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Tim Görner: „Die Mannschaft ist deutlich hungriger“

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Von: Stefan Fritschi

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Weist den Weg: FSV-Trainer Tim Görner.
Weist den Weg: FSV-Trainer Tim Görner. © IMAGO/Kessler-Sportfotografie

Der junge Trainer des Regionalligisten FSV Frankfurt erklärt den Saisonplan und hält sein Team für „extrem talentiert“.

Der FSV Frankfurt steht vor einer anspruchsvollen Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest. In der Sommerpause vollzog der Traditionsverein einen großen personellen Umbruch mit 18 Abgängen und setzt fortan verstärkt auf junge, entwicklungsfähige Spieler. Nach dem gerade so verhinderten Abstieg gehen die Bornheimer 2022/23 mit Realismus und dezentem Optimismus an. Der Klassenerhalt ist das primäre Ziel, betont Cheftrainer Tim Görner vor dem Saisonauftakt am Samstag mit dem Heimspiel gegen die TSG Balingen(14 Uhr)..

Herr Görner, erstmals konnten Sie die komplette Vorbereitung auf eine neue Saison als Cheftrainer absolvieren. Wie lief diese Zeit?

Insgesamt sehr ordentlich, ich bin zufrieden mit der Entwicklung. Das Niveau war zunächst überschaubar, seit Mitte Juli machen wir im festen Kreis kontinuierlich Fortschritte, die Abläufe stimmen mehr und mehr. Unser Spielkonzept, unsere Spielidee ist losgelöst von Systemen.

Im Winter war das noch anders. Da musste sich der FSV mit Abstiegskampf befassen, es gab teils Unruhe, Denis Mangafic wurde aussortiert, weitere Spieler hätte es treffen können.

Die Mannschaft ist nun deutlich williger, hungriger. In ihr ist mehr Spirit, Feuer und Zug drin. Aber wir haben uns auch Ende der vorherigen Runde brutal reingehängt und wichtige Spiele in Gießen und Homburg gewonnen und gegen Meister und Aufsteiger Elversberg den entscheidenden Punkt geholt.

Damals war die halbe Mannschaft älter als Sie selbst. Nun sind es in Cas Peters und Ahmed Azaouagh nur noch zwei. Sie haben bisher zwölf Externe geholt, alle sind jünger als Sie. Steckt da System dahinter?

Es ist kein Zufall, hängt aber weniger mit meiner Person zusammen, sondern mit einer Vereinsidee. Wir haben nach jungen Spielern Ausschau gehalten, die aus der Region stammen und vielleicht sogar schon mal beim FSV gespielt haben. Wir brauchen allerdings auch noch erfahrene mit Qualität. Dies ist nicht so einfach umzusetzen, weil es auch eine Frage der Kosten ist.

Haben die alten Hasen Ihnen als 26-Jährigen zu sehr zugesetzt und vertrauen Sie deshalb nun lieber auf pflegeleichte Youngster?

Jung bedeutet nicht gleich pflegeleicht. Ich hatte auch zu Daniel Endres und Marcel Heller einen guten Draht (Endres ist 37, Heller 36 Jahre alt, d. Red.). Der Umgang miteinander ist das A und O.

Wie schätzen Sie das Leistungsvermögen des Teams ein?

Wir haben eine extrem talentierte Mannschaft, sind qualitativ gut besetzt. Uns fehlt es noch an Größe, physischer Stärke und Erfahrung. Auch noch ein Lenker wie Azaouagh wäre nicht verkehrt.

Welche Ziele haben Sie sich mit ihren Spielern vorgenommen?

Es wäre absolut vermessen, etwas anderes zu sagen als der Klassenerhalt. Jeder kann jeden schlagen in der Regionalliga. Wir wollen Fußball spielen, der die Fans mitreißt.

Was muss geschehen, damit der FSV wieder eine Perspektive hat, in die dritte Liga aufzusteigen?

Der eingeschlagene Verjüngungsprozess ist langfristig angelegt. Wenn alles gut läuft, könnten wir in diese Lage wieder mal kommen, nach oben zu schauen. Wir bewegen uns finanziell in ganz anderen Sphären als die Offenbacher Kickers, die für mich nach diesen Neuzugängen der Topfavorit für den Aufstieg sind, oder auch Ulm, Steinbach Haiger und Homburg. Das heißt aber nicht, dass wir sie nicht sportlich ärgern können.

Haben Sie als junger Trainer einen besonderen Blick auf arrivierte, erfolgreiche Kollegen und schauen sich etwas ab?

Man lernt auch aus Fehlern anderer, was man nicht machen sollte. Ich charakterisiere mich jedenfalls als sehr authentisch, sehr ehrgeizig, sehr akribisch. Und bin FSVler durch und durch und seit meiner Geburt Mitglied.

Interview_Stefan Fritschi

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