2. Liga

VfB im Topspiel gegen den HSV unter Druck: „Da geht es um alles“

Der VfB Stuttgart steht im Topspiel der 2. Liga gegen den Hamburger SV massiv unter Druck. Noch genießt Trainer Pellegrino Matarazzo das volle Vertrauen.

Wie ernst die Lage beim VfB Stuttgart ist, zeigte sich am Montag. Vorstandschef Thomas Hitzlsperger und Sportdirektor Sven Mislintat sahen sich nach dem völlig verkorksten Neustart bereits gezwungen, ihrem Trainer Pellegrino Matarazzo eine Jobgarantie auszusprechen.

Dennoch: Der Druck bei den ambitionierten Schwaben bleibt vor dem Zweitliga-Topspiel am Donnerstag (20.30 Uhr/Sky) gegen den Hamburger SV hoch. Eine weitere Pleite würde nicht nur die Mission Wiederaufstieg beim VfB massiv gefährden – noch mehr Unruhe wäre garantiert.

Die Verantwortlichen bauen aber schon einmal vor. „Wir sind uns intern einig, dass Rino in jedem Fall nächste Saison unser Trainer ist“, betonte Mislintat: „Die Trainerfrage können wir uns echt sparen, auch wenn wir gegen den HSV und bei Dynamo Dresden verlieren – tausendprozentig.“ Der Verein sei „vom Trainer überzeugt“, ergänzte Hitzlsperger.

Vielmehr nahm er nach zwei Auswärtspleiten die Profis um Führungsspieler Mario Gomez in die Pflicht: „Wir können nicht nur denken, dass wir ein guter Klub sind, wir müssen liefern.“ Gegen den großen Rivalen aus Hamburg wäre ein guter Zeitpunkt.

Noch beträgt der Rückstand auf den Zweitplatzierten HSV nur einen mageren Zähler, weil auch Hamburg trotz ansprechender Leistungen nicht über zwei Unentschieden nach der Coronapause hinausgekommen ist. Doch anders als der VfB wähnen sich die Hanseaten halbwegs im Soll. „Wir sind noch nicht am Ziel, aber der Kurs stimmt“, sagte Trainer Dieter Hecking entspannt. Seine Vorgabe für das Duell der beiden Traditionsklubs: „Wir wollen als Zweiter die Heimreise antreten.“

Das wollen und müssen die angeschlagenen Stuttgarter, die auf den gesperrten Spielmacher Daniel Didavi verzichten müssen, nach vier sieglosen Spielen mit aller Macht verhindern. „Da geht es um alles“, sagte Matarazzo bestimmt. „Wir haben einiges gutzumachen“, fügte Verteidiger Pascal Stenzel an.

Das sieht auch Hitzlsperger so. Ihn ärgerte vor allem beim 1:2 in Wehen die Einstellung. Da habe er sich „die Frage gestellt, ob die Spieler wissen, was es heißt, zu kämpfen für den Aufstieg“, sagte der Sportvorstand dem SWR. Beim 2:3 in Kiel erkannte er immerhin Verbesserungen: „Wir wollen aufsteigen, und jeder hat den Ernst erkannt. Aber wir haben noch nicht die richtigen Mittel gewählt.“

Dafür ist Matarazzo als Nachfolger von Tim Walter zuständig. Der 42-Jährige ist beim VfB seit dem Meistertitel 2007 bereits der 20. Trainer, mit klarem Auftrag. Der Etat von 40 Millionen Euro – der acht Punkte vor dem VfB platzierte Spitzenreiter Arminia Bielefeld hat im Vergleich bescheidene elf Millionen zur Verfügung – „sollte sich im Tabellenplatz widerspiegeln“, sagte Hitzlsperger schon zu Saisonbeginn. Umso mehr ist ein Sieg gegen den HSV Pflicht. (sid)

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