Frustriert: Marcel Heller und Darmstadt 98. dpa
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Frustriert: Marcel Heller und Darmstadt 98. dpa

2. Bundesliga

Tölpelhafte Rückschläge für hessische Zweitligisten

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Darmstadt verabschiedet sich endgültig aus dem Aufstiegsrennen, Wehen steckt im Keller fest.

Wer sich bei Fußballspielen nicht nur an Traumtoren, technischen Kabinettstücken oder taktischen Meisterleistungen erfreut, sondern auch ein bisschen die andere, unangenehme, ja jene tölpelhaftige Seite des Spiel gerne betrachtet, der ist am Zweitligawochenende gewiss fündig geworden – unter anderem bei zwei hessischen Vereinen, dem SV Darmstadt 98 und dem SV Wehen Wiesbaden. Beide mussten am 30. Spieltag Niederlagen einstecken. Die einen, Darmstadt, verloren 0:3 (0:1) bei Jahn Regensburg und sind endgültig raus aus dem Aufstiegsrennen. Die anderen, Wehen Wiesbaden, kassierten daheim gegen Schlusslicht Dynamo Dresden eine 2:3 (2:2)-Pleite und stecken weiterhin auf einem Abstiegsplatz fest.

Aber zurück zur tölpelhaftigen Seite des Spiels, und damit eilig ab nach Regensburg. Dort waren die Darmstädter über 90 Minuten mindestens gleichwertig, sie waren über weite Teile der Partie sogar besser. Und doch verloren sie. „Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf nicht wider. Wir haben aber in den entscheidenden Situationen dem Gegner die Möglichkeiten gegeben, die Tore zu erzielen“, bilanzierte Lilien-Coach Dimitrios Grammozis.

SV Wehen verliert erneut

So drosch sein Team in Person von Tobias Kempe nicht nur einen Strafstoß meterweit über des Gegners Kasten (66.) – es war erst Kempes zweiter Fehlversuch in seinem saisonübergreifend 15. Versuch vom Elfmeterpunkt –, auch die Regensburger Treffer fielen kurios. Nach der Führung Marcel Correia (7. Minute) oberschenkelte erst der früherer Frankfurter Max Besuschkow (52.) eine Eckballhereingabe zufällig über die Linie, dann brustelte der Darmstädter Nicolai Rapp unfreiwillig den Ball genau vor die Füße von 3:0-Schütze Jann George (77.). „Symptomatisch“, nannte Grammozis diesen Fehler seines Verteidigers. „Wir hätten noch zehn Stunden weiterspielen können, aber vermutlich trotzdem kein Tor erzielt.“ Wohl wahr.

Immerhin zweimal traf dagegen der SV Wehen Wiesbaden, Punkte brachte es dem Team aber doch nicht ein. „Das ist extrem bitter. Wir haben ein Spiel abgeliefert, bei dem wir mit der Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, leben können. Das Ergebnis ist aber katastrophal für uns“, sagte Trainer Rüdiger Rehm. Die Hessen bleiben mit 28 Punkten als Vorletzter wie Dresden auf einem Abstiegsrang. Daran konnten auch die Treffer von Daniel Kofi Kyereh (24.) und Moritz Kuhn (26.) nichts ändern, da erst SVWW-Verteidiger Dominik Franke ins eigene Netz traf (9.) und später Patrick Schmidt (44.) sowie Simon Makienok (89.) den Dresdener Erfolg herausschossen.

Wohlgemerkt: Beim späten Siegtreffer ließ sich erst Franke viel zu leicht abschütteln und Torhüter Heinz Lindner dann auch noch tunneln – bezeichnend für dieses aus hessischer Sicht so seltsam unangenehmes Zweitligawochenende.

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