Gast bin, aber jetzt komme ich als Gegner.“ Als gern gesehener Gegner.

„Ist noch viel Herz dabei“

Es ist natürlich verständlich, dass Lieberknecht versucht, der persönlichen Bedeutung des Spiels keinen allzu großen Raum in der Vorbereitung seiner Mannschaft zu geben. Ganz frei davon aber wird sich der 49-Jährige kaum machen können. Braunschweig wird für immer mit ihm verbunden sein, die Eintracht sowieso, aber auch die Stadt. Alle drei Kinder des Trainers wurden dort geboren. Dem „Darmstädter Echo“ gewährte Lieberknecht in einem Interview dieser Tage etwas mehr Einblicke in sein Seelenleben als im Rahmen der Pressekonferenz: „Da würde ich lügen, wenn ich etwas anderes erzähle. Es war brutal emotional dort, ich hatte viele emotionale Momente in diesem Stadion. Da ist noch viel Herz dabei.“ Nicht umsonst titelte der Braunschweiger Boulevard dieser Tage: „Willkommen zurück, Torsten.“ Man kennt sich, man schätzt sich.

Für Lieberknecht ist es nicht die erste Rückkehr ins Eintracht-Stadion als Gästecoach. Mit dem MSV Duisburg gewann er vor ziemlich genau drei Jahren in der dritten Liga dort mit 3:0. Auch der Darmstädter Mittelstürmer Phillip Tietz, geboren in Braunschweig und entdeckt als kleiner Bub beim Kicken auf der Straße vom Nachbarn Torsten Lieberknecht, verbrachte seine Jugend bei der Eintracht.

Doch nun spielen eben nicht Torsten Lieberknecht und Phillip Tietz gegen Eintracht Braunschweig, sondern der SV Darmstadt 98. Und der konnte zuletzt zweimal gewinnen, erst in der Liga gegen Sandhausen (2:1), dann im Pokal in Ingolstadt (3:0). Die Mannschaft befindet sich auf einem guten Weg, gerade die vom Trainer gewünschte taktische Variabilität sei laut Lieberknecht mittlerweile mehr und mehr verinnerlicht.

Während Mathias Honsak, Thomas Isherwood und Clemens Riedel verletzt fehlen werden, sind die am Freitag ins Training zurückgekehrten Jannik Müller und Aaron Seydel zumindest Kandidaten für die Ersatzbank. Auch Oscar Vilhelmsson, junge Sturmhoffnung aus Schweden, ist nach seiner Bänderblessur im Knöchel wieder fit. Nichtsdestotrotz denken die Darmstädter weiterhin über eine Verstärkung für den Angriff nach. „Wir würden gerne etwas machen, müssen uns aber nicht hitzig treiben lassen“, so Torsten Lieberknecht. Er geht die Dinge dieser Tage lieber „ganz nüchtern“ an.

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